Schon „Kult“: Schlange stehen für Kinderbasar

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Schlange stehen in der Frankfurter Straße: Schon vor dem offiziellen Einlass drängten sich die Interessenten am Samstag zum Frühjahrs-Kinderbasar der evangelischen Kirchengemeinde.

Dieburg ‐  Kann ein Kinder-Basar zu einer Kult-Veranstaltung werden? Bei der evangelischen Gemeinde scheint man fast davon sprechen zu können. Am Samstagmorgen bildete sich eine große Schlange vor der Eingangstür - und das schon viele Minuten vor dem offiziellen Einlass. Seit 16 Jahren gibt es nunmehr den zweimal im Jahr stattfindenden Basar. Von Michael Just

Auch für die allerkleinsten Besucher hatte der beliebte Flohmarkt einiges parat (kleines Foto): Hier ist ein Kind von einer Handpuppe fasziniert.

„Er hat sich gut eingeführt“, sagt Margit Schneider mit einer großen Portion „Understatement“ zu den mittlerweile 220 Anbietern und den 5000 feilgebotenen Artikeln. Das Besondere an dem Kinder-Flohmarkt ist, dass die Kleidung von den Helfern nach Größen vorsortiert wird. So wird vielen Müttern eine fieberhafte Suche beziehungsweise der Weg von Stand zu Stand erspart und das Gesamtangebot ist recht einfach einsehbar. Das gilt auch für die Spielsachen oder die angebotenen Fahrräder.
Dass diese Organisationsform einer großen Vor- und Nachbereitung bedarf, versteht sich von selbst. Auf diese Weise umfasst die Arbeit beim Basar nicht nur die vierstündige Öffnungszeit, sondern ein insgesamt dreitägiges Engagement, bei dem freitags und sonntags die schon vorher ausgezeichneten Artikel gebracht beziehungsweise wieder abgeholt werden. Dabei erleichtert die EDV-Erfassung nicht unwesentlich die Arbeit.

Wie bei jedem Flohmarkt gehen zehn Prozent der Einnahmen an eine gemeinnützige Einrichtung in Dieburg (diesmal die Gustav-Heinemann-Schule), der Rest fließt der Jugendarbeit und der Frauenhilfe der Kirchengemeinde zu. Dass das Gemeindehaus bei den Flohmärkten auf drei Etagen jedes Mal aus allen Nähten platzt, daran haben sich die Helfer schon gewöhnt. In eine Turnhalle wechseln, was eine Entspannung der Platzsituation zur Folge hätte, will man aber nicht. „Der Ort ist für uns Sinnbild für ein lebendiges Gemeindeleben“, sagt Schneider. Schließlich gehe es bei dem Basar nicht nur um die Einnahmen sondern auch um ein Stück Werbung für die Kirche selbst.

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