Große Auswirkungen aufs „Dichter-Viertel“

Schulrochade: Oberstufengymnasium in der Goethestraße

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Die Goetheschule (unten) könnte in wenigen Jahren Heimat für das Alfred-Delp-Oberstufen-Gymnasium  werden. Nebenan im Altbau war die ADS schon einmal bis in die 70er hinein untergebracht, ehe man den Neubau Auf der Leer erhielt. Der soll abgerissen werden. Der vorgeschlagene Ersatzbau nebenan auf dem ehemaligen Sportplatz erschien der Delp-Schule nicht ausreichend, weshalb der Landkreis nun ihren Umzug will.

Dieburg - Im Sommer hat der Dieburger Anzeiger über den Plan des Landkreises Darmstadt-Dieburg berichtet, in Dieburg eine Schulrochade zwischen der Alfred-Delp-Schule (ADS) und der Goetheschule vorzunehmen. Nun ist der Plan so gut wie sicher. Von Jens Dörr 

Die ADS (Oberstufengymnasium, 650 Schüler) sollte nach dem Willen des Kreises als Schulträger in die derzeitige Goetheschule umziehen, weil der ADS der für sie geplante Neubau auf dem ehemaligen Sportplatz Auf der Leer nicht ausreichend erschien. Diesen noch zu realisierenden Neubau zwischen neuer Gutenbergschule und ABC-Halle sollte stattdessen die Goetheschule (5. bis 10. Klasse, 900 Schüler) bekommen. Genau diese große Umwälzung für Dieburgs Schullandschaft scheint nun tatsächlich so gut wie sicher. Damit verbunden wären auch große Auswirkungen aufs „Dichter-Viertel“, das die jetzige Goetheschule umgebende Gebiet mit Goethe- und Schillerstraße.

„Ich habe eine bedeutende Mitteilung zu machen“, sagte Bürgermeister Frank Haus (parteilos) zu Beginn der Stadtverordnetensitzung am Donnerstagabend im Rathaus. Dann ließ er öffentlich die Katze aus dem Sack und wiederholte im Kern das, was bereits am Nachmittag der Kreis-Schuldezernent Christel Fleischmann (Grüne) unserer Zeitung bestätigt hatte: Es soll tatsächlich zum Schultausch kommen.

Die Goetheschule

„Wir wollen die Rochade machen“, drückte es Fleischmann aus, kurz nachdem er es den Leitungen von ADS (Bettina Wannowius) und Goetheschule (Christof Maruschka) mitgeteilt hatte. Haus derweil berichtete von einem Gespräch mit Fleischmann eine Woche zuvor und einer nun eingeläuteten „Planungsphase 0“, die bis Sommer 2018 abgeschlossen sein soll. Denn auf die Stadt Dieburg kämen durch die Rochade vor allem deshalb massive Aufgaben zu, weil die Delp-Schüler scharenweise mit dem Auto ins „Dichter-Viertel“ kommen dürften. Da der Festplatz kein dauerhafter Großparkplatz werden soll und sich die Zahl der Parkplätze rund um die derzeitige Goethe- und baldige Delp-Schule in engen Grenzen hält, müssten viele neue Parkplätze geschaffen werden. Wie das gelingen könnte, deutete Haus bereits an: „Wir haben uns darauf verständigt, das Thema gemeinsam anzugehen. Es sollen Parkplätze auf dem Gelände des Tennisclubs entstehen, was auch bedeutet, dass das gesamte Gebiet neu geplant werden muss.“

Dazu zählen ein neuer Standort für den SV Blau-Gelb (der inzwischen nur noch aus einer Tennisabteilung besteht), womöglich aber auch für die Schlossgartenhalle. Dass die einige Meter neben dem jetzigen Standort neu gebaut werden soll, deutete am Nachmittag Fleischmann an. Haus nahm einen Neubau der offenbar sanierungsfälligen Drei-Feld-Halle am Abend bereits konkret in den Mund.

Man müsse derart massive Veränderungen im Viertel „auch aus verkehrlicher Sicht sehen und überlegen, inwieweit der Schwimmbad-Kreisel in die Planungen einbezogen wird“, sagte der seit nun 100 Tagen im Amt weilende Rathaus-Chef. Dies meint die Idee, durch eine neue Straße auch Pkw-Verkehr künftig zwischen Freibad und Konvikt zu ermöglichen. Bislang befindet sich dort nur ein Fuß- und Radweg, gelangt man einzig über die Schillerstraße zur Schlossgartenhalle, aber auch zur Halle des Turnvereins und zum SV DJK Viktoria. Eine solche Straße wiederum könnte besonders dann möglich werden, wenn im Rahmen der anstehenden Freibadsanierung die Technik einen neuen Platz auf dem Gelände des Bads finden würde. Die technischen Anlagen sind momentan im Gebäude direkt neben dem recht schmalen Weg, der Schwimmbad-Parkplatz und DJK verbindet.

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Fleischmann nannte am Donnerstag die Schaffung ausreichender Parkplätze für die Delp-Schüler im „Dichter-Viertel“ das „Schlüsselereignis“, durch das alles endgültig ins Rollen kommen könnte. Er deutete auch an, dass die umwälzenden Pläne in ADS und Goetheschule nicht nur auf Gegenliebe gestoßen seien. Doch nur in der Goetheschule könne die ADS ihre raumkonzeptionellen Vorstellungen umsetzen. Allerdings würden bei einem Umzug trotzdem noch „Umbauten“ in der Bildungsstätte an der Goethestraße (wo die ADS bis in die 70er schon einmal beheimatet war) nötig.

Von konkreten Terminen zu sprechen, ist bei alldem derzeit noch unseriös. Die Schulleitungen von ADS und Goetheschule wollen erst noch ihre Kollegien informieren und in wenigen Tagen Stellung beziehen.

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