Eintauchen ins Meer der Möglichkeiten

+
Einen bunten Luftballonstrauß mit den angehängten persönlichen Wünschen des Kollegiums gab es für Silke Werner-Lehr zu ihrer offiziellen Amtseinführung.

Dieburg - Bei Feierlichkeiten im Schloss geht es zumeist förmlich und wenig ausgelassen zu. Nicht so in Dieburgs neuestem Schloss, auch Gutenbergschule genannt. Von Laura Hombach

Bereits zum dritten Mal innerhalb ebenso vieler Monate bewiesen die Schlossbewohner, dass man in den neuen Räumlichkeiten nicht nur prima lernen, sondern auch ebenso gut feiern kann. Nach der Einweihung des neuen Schulgebäudes Ende Januar und der Verabschiedung der bisherigen Schulleiterin Birgitt Schmidt-Walter Anfang Februar, stand am Donnerstag mit der offiziellen Amtseinführung von Silke Werner-Lehr ein weiterer guter Grund zum Feiern an.

Musikalische Fröhlichkeit

Und da es sich bei der Gutenbergschule um ein besonderes Schloss handelt, herrschte hier statt steifer Etikette musikalische Fröhlichkeit. So übte sich auch der versammelte Hofstaat weniger in würdevoller Distanz gegenüber seiner neuen Regentin, denn in herzlicher Nähe. Kein Wunder, denn die Neue ist dem Kollegium, den Eltern und Kindern eine Altvertraute. Schon im Jahr 2000 hatte die 1971 in Dieburg geborene Werner-Lehr ihre Stelle an einer Schule in Offenthal hinter sich gelassen, um das Team der Gutenbergschule zu verstärken. Seit 2004 tat sie das auch in der Funktion der Konrektorin.

Hinter Werner-Lehr stand bei ihrer Bewerbung auf den Schulleiter-Posten nicht nur die damals Noch-Schulleiterin, sondern auch das Kollegium, verriet Schulamtsdirektor Dieter Eitel. Auch er wusste aufgrund der langen Zusammenarbeit mit Werner-Lehr ein Loblied auf ihre Beratungs- und Kommunikationskompetenz sowie ihr Organisationstalent zu singen. Von guter Zusammenarbeit war ebenso in den Redebeiträgen der Vertreter der Dieburger Kindergärten, der Schulen, der Nachmittagsbetreuung, des Fördervereins und nicht zuletzt auch ihrer Vorgängerin im Amt, Schmidt-Walter, die Rede.

Sprung ins kalte Wasser

Für sie komme der von ihr eingeschlagene Weg dennoch einem Sprung ins kalte Wasser gleich, gestand Werner-Lehr. Allerdings ein Sprung, der zugleich auch ein Eintauchen in das Meer der Möglichkeiten bedeute. Erleichtert habe ihr die Entscheidung, dass sie den Sprung von einem vertrauten Ufer aus habe machen können. Einem Ufer, an dem viele liebe Menschen stünden, erklärte Werner-Lehr, um dann noch einmal einzeln viele der versammelten Menschen aufzuzählen und ihnen zu danken. Ganz besonderer Dank ging dabei an die Familie der dreifachen Mutter. „Ohne die Unterstützung meiner Familie hätte ich diesen Schritt nicht gewagt“, erklärte Werner-Lehr.

Sie betonte, dass sie sich auch weiterhin in erster Linie als Lehrerin sehe. Sie sei eher Mitgestalterin als Schulleitung, wobei das Gestalten bei den Bedürfnissen der Kinder ansetzen müsse. Ein pädagogischer Ansatz, den die kleinen Gutenbergschüler zu würdigen wissen. „Die Kinder lieben sie“, erklärte eine Mutter, die Werner-Lehr als jemanden beschrieb, der „jedem mit der gleichen Aufmerksamkeit und Freundlichkeit begegnet“.

„Kinder sind keine Fässer“

„Kinder sind keine Fässer, die gefüllt werden müssen, sondern Feuer, die angezündet werden wollen“, fand Werner-Lehr einen bildhaften Ausdruck für ihren pädagogischen Ansatz. Als eifrige Feuerentfacherin hat sie sich in der Vergangenheit etwa auch im Bereich des frühen Fremdsprachenlernens betätigt.

Nicht immer leicht wird der Weg sein, der nun vor der sympathischen Dieburgerin liegt, gilt es doch auch so große Aufgaben wie die Gestaltung der Ganztagsschule zu bewältigen. Dass das Eintauchen in das Meer der Möglichkeiten für Werner-Lehr und die Gutenbergschule zur erfolgreichen Schatzsuche werden wird, daran hegen die Kollegen, Eltern und Mitstreiter wohl keinen Zweifel. Vom Kollegium in Liedform gebracht hört sich dieses Vertrauen in die Schaffenskraft ihrer neuen Schulleiterin so an: „Nichts ist ihr zu schwer, sie ist ‘ne Werner-Lehr“.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare