60 Briefe an Bewohner des Hauses Priska

Schüler wollen Senioren Mut machen

Klassensprecherin Buket Ceken (links) hat zusammen mit Klassenlehrerin Elke Kunkel (rechts) den Karton mit den Zuschriften an die Sozialdienstleiterin des Haus Priska, Maura Preiß-Starke, überreicht.
+
Klassensprecherin Buket Ceken (links) hat zusammen mit Klassenlehrerin Elke Kunkel (rechts) den Karton mit den Zuschriften an die Sozialdienstleiterin des Haus Priska, Maura Preiß-Starke, überreicht.

Dieburg – Abstand halten zu den eigenen Kindern und zu den Enkeln – das ist hart und drückt vielen älteren Menschen aufs Gemüt. Die Corona-Pandemie mit ihren strikten Kontaktbeschränkungen macht viele Senioren einsam.

Das Virus hat aber auch das Leben von Jugendlichen verändert. Keine Treffs mit den Freunden, kein Vereinssport, Distanzunterricht und Abhängen in der eigenen Bude. Langeweile macht sich breit, und auch Teenager haben Ängste. Die Folgen des Lockdowns hat auch eine 11. Klasse der Alfred-Delp-Schule (ADS(, die Stammgruppe 05 mit Klassenlehrerin Elke Kunkel, beschäftigt. In einer Klassenlehrerstunde haben die Schüler beschlossen, den Bewohnern des Seniorenheims Priska eine Freude zu machen und etwas Abwechslung in deren Alltag zu bringen. Weil persönlicher Kontakt nicht möglich ist, haben sie rund 60 Briefe an die älteren Menschen verfasst. Am Donnerstag haben Kunkel und Klassensprecherin Buket Ceken die Dokumente an die Sozialdienstleiterin des Hauses Priska, Maura Preiß-Starke, überreicht. In den Schreiben berichten die Schüler sehr persönlich von ihrer eigenen Situation in Pandemiezeiten. Zunächst wurden Ideen diskutiert, was in einen solchen Brief geschrieben werden könnte. Einige Schüler waren unsicher, was sie schreiben sollen, wie Elke Kunkel sagt. Sie befürchteten, den alten Menschen kaum Mut zusprechen zu können, weil sie selbst so schlecht mit der Situation zurechtkämen.

Die ADS-Schüler berichten sehr persönlich aus ihrem derzeitigen Alltag, welchen Beschäftigungen sie noch nachgehen können, wie sie sich die Zeit vertreiben (kochen, basteln, Sport) und schreiben auf, auf was sie sich wieder freuen, wenn die Pandemie endlich Geschichte ist. Die handgeschriebenen Briefe wurden sortiert, je nachdem ob sie sich an Frauen oder Männer richten; einige sind neutral gehalten. Es sind auch Zuschriften dabei „in einfacher Schrift“ für Menschen, denen das Lesen mittlerweile schwer fällt. Sie wurden verziert und teilweise mit Bildern und kleinen „Beigaben“ wie Basteleien oder Rätseln bestückt und in einen Karton verpackt. Die Klassenlehrerin Elke Kunkel ist jedenfalls sehr stolz auf ihre Schüler, die viel aus dieser Aktion mitnähmen, Mut zusprächen und Solidarität zeigten.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare