Studienfahrt: Dieburger Wanderfreunde im Herzen der Masuren

Auf Schritt und Tritt der Geschichte begegnet

Viele interessante Erfahrungen sammelten die Dieburger Wanderfreunde bei einer Studienfahrt nach Polen.

Dieburg - Pünktlich um 6 Uhr starteten am 20. Juni die Dieburger Wanderfreunde mit einem Bus zu ihrer Studienfahrt an die polnische Ostseeküste und in die herrliche masurische Seenlandschaft. Nachmittags erreichte die Gruppe Stettin, wo einst die Herzöge von Pommern die Geschichte prägten. Am nächsten Morgen stand eine Stettinführung auf dem Programm.

Auf ihrer Rundfahrt sahen die Dieburger das wunderschöne Schloss der Herzöge von Pommern, das alte Rathaus und die Johannes- und die Jakobikirche. An der Hakenterrasse hatten die Besucher einen schönen Blick auf Oder und Hafen, auch konnten sie die prunkvollen Amtsgebäude aus der wilhelminischen Zeit bewundern. Auf Schritt und Tritt konnten sie der deutschen Geschichte begegnen. Seit dem Beitritt Stettins zur Hanse im Jahre 1272 hatte es sich zur Metropole Westpommerns entwickelt.

Am Nachmittag stand ein Gang durch den Botanischen Garten von Stettin auf dem Programm und die Gruppe besuchte einen deutschen Soldatenfriedhof, der nach der Wende von polnischen und deutschen Soldaten angelegt wurde. Als Abschluss wurde am Sonntagnachmittag das Zisterzienserkloster Kolbacz besichtigt. Die mittelalterliche Mönchsabtei aus dem Jahre 1173 war ein bedeutendes Kultur- und Kolonisationszentrum im Osten.

Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen, und die Reise ging zunächst nach Kolberg. Auf einem Rundgang durch die Stadt konnten die Dieburger die Sehenswürdigkeiten bewundern. Einige wenige Bauwerke sind dem Inferno des letzten Krieges entronnen. Dazu gehört in erster Linie die Marienkirche – der Kolberger Dom. Mit seinem mächtigen Turm bestimmt er noch heute das Stadtbild. Im Schatten des Doms befindet sich das nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel erbaute Rathaus, nachdem das alte, gotische Rathaus dem Krieg gegen die Franzosen im Jahre 1807 zum Opfer gefallen war. Anschließend nutzten die Wanderer ihre Freizeit zu einem Stadtbummel. Danach ging es zum Hafen, wo man Touristenschiffe, Verkaufsstände und Fischer beobachten konnte. Über allem wacht der mächtige Leuchtturm, ein weiteres Wahrzeichen Kolbergs. Nach einem Picknick unterwegs erreichte man am Abend das Hotel in Danzig.

Der nächste Tag gehörte zunächst der Erkundung der Innenstadt von Danzig. In der Brigittenkirche brachte ein Mitglied der Gruppe das Ave Maria von Bach auf seiner Trompete zum Klingen. Beim anschließenden Stadtrundgang erlebten die Wanderfreunde die vergangene Welt der reichen Kaufleute und Patrizier. Sie kamen an den eindrucksvollen Patrizierhäusern in der Langgasse vorbei, sahen das alte Rathaus, auf dem Langen Markt bewunderten sie den spätgotischen Artushof mit dem barocken Neptunbrunnen. Durch das Grüne Tor gelangten sie zum Krantor, einem der Wahrzeichen Danzigs. Durch die Mariengasse mit ihren einzigartigen, berühmten Beischlägen gelangten die Besucher zur Marienkirche, der größten backsteingotischen Kirche der Welt. Am Nachmittag, der zur freien Verfügung stand, unternahmen die Freunde eigene Erkundungen oder genossen die Straßencafes.

Bevor die Gruppe am nächsten Morgen Danzig verließ, um den Masuren entgegen zu fahren, besuchte sie die Kathedrale von Oliva, um einem Orgelkonzert zu lauschen. Anschließend fuhren sie weiter zur Marienburg, wo es nach einem Picknick zur Burgbesichtigung ging – ein Muss auf dieser Fahrt. Im Mittelalter war sie Residenz der Hochmeister des Deutschen Ordens. Diese herrlich am Ufer der Nogat gelegene Kreuzritterburg ist die größte Burganlage der Welt und machte einen ungeheueren Eindruck auf die Dieburger. Sie war Zentrum der geistigen und weltlichen Macht des Deutschen Ordens bis zu dessen Niedergang. Nach der Besichtigung fuhr die Gruppe zum nächsten Ziel Sensburg in den Masuren.

Am nächsten Tag startete man zur großen Masurenrundfahrt. Der Führer in den Masuren, Marius, brachte die Gruppe zunächst in eine kleine Wehrkirche mit katholischen und evangelischen Elementen, deren mächtiger Turm einst als Wachtturm des Deutschen Ritterordens diente. Danach fuhr man durch Rastenburg, einem hübschen Städtchen, mit finsterer Nachbarschaft der Wolfsschanze nach Heiligenlinde. Die gelbe Fassade der Kirche - leider durch Renovierungsarbeiten verhüllt - machte einen gewaltigen Eindruck auf die Wanderer. Heiligenlinde zählt zu den schönsten Barockdenkmälern Polens. Heiligenlinde, die barocke Wallfahrtskirche aus dem 17. Jahrhundert mit dem Jesuitenkloster, ist ein berühmter Wallfahrtsort in einer betont heiteren Landschaft. Im Innern beeindruckten die Wanderer die barocken Altäre und Fresken, und sie hörten aufmerksam einem Konzert auf der prächtigen Orgel mit beweglichen Figuren zu. Danach fuhr die Gruppe zum zweitgrößten See der Masuren, um eine Schifffahrt auf ruhigem Wasser in den Wäldern Masurens zu erleben.

Am siebten Tag verließ die Gruppe die masurische Einsamkeit, und es ging über Gnesen, die erste Hauptstadt Polens, – mit einem Zwischenstopp in Thorn – in Richtung Posen an der Warthe. Dort verbrachten die Dieburger die letzte Nacht in Polen. Am nächsten Morgen trat die Schar die Heimreise an. Am Nachmittag wurde noch ein Stopp in Weimar gemacht, bevor die Wandergruppe am späten Abend wieder wohlbehalten und voll neuer Erfahrungen in Dieburg ankam.

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