IG kämpft um Wiedereröffnung des „Bowling Center Rhino“

Schwarze Zahlen oder 30 000 Euro Miese?

Die Interessengemeinschaft - hier vor dem „Rhino“ - hat knapp 600 Unterschriften gesammelt.Fotos (2): Dörr

Dieburg ‐   Leer war es im Dieburger „Bowling Center Rhino“ nie - aber offensichtlich nicht voll genug. Seit Juni hat der Treff für Bowler, Kegler und Tennisspieler im Industriegebiet Nord seine Schotten dicht gemacht, dicht machen müssen. Viele Stammgäste und Sympathisanten hoffen aber noch immer auf eine Wiedereröffnung. Der Insolvenzverwalter kann aktuell dagegen nur bedingt Zuversicht verbreiten. Von Jens Dörr

Thomas Göbel ist bereits seit 20 Jahren für das „Bowling Center Rhino“ tätig. Der 47-Jährige bildete unter Geschäftsführer Egon Schaffrina gemeinsam mit Betriebsleiter Bernd Popiol das personelle Herz des rund fußballfeldgroßen Areals nahe dem Nordring. Zehn Mitarbeiter beschäftigte das „Rhino“ vor seiner Schließung - darunter zwei Vollzeitkräfte. Doch Ende 2008 musste Schaffrina mit der Rhino Sportpark Limited Insolvenz anmelden.

„Im Sommer gibt es einige schlechte Monate, das war aber schon immer so“, sagt Göbel, der mit seinen Mitstreitern noch nicht aufgegeben hat. Unterstützt wird er vom Bowling-Sportverein Dieburg und weiteren Vereinen aus der Region. Die unterstützten ihn auch bei einer Unterschriftenaktion für den Weiterbetrieb des „Rhino“, die 600 Signaturen brachte. „Wir sind überzeugt, dass wir den Laden weiterführen können, ohne dass die Volksbank Maingau als Eigentümerin der Immobilie weiteres Geld zuschießen müsste“, bringt es Göbel auf den Punkt. „Das von uns vorgelegte Betriebskonzept sieht auch die zukünftige Rückführung der Schulden vor.“

Bei der Volksbank hält man sich zum Fall bedeckt. Pressesprecher Udo Heberer: „Jeder darf davon ausgehen, dass wir prinzipiell an einem Weiterbetrieb interessiert sind.“ Warum die Immobilienverwaltung dem vorgelegten Plan der IG nicht zugestimmt hat, führt Heberer nicht aus und verweist für Auskünfte an Rechtsanwalt Olaf Sührer aus Darmstadt. Er führt als Insolvenzverwalter die Geschäfte seit Januar 2009.

Sührer allerdings kennt „bisher kein Fortführungskonzept der Interessengemeinschaft“. Die Bestrebungen der IG seien ihm allerdings bekannt. Mehr als zwölf Monate lang habe Sührer den Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten, dann sei das nicht mehr möglich gewesen. Die Volksbank habe Geld drauf gelegt und das „Rhino“ in knapp einem Jahr ein Minus von 30 000 Euro gemacht. Sührer: „Irgendwann war die Schmerzgrenze erreicht.“

Die IG, die das „Rhino“ am Leben erhalten will, ist allerdings der Ansicht, dass der reine Betrieb von Bowling- und Kegelbahnen, Umkleidekabinen und Duschen, Gastronomie- und Dartbereich sowie der Tennishalle gewinnbringend zu bewerkstelligen seien. Vielmehr sei das Problem, dass ein neues Büro- und Wohngebäude auf demselben Gelände - aktuell ruhen dort die Arbeiten - durch die „Rhino“-Einnahmen habe mitfinanziert werden sollen, meint Göbel. Damit habe sich die Rhino Sportpark Limited wohl etwas übernommen. Göbel ist sicher: „Wir würden in den schwarzen Zahlen arbeiten.“ Insolvenzverwalter Sührer bleibt seinerseits dabei: „Es sind nicht genug Leute gekommen. Auch bezüglich Restrukturierungen wie Verkürzung der Öffnungszeiten haben wir das Mögliche bereits vorgenommen.“

Nun will die Volksbank als Financier der Immobilie dieselbe verkaufen, stand zuletzt auch in Verhandlungen mit Interessenten. Allerdings deutet sich an: Der ursprünglich vorgesehene Preis von 900 000 Euro für das Areal samt draufstehender Gebäude wird nicht zu erzielen sein.

Thomas Göbel und seine Verbündeten stehen in jedem Fall bereit, sollte das „Rhino“ wiederbelebt werden.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare