Schluss im Trainingsbad?

Dieburg - Die Zukunft des Trainingsbads auf dem FH-Gelände ist ungewiss: Bei der Mitgliederversammlung konnte der Wassersportverein Dieburg für 2009 keinen Haushalt vorlegen, der einen Betrieb über den 31. Mai hinaus ermöglicht. Von Lisa Hager

Nachdem im vergangenen Sommer alle Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen wurden und jetzt eigentlich nur noch der Betrieb geregelt weiter geführt werden muss, ist das Schicksal des Wassersportvereins völlig ungewiss. Blickte der Vorstand um die beiden Vorsitzenden Klaus Schulte und Dieter Sähring am 3. November vergangenen Jahres - dem fünften Jahrestag der Eröffnung des Bades unter der Regie des Vereins - noch zuversichtlich in die Zukunft, so hat sich dies in den letzten Wochen ganz anders entwickelt.

Drei Dinge bereiten dem Vorstand große Sorgen: Erstens sind die Nebenkosten aus dem Trainingsbadbetrieb von 2005 bis 2008 immer noch nicht abgerechnet. Da nicht alle möglichen Nachforderungen durch Rücklagen abgesichert werden kann, ist das Risiko inzwischen nicht mehr tragbar. Zweitens ist noch offen, ob der Verein weiter von der Stadt gefördert wird. Drittens ist immer noch nicht geklärt, wie nach dem Rückzug des Hochschulsports aus den Turnhallen die Kostenaufteilung zwischen Turnhallen und Trainingsbad geregelt wird.

Trotz intensiver Bemühungen des Vorstandes in den vergangenen Wochen konnten die offenen Punkte bis zur Mitgliederversammlung nicht geklärt werden. So empfahl der Vorstand der Versammlung dann einen Haushalt, der den Betrieb bis zum 31. Mai garantiert, aber eine Öffnung nach der Sommerpause nicht vorsieht. Dieser Vorschlag angenommen.

Schon in seiner Einleitung wies Vorsitzender Schulte darauf hin, dass für den Betrieb des Trainingsbades eine aktive Unterstützung durch die Politik in Dieburg und durch den Eigentümer unbedingt notwendig sei: „Wenn wir Schwimmkurse für Kinder, Sportangebote für Kinder und Jugendliche, Wettkampfsport für die Jugend, Fitness für Erwachsene und die Mobilisation der älteren Menschen wollen, muss sich dies in einem klaren politischen Willen ausdrücken.“

Schulte erklärte dazu, dass der faire sportliche Wettkampf gegenüber dem „virtuellen Kampf in Baller-Spielen“ unbedingt vorzuziehen sei und zog eine Verbindung zu den Forderungen der Politiker nach einer sinnvollen Beschäftigung der Kinder und Jugendlichen.

Wie sehr die derzeitige Lage die Trainingsmöglichkeiten der Kinder und Jugendlichen gefährdet, zeigte die Aussprache zum Geschäftsbericht. Sehr lange und intensiv suchten die Mitglieder nach Möglichkeiten, den Trainingsbetrieb trotz der finanziellen Situation nach der Sommerpause fortzuführen. Drastische Erhöhungen des Nutzungsentgeltes wurden vorgeschlagen und besprochen. Doch hier zeigte sich schnell, dass diejenigen Vereine, die ein Angebot für Kinder und Jugendliche bereitstellen, eine Erhöhung nicht mittragen können. Diejenigen, die nur Erwachsene betreuen, haben wesentlich mehr Spielraum. So würde eine Streichung des Zuschusses durch die Stadt zwangsläufig zu einer Reduzierung des Angebotes für Kinder und Jugendliche führen. Ob dies durch weitere Angebote für Erwachsene kompensiert werden kann, ist nicht sicher. Im Sinne des Wassersportvereins ist dies in keinem Fall.

Abzuwarten bleibt jetzt, ob und in welcher Höhe der Wassersportverein weiter von der Stadt gefördert wird. Eine Entscheidung fällt wohl während der Stadtverordnetensitzung am 26. März.

Die Gespräche mit dem Eigentümer laufen auch weiter. Die Vorsitzenden hoffen, innerhalb des nächsten Monats eine Einigung erzielen zu können. Sind die Punkte geklärt, wird es eine außerordentliche Mitgliederversammlung geben. Bei dieser wird dann hoffentlich ein neuer Haushalt vorgestellt werden, der den Betrieb des Trainingsbades nach der Sommerpause ermöglicht.

Der bestehende Mietvertrag läuft bis zum 31. Dezember 2014. Schon heute will der Vorstand darüber hinaus planen.

Da zurzeit die Zukunft des gesamten Hochschulgeländes neu geordnet wird, ist die des Trainingsbades auch langfristig in Gefahr. Weder Stadt noch Eigentümer sehen im Moment allerdings die Notwendigkeit, gemeinsam mit dem Wassersportverein den langfristigen Fortbestand zu sichern.

Vorstandswahlen

Einstimmig wiedergewählt wurde der Vorstand bei den Wahlen: Klaus Schulte (Vorsitzender), Dieter Sähring (stellvertretender Vorsitzender), Claudia Perrevoort (Kassiererin), Klaus Jäger (Schriftführer), Hanne Pantke, Ulrich Spatar und Helmut Boos (Beisitzer).

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