„Am schönsten ist das Galoppieren“

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Dieburg - „Mach dich nicht so dick!“ Ponystute Ronja hat ihr Bäuchlein mächtig aufgpustet. Für die Teilnehmer des Ferienkurses beim Dieburger Reitclub ist der alte Pferdetrick beim Satteln kein Problem. Rasch ist der Sattelgurt festgezurrt und die kleine Stute wird getrenst. Von Ursula Friedrich

Beim fünftägigen Intensivkurs werden die acht Teilnehmer in allen Disziplinen rund ums Pferd fit gemacht. Pferdepflege, theoretische Kenntnisse rund ums Reiten, Satteln, Trensen und Boxen misten stehen ebenso auf dem Programm wie der praktische Unterricht auf dem Pferderücken.

Pferdeäpfel zusammenkehren ist wenig beliebt, „aber es gehört eben auch dazu“, seufzt Mia mit der Weisheit einer Neunjährigen und kratzt ein Häufchen zusammen. Sie hilft einer Reitschülerin, die erste reiterliche Versuche an der Longe macht, ihr Pferd für den Unterricht fertig zu machen. „Das finde ich schön, dass die fortgeschrittenen Kindern den Anfängern helfen“, sagt Reitlehrerin Judith Sievert. Fünf Wochen am Stück arbeitet sie intensiv mit ihren Ferienkindern. Kinder ab sechs Jahren haben meist eine Pferdewoche gebucht, doch manche bearbeiten begeistert die Eltern, das Erlebnis rund ums Pferd eine Woche zu verlängern. Die letzte Ferienwoche ist dann einer Theorieprüfung, dem Basispass gewidmet.

„Die meisten Teilnehmer reiten auch bei mir im Unterricht“, so Judith Sievert, die seit rund einem Jahr hauptamtlich beim Reitclub ausbildet. Acht Schulpferde vom deutschen Reitpony bis zum Großpferd stehen für den Ausbildungsunterricht zur Verfügung. „Für uns bietet der Ferienkurs eine schöne Alternative, da sich sonst kein Termin findet“, so die Mutter einer reitbegeisterten Amazone mit vollem Terminplan. Wegen der starken Belastung vieler Kinder durch Schule und weitere Hobbys gehören die Ferienkurse inzwischen zu einer festen Einrichtung beim Reitclub. Eine Mitgliedschaft im Verein ist für die Teilnahme nicht erforderlich. Und Dank des intensiven Arbeitens sind schon nach kurzer Zeit deutliche Erfolge beim Reiten zu spüren. Nach etwas Üben können die Kinder an der Longe auch in den schnelleren Pferdegangarten im Sattel sitzen. „Am schönsten ist Galoppieren“, schwärmt Mia. Das häufige Reiten hat freilich auch Schattenseiten. „Ich habe totalen Muskelkater in den Beinen“, resümiert Eva-Marie (10). Gleichsam das Putzen der Schimmelstute Aleska ist ein Kraftakt - das blütenweiße Fell hat diesmal mächtige Flecken. Doch die Kinder sind beharrlich, auch wenn Fuchsstute Galina beim Hufe auskratzen zappelt. „Gib mir nochmal das Bein“, fordert Pflegerin Lara.

Zusammenarbeit mit den Schulen

70 bis 80 Reitschüler wöchentlich, vom Grundschüler bis zum Erwachsenen, gehören während des normalen Ausbildungsbetriebs zum Kader Judith Sieverts. Sie arbeitet mit Anfängern an der Longe und macht Fortgeschrittene Reiter fit bis hin zur Turnierteilnahme. Auch Prüfungen, so etwa das kleine Hufeisen, können Reitschüler ablegen oder mit einem Vereinspferd am Hausturnier teilnehmen.

Weil viele Kinder einen dichten Terminkalender haben, geht der Verein auch neue Wege. So wird über Schulen die Zusammenarbeit mit Pferden ermöglicht. Drei Dieburger Bildungshäuser bieten bereits in Kooperation mit dem Dieburger Reitclub Reit-AGs an.

Ein völlig anderes Erlebnis mit dem Sportpartner Pferd ist das Voltigieren. In mehreren Leistungsgruppen, von der Einsteiger- bis zur Turniergruppe, wird die turnerische Ausbildung im Dieburger Reitclub auf zwei Voltgierpferden geboten. Ansprechpartnerin für den Bereich Voltigieren ist die langjährige Ausbilderin Andrea Willert: Tel.: 06071 / 2 28 99.

Für viele Teilnehmer des Ferienprogramms steht bereits jetzt fest, dass auch die Herbstferien für einen Reitkurs reserviert sind. Informationen rund um den Reitunterricht gibt es bei Judith Sievert unter Tel.: 06071 / 2 47 82, sowie auf der Homepage des Dieburger Reitclubs (Messeler Weg 100).

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