CDU nominiert Bürgermeisterkandidaten

Schöning: „Der Wahlkampf hat begonnen“

+
Da will er hinein – Dr. Harald Schöning vor dem Dieburger Rathaus.

Dieburg (jd) ‐ Dort, wo die Pressekonferenz mit dem Fototermin endete, will er rein: ins Dieburger Rathaus – als Verwaltungschef. CDU-Mann Dr. Harald Schöning wird im Frühjahr 2011 bei der Bürgermeisterwahl antreten. Für diese Aufgabe nominierte ihn seine Partei am Freitagabend in der „Ludwigshall“.

„Kommunalpolitik ist Politik vor der Haustür“, sagt Schöning. „Da sieht man, wenn man etwas bewegt.“ Die Politik, die er in der Dieburger CDU, als Stadtverordnetenvorsteher und als Stadtverordneter mache, sei „sehr konkret“. Eine der Motivationen für ihn, das höchste Amt der Stadt anzustreben. Denn finanziell, das bestätigt Schöning, dürfte sich der 48-Jährige gegenüber seiner aktuellen Tätigkeit als Senior Director bei der Darmstädter Software AG wohl verschlechtern. „Doch als Bürgermeister kann man auch gut leben“, lächelt Schöning. „Außerdem würde ich dann in Dieburg arbeiten.“

Obwohl kein gebürtiger Dieburger und „erst“ vor 16 Jahren nach Dieburg gezogen, sieht sich Schöning inzwischen tief verwurzelt in der örtlichen Bürgerschaft. Durch seine Anstellung bei der Software AG, die ihre Zentrale in Eberstadt hat, kam er in die Region. „Damals stellte ich mir die Frage: Wo will ich leben, wenn ich in Darmstadt arbeite?“, sagt Schöning. Die Antwort, weshalb die Wahl auf Dieburg fiel, gibt er gleich im Anschluss: „Das war Liebe auf den ersten Blick. Die Stadt hatte es mir gleich angetan, etwa mit ihrer Fußgängerzone und dem fast schon südländischen Flair.“

Zuvor hatte Schöning Informatik an der Universität Kaiserslautern studiert, war dort von 1987 bis 1993 auch Wissenschaftlicher Mitarbeiter, ehe es ihn zur Software AG verschlug und der damalige Neu-Dieburger nach und nach Karriere machte. In der CDU war Schöning damals noch nicht, trat schließlich 1996 in den Dieburger Stadtverband ein. Den ersten Stadtrat Wolfgang Schupp und den langjährigen Bürgermeister Peter Christ nennt Schöning als Personen, die für in damals wichtige Aushängeschilder der Partei und Gründe für den Eintritt gewesen seien. Auch natürlich, dass er sich als „bürgerlich orientiert“ bezeichnet, ebenso als „praktizierender Christ“. Mehrere Jahre unterstrich Schöning das durch seine Vorstandsarbeit im Familienbund der Katholiken, er ist auch heute noch im Familienausschuss der Pfarrei St. Wolfgang tätig.

Die Verwurzelung im Dieburger Vereinsleben kann dem 48-jährigen Ehemann und Vater zweier Töchter und eines Sohns im Alter von 15, 18 und 22 niemand absprechen: Karnevalverein, Turnverein, Odenwaldclub, Musikverein St. Peter und Paul, Verein der Briefmarkenfreunde – die Liste ließe sich noch deutlich verlängern. Bei der „Dieburger Tafel“ prüft Schöning die Kasse.

Der Dieburger CDU-Vorsitzende Thorsten Winkler sieht in Harald Schöning überdies einen Aktivposten innerhalb der Stadtverordneten: „Er ist kompetent, setzt sich ein und geht außerhalb des Parlaments auf die Gruppierungen ein.“ Schöning habe sich bereits vielfach bewiesen, sei deshalb ein „sehr guter Kandidat“.

Das sahen am Freitagabend die meisten CDU-Mitglieder ebenso – von 47 abgegebenen Stimmen erhielt Kandidat Schöning 44 Ja-Stimmen. Einen Gegenkandidaten hatte es nicht mehr gegeben. Christian Eidenschink hatte zunächst ebenfalls eine Kandidatur geplant, letztlich aber Schöning das Feld überlassen. Die „volle Unterstützung des Kreisverbands“ sagte dessen Vorsitzender Manfred Pentz zu und verband mit der Kandidatur Schönings schon einmal den Anspruch, Dieburgs Bürgermeister müsste nach Thomas’ erster Amtszeit wieder von der CDU gestellt werden. Eine Vereinfachung der parlamentarischen Arbeit sähe darin auch CDU-Fraktionschef Markus Oberhuber.

Und auch wenn es noch weit mehr als ein Jahr hin ist bis zur Direktwahl des Bürgermeisters an der Gersprenz, sagt der Hoffnungsträger der Dieburger CDU bereits jetzt: „Der Wahlkampf hat begonnen.“

Kommentare