Schulpolitik

Entschärftes G8 oder doch Rückkehr zu G9?

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An der Goetheschule ist noch nichts entschieden: Schulleitung, Lehrer und Eltern arbeiten noch an zwei Konzepten.

Dieburg - Ziemlich still war es geworden in den vergangenen Monaten: Weder Schulleitung noch Elternvertreter der Goetheschule Dieburg wollten sich zuletzt näher äußern, wie die Schule künftig mit ihrem Gymnasialzweig verfahren wird. Von Jens Dörr

Dort absolvieren die Schüler derzeit fünf Jahre, denen dann meist noch drei folgen, in der Regel auf der Alfred-Delp-Schule. Fünf plus drei macht acht - G8, also der in der öffentlichen Wahrnehmung als „Turbo-Abitur“ eher negativ geprägte Weg zum Schulabschluss. Früher – und auch heute in einigen umliegenden Städten und Gemeinden (zum Beispiel an der Albert-Schweitzer-Schule in Groß-Zimmern) – waren es neun Gymnasialjahre und inklusive der Grundschule insgesamt 13 Jahre bis zum Abitur.

Auch an der Goetheschule hatte sich Widerstand geregt – einerseits durch Eltern aktueller Gymnasiasten, aber auch durch Eltern von Viertklässlern der Marien- und Gutenbergschule, die inzwischen die Grundschulen verlassen haben und häufig auf die Goetheschule gewechselt sind. Unter anderem in eine Mahnwache hatte das gemündet. Eltern hatten vor der Goetheschule und auch auf anderem Weg gegen die Beibehaltung von G8 in seiner bisherigen Form demonstriert.

Konstruktiver Dialog

Längst ist der Protest aber einem offenbar konstruktiven Dialog gewichen: Schulleitung, Lehrer und Elternvertreter haben in den vergangenen Monaten an zwei internen Konzepten für die Zukunft des Gymnasialzweigs der Goetheschule gearbeitet. „Diese beiden Konzepte werden am 22. Januar abgegeben“, sagte Schulleiter Christof Maruschka am Donnerstag auf Nachfrage unserer Zeitung.

In der letzten Januar-Woche werde dann die Schulkonferenz eine Entscheidung fällen, welches der gemeinsam erarbeiteten Konzepte für die Zukunft maßgeblich sein werde. Das bestätigte auch der Schulelternbeirat, der herausstellte, die „Emotionalität“ der Anfangsphase sei inzwischen herausgenommen worden – und das sei gut und wichtig so gewesen. Auch habe die Arbeit an den Konzepten unabhängig von den Diskussionen rund um G8/G9 im Hessischen Landtag stattgefunden.

Eine Art entschärftes G8

Die beiden Konzepte, die bis zum 22. Januar fertig sein sollen, sehen unterschiedliche Lösungen der für viele Schüler und Eltern offenbar inakzeptablen jetzigen G8-Form vor. Eine Lösung wäre eine Art entschärftes G8 – unter anderem mit der Vermittlung von weniger Inhalten, mit mehr Phasen zum Einüben, eben weg vom oft kritisierten „Einpauken und Ausspucken“. Die andere Lösung wäre die Rückkehr zu G9. Dann lägen für die Schüler künftig wieder sechs statt fünf Gymnasialjahre vor den drei Jahren an der Oberstufe. Das Ergebnis ist derzeit ebenso offen wie die Antwort auf die Frage, ob die Umsetzung der Konzepte schon zum Schuljahr 2013/14 gelingen könnte und damit bereits die jetzigen Viertklässler von Gutenberg- und Marienschule beträfe.

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