Schon 2012 zurück zu G9?

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Wohin geht die Goetheschule in Sachen G 8 und G 9? Heute Abend wird es wohl hauptsächlich um dieses Thema gehen.

Dieburg - Gleich dreifach wird heute Abend an der Goetheschule (GS) Dieburg gewählt: der Vorstand des Schulelternbeirats, die Vertreter der GS im Kreiselternbeirat und die Schulkonferenz, die neben Elternvertretern aus Mitgliedern der Schulleitung und Lehrern besteht. Von Jens Dörr

Neben den personellen Neubesetzungen wird aber voraussichtlich ein Thema im Fokus stehen: die Rückkehr der Schule von G 8 zu G 9.

Die wird inzwischen von einer breiten Dieburger Mehrheit angestrebt, wenn man Umfragen trauen darf. So sprachen sich 90 Prozent der Eltern von Dieburger Grundschülern (Marien- und Gutenbergschule) für eine wieder verlängerte Zeit vom Eintritt ins Gymnasium (fünfte Klasse) bis zum Abitur (jetzt zwölfte Klasse, dann wieder 13.) aus.

Nicht nur von den Eltern, deren Töchter und Söhne früher oder später auf die GS wechseln und dort eventuell eine Gymnasiallaufbahn einschlagen werden, kommt Rückenwind für die G 9-Bemühungen. Eine weitere Umfrage zeigte: Eine Mehrheit der Eltern des ersten G 8-Abgängerjahrgang der Mittelstufenschule würde ihren Nachwuchs nicht noch einmal die Turbo-Version des Abiturs - zumindest des Mittelstufenteils, wo sich der Mehraufwand besonders niederschlägt, während die Oberstufe weiterhin dreijährig bleibt - machen lassen.

In dasselbe Horn stößt auch eine Mehrheit befragter Lehrer der GS, die derzeit im G 8-Rahmen arbeiten müssen, dies indes lieber im G9-Rahmen täten. All diesen Meinungen, verbunden mit der immer häufiger geäußerten Forderung, in Dieburg zu G 9 zurückzukehren, steht auch die Schulleitung der GS um Leiter Christof Maruschka wohlwollend gegenüber. Das gilt auch für das Schulamt in Darmstadt und den Kreis als Schulträger, an der Spitze des Dezernats Christel Fleischmann.

Derzeit kursiert bereits ein vorformulierter Brief an GS-Leiter Maruschka, den Eltern von Marien-, Gutenberg- und Goetheschülern unterschreiben und darin „eindringlich“ darum bitten, Maruschka möge sich „im Sinne unserer Kinder“, für eine Rückkehr zu G 9 aussprechen.

„Da muss jetzt was passieren, wenn so viele Druck machen“, bringt Antje Buchert, aktuell Elternbeirätin der G 6c und damit Teil des Schulelternbeirats, den Wunsch vieler auf den Punkt. Sie sagt: „Die Dieburger Eltern freuen sich, dass das Thema nicht mehr unterdrückt wird“, spricht damit auf das offene Ohr der jetzigen Schulverantwortlichen an. Bucherts konkrete Hoffnung: Bis Weihnachten könnte die Entscheidung zur G 9-Rückkehr im Optimalfall durch alle Gremien sein und tatsächlich schon zum nächsten Schuljahr 2012/2013 eingeführt werden. Vor einigen Monaten hatten selbst die G 9-Befürworter noch eingeräumt, eine zeitnahe Rückkehr erscheine eher unrealistisch.

Denkbar sei laut Antje Buchert auch das Modell der Groß-Zimmerner Albert-Schweitzer-Schule: Dort kehrte man nur teilweise zu G 9 zurück - Eltern können für ihre Kinder zwischen G 8 und G 9 wählen. Dies führte bereits zu einer teilweisen Abwanderung von Dieburg in die Nachbargemeinde: Die fünfte Gymnasialklasse ist in Groß-Zimmern inzwischen vier- und in Dieburg nur noch dreizügig.

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