Goetheschüler bürsten, bis alles glänzt

Schuhe putzen für Peru

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Als Schuhputzer trugen auch diese fünf Jugendlichen aus der G8a der Goetheschule auf dem Dieburger Marktplatz zu den 2 700 Euro bei, die die Aktion an insgesamt vier Standorten zugunsten armer Schulkinder in Peru einbrachte.

Dieburg - Als Schuhputzer haben Dieburger Schüler 2700 Euro für bedürftige Kinder in Peru verdient. Die G8a der Goetheschule nahm auch mit dem Verkauf von Engelchen viel Geld für den guten Zweck ein. Von Jens Dörr 

Für die Gymnasialklasse G8a der Dieburger Goetheschule fiel kürzlich der Unterricht einen Tag lang aus. Auf der faulen Haut lagen die rund zwei Dutzend männlichen und weiblichen Jugendlichen trotzdem nicht: An vier Stellen in Dieburg und Groß-Zimmern engagierten sie sich sogar bis in den späteren Nachmittag hinein für eine gute Sache. Als Schuhputzer und Verkäufer von Engelsfiguren – passend zur Adventszeit – verdingten sie sich sieben Stunden lang. Das Ergebnis: 2 700 Euro, die bald Kindern in Peru zugute kommen werden, deren Eltern sich das dort fällige Schulgeld nicht leisten können.

Die Schuhputzaktionen, die Goetheschullehrer Karl Rupp einst bei einem Pressetermin gar als „inzwischen schon legendär“ bezeichnet hatte, werden in der Tat bereits seit mehreren Jahren von Schülern der mehr als 900 Jugendliche unterrichtenden Bildungsstätte für Fünft- bis Zehntklässler durchgeführt. Die Goetheschule ist eine „UNESCO-Projektschule“ – und sensibilisiert ihre Schüler als Mitglied dieses Netzwerks für Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Bekämpfung von Armut und Elend. Davon zeugen schon seit Jahren der Betrieb von „Goethes Weltladen“, der gemeinnützige Weihnachtsflohmarkt und das Verschicken von Kartons mit Hygieneartikeln in die peruanische Partnerschule, das Colegio Valle Sagrado. Deren Schüler, mit denen die aktuellen Dieburger Achtklässler bereits via Skype Kontakt hergestellt hatten, werden nun vom eingenommenen Geld profitieren. Erzielt wurde die Summe durch das Schuhputzen und den Engelchen-Verkauf auf dem Marktplatz, im Kaufland, im Rewe und dem Groß-Zimmerner Real.

Auf dem Marktplatz warteten fünf Schüler der G8a nicht nur einfach auf schmutzige Schuhe, sondern sprachen die Passanten auch offensiv und zugleich höflich an. „Es ist kalt – und besser als Mathe“, lautete ihre Zwischenbilanz, als sie sich gerade in einer nahen Bäckerei gestärkt hatten. Dabei schwang auch Stolz mit, sich für etwas Sinnvolles einzusetzen. Die Schüler können sicher sein, dass ihr Erarbeitetes an der richtigen Stelle ankommen wird: Der Dieburger Norbert Reiß, der sich schon länger in Peru engagiert und bereits mehrfach dorthin geflogen ist, soll dies im Rahmen seiner nächsten Reise sicherstellen. Ganz unbedarft ob der Situation im südamerikanischen Staat gingen die Schüler ihr Unterfangen ebenfalls nicht an: In Erdkunde sowie „PoWi“ (Politik und Wirtschaft) war Peru bereits als Thema angeklungen.

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