Schlossgartenfest ohne Vereine

Tropisch mit Dieburger Akzent

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Anschnallen zum Flug mit dem „Hip Hop“: Das Überkopf-Fahrgeschäft war neben dem Kettenkarussell die Hauptattraktion des Vergnügungsparks. 

Dieburg - Festpremiere geglückt: Das scheint vorm heutigen Montag, wenn zum Frühschoppen am Vormittag, zu „funkOforte“ im Festzelt am Abend und zu Feuerwerk und Bartreiben in der Nacht Tausende strömen werden, kein allzu gewagtes Statement zum Schlossgartenfest unter seinem neuen Ausrichter zu sein. Von Jens Dörr 

Veranstaltungsprofi Steffen Frings aus Gelnhausen zog nach dem ersten Teil des Treibens eine zufriedene Zwischenbilanz. Auch Besucher und Polizei bewerteten den Start positiv.

Spätestens seit dem finanziell mageren Ergebnis von 2011 sind sich auch die größten Dieburger Vereine einig, das Schlossgartenfest wegen des hohen Aufwands und inzwischen geringen Ertrags weder allein noch zusammen mit anderen in die Zukunft führen zu wollen. Ausnahme war 2013 der Turnverein, der das Fest aufgrund seins 150-jährigen Bestehens letztmals stemmte. Dazwischen lag die Festpremiere des bayrischen Profis Franz Widmann, mit dem sich der Magistrat vor allem aus terminlichen Gründen nicht auf eine weitere Zusammenarbeit geeinigt hatte.

Die führte von Freitag bis heute Abend Frings fort.

Dieburger Bezug bewahrt 

Wesentlich stärker als Widmann bewahrte er dabei den Dieburg-Bezug. Das äußerte sich bereits in Aufmachung von Zelt und Bar, in der sich die Gäste diesmal nicht aufs Münchner Oktoberfest versetzt fühlten. Im Programm setzte Frings unter anderem auf die Kooperation mit einem der größten Dieburger Arbeitgeber: Die Firma Stihl präsentierte Timbersports-Wettkämpfe im Sportholzfällen. Die Hauptband für heute Abend, „funkOforte“, stieß mit ihrem Dieburger Keyboarder Markus Hertwig vor dem Fest bei Frings ebenso auf offene Ohren wie der Turnverein, der gestern maßgeblich zum Festzelt-Programm am „Dieburger Nachmittag“ beitrug. Frings ließ Raum fürs Lokale.

Das galt erst recht für die Bar, in der Römerhallen-Pächter Tobias Niestatek nicht nur für die Versorgung mit Hütchen, Cocktails und Co. sorgte, sondern mit Bruder Nico und dem Rocketfire Soundsystem aus Münster auch hiesige DJs aufbot. Wie im Vorjahr beim TV, fand gestern auch der Seniorennachmittag der Stadt seinen Platz im Programm.

Schausteller mit Überkopf-Fahrgeschäften

Ebenfalls involviert waren Dieburger Aussteller wie Holger Spahn mit seinen Whiskeys. Wie er direkt von Frings angesprochen wurden auch die Winzer im Weindorf und alle Schausteller, unter denen besonders jene mit dem Überkopf-Fahrgeschäft und einem großen Kettenkarussell auffielen. Da störte es wenig, dass am Freitag zunächst die Biergarten-Beleuchtung streikte. „Wie bei allem, was am Anfang gehakt hat, haben wir versucht, es gleich zu beheben“, so Frings, der „sein“ erstes Schlossgartenfest als „schön, anstrengend und aufregend“ bezeichnete.

Weil Frings anderweitig als Problemlöser gefragt war, verschob sich am Freitag auch der Bieranstich von Bürgermeister Dr. Werner Thomas. Zu dieser Zeit war der Zuspruch im Zelt noch verhalten, was sich später mit den Schweinfurtern änderte. „Als es kühler wurde, sind viele vom Biergarten ins Zelt gewandert“, so Frings. Das galt auch für den Samstag, als die Trenkwalder eine beeindruckende Show mit frech gespielten Schlagern ablieferten.

Draußen war währenddessen weder im 2 000 Personen fassenden Biergarten noch im Weindorf ein Sitzplatz zu bekommen. Zudem sei die Bar „knackig voll“ gewesen, habe man ab drei Uhr morgens zudem Rücksicht auf die Anwohner genommen und die Musik abgestellt. Frings: „Auch die Polizei war zufrieden - es gab weder Probleme mit Schlägereien noch mit Alkohol.“

Schlossgartenfest in Dieburg

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