Gravierende Sicherheitsmängel: Hallenbad Münster bis Jahresende geschlossen

Schüler sitzen auf dem Trockenen

Münster/Dieburg – Es wird eng mit dem Schulschwimmen im Osten des Kreises Darmstadt-Dieburg: Wegen „sicherheitsrelevanter Mängel“ muss das Hallenbad in Münster voraussichtlich bis Jahresende geschlossen bleiben. Dies teilte die Gemeindeverwaltung mit. VON RALF ENDERS

Dem Landkreis als Schulträger zufolge sind 13 Schulen davon betroffen, darunter die Dieburger Anne-Frank-Schule. Der Kreis, die Schulen und die Betreiber der Alternativ-Bäder in Dieburg und Groß-Zimmern sind derzeit dabei, freie Zeiten zu finden und zu belegen. „Allen Schulen werden wir aber erfahrungsgemäß keine Alternative bieten können. In den Sommermonaten können die Schulen noch auf die Freibäder ausweichen . . . “, sagte Kreis-Pressesprecher Stefan Weber auf Anfrage des Dieburger Anzeigers.

Wenn das Dieburger Freibad am 15. September schließt, müssen sich freilich auch private Schwimmer bis Jahresende nach einer Alternative für Münster umschauen; die meisten dürften ins Groß-Zimmerner Hallenbad ausweichen.

Das Münsterer Bad sollte ursprünglich nach den Ferien am 12. August wieder öffnen. Doch bei der technischen Bestandsaufnahme in der Sommerpause habe ein Sachverständiger für Elektrotechnik die Mängel entdeckt, teilte die Gemeinde mit. Von der Schließung sind neben Schulklassen auch Schwimm- und Aquakurse, Sportvereine und Kindergärten betroffen. Bereits bezahlte Kursgebühren würden zurückerstattet (z 06071 3002102). Eine Anmeldung für neue Kurse sei derzeit nicht mehr möglich.

„Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, jedoch ist sie aufgrund der festgestellten Mängel unumgänglich, denn die Sicherheit von Besuchern und Mitarbeitern im Hallenbad hat oberste Priorität“, sagte Bürgermeister Gerald Frank (SPD).

Neben der Dieburger Anne-Frank-Schule müssen laut Landkreis folgende Einrichtungen nun Alternativen suchen: Schule auf der Aue, John-F-Kennedy-Schule, Regenbogenschule (alle Münster) Schule im Kirchgarten, Edward-Flanagan-Schule, Bachwiesenschule, Joachim-Schumann-Schule (alle Babenhausen), Stephan-Gruber-Schule, Mira-Lobe-Schule (beide Eppertshausen), Ludwig-Glock-Schule (Messel), Ernst-Reuter-Schule (Groß-Umstadt) und Gundernhäuser Schule.

Wie viele Klassen betroffen sind, konnte Kreis-Pressesprecher Stefan Weber nicht sagen, da der Kreis nur die Bahnen anmietet und die Schulen diese selbst verwalten. „Ausweichschwimmzeiten in den anderen Bädern sind schwierig zu realisieren“, sagte Weber und nannte die Schülerbeförderung und die Anpassung der Stundenplanung als Gründe.

Im Dieburger Trainingsbad, das noch bis Mai 2021 vom Wassersportverein (WSV) Dieburg betrieben wird, gibt es nach Auskunft des WSV-Vorsitzenden Klaus Schulte, „nur noch geringe Kapazitäten, vielleicht 5 bis 6 freie Stunden pro Woche“.

Für Groß-Zimmern kann Rathausmitarbeiter Hans-Peter Wejwoda noch keine genauen Zahlen nennen. Man habe das Schulschwimmen bereits durch den Montag ausgeweitet, erläutert er. Für noch mehr Grundschüler könnten die Kapazitäten im Nichtschwimmerbecken aber eventuell nicht mehr ausreichen, ebenso wie die Zahl der Umkleidekabinen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare