Kreis stellt Delp-Schule Planung vor

Schulrochade: „Die ADS ist jetzt am Zug“

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Da sich eine Sanierung der heutigen ADS (links im Bild) nicht lohnt, soll auf dem ehemaligen Sportplatz (rechts hinten) auf der Leer eine neue Schule entstehen. Weiter offen ist, ob dort Delp- oder Goetheschüler einziehen werden. Bis Oktober soll eine Entscheidung fallen. In der Bildmitte im Hintergrund: die ABC-Halle.

Dieburg - Die Zukunft der Dieburger Alfred-Delp-Schule (ADS) und der Goetheschule soll bis Oktober entschieden werden. Von Jens Dörr 

Landkreis, Planungsbüro, Delp-Schule sowie bisheriger und baldiger Dieburger Bürgermeister haben sich bei einem Treffen an der ADS ausgetauscht und die nächsten Schritte beschlossen. An den Planungen für eine Schulrochade wird weiter getüftelt. Insbesondere wurde der ADS nun ein Konzept vorgestellt, wie sie sich künftig an der Goetheschule einrichten könnte. Die Goetheschüler würden in diesem Fall auf die Schulinsel auf der Leer umziehen, wo auf dem ehemaligen Sportplatz ein Schulneubau errichtet werden soll (wir berichteten). Das Team des Landkreises um seinen Schuldezernenten Christel Fleischmann (Grüne) sowie die in Köln und Stuttgart beheimatete Planungsfirma büroschneidermeyer hatten in den vergangenen Wochen den Bestand der Räumlichkeiten an der heutigen Goetheschule aufgenommen und Vorschläge erarbeitet, wie diese an die infrastrukturellen Bedürfnisse der ADS angepasst werden könnten. Diese steht dem bisher für die ADS geplanten Neubau auf der Leer kritisch gegenüber, weil die Delp-Schule kleiner würde beziehungsweise einen Teil seiner jetzigen Fläche in ein von mehreren Schulen genutztes „Campus-Haus“ auslagern soll.

Die kritische Haltung der ADS beantwortete Fleischmann mit dem überraschenden Vorschlag einer Schulrochade: ADS ab in die bestehende Goetheschule (die zumindest rein nach Quadratmetern mehr Platz als die heutige Delp-Schule bieten würde) und Goetheschule ab in einen Neubau auf der Leer.

Nun berichtet Fleischmann gegenüber unserer Zeitung: „Wir haben der ADS die Planung vorgestellt.“ Beim Treffen entschuldigte sich Fleischmann bei der Schule dafür, dass ihr die Planung anders als von ihm zunächst angenommen nicht schon Anfang Juni zugegangen war. „Das war ein Fehler von mir. Wir hatten Planungen vorliegen, die der Schule aber nicht weitergegeben wurden“, klärt er die Irritationen auf. Die ADS hatte behauptet, vom Kreis keine Planung erhalten zu haben. Die konnte die Schule nun im Beisein der Bürgermeister Werner Thomas (CDU) und Frank Haus (parteilos) einsehen.

Für eine Bewertung sei es aber noch zu früh, sagt ADS-Leiterin Bettina Wannowius: „Wir müssen uns das nach den Sommerferien erst einmal genauer anschauen.“ Dafür hatte die Schule noch vor Ferienbeginn ihren bisherigen Bauausschuss in zwei Gruppen unterteilt. Eine befasst sich mit der Planung für den Umzug an die Goetheschule, die andere weiter mit der Gestaltung eines Neubaus auf der Leer. „Unsere Wunschschule kriegen wir sowieso nicht“, sagt Wannowius. „Es geht jetzt darum, das Bestmögliche herauszuholen.“

Fleischmann will nun erst einmal die Rückmeldung des 720 Schüler zählenden Oberstufen-Gymnasiums abwarten: „Die ADS ist jetzt am Zug. Die letzte Entscheidung liegt natürlich bei uns.“ Wannowius hofft, dass jetzt wieder ergebnisoffen geprüft werden kann. Anfang Juni klang es bei Fleischmann noch so, als sei der Umzug der ADS in die Goetheschule praktisch ausgemachte Sache. Nun scheint auch der ursprüngliche Plan – der Bezug eines Neubaus auf der Leer – wieder denkbar. Über den eigenen Austausch mit der Delp-Schule hinaus will der Landkreis nach den Sommerferien ein Gespräch zwischen ADS und Landrat-Gruber-Schule organisieren. Der Austausch zwischen beiden Schulen ist derzeit offenbar ausbaufähig.

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