40 Sternsinger aus Dieburg und Groß-Zimmern morgen bei Bundespräsident Gauck

Segen für Schloss Bellevue

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Hanna, Samuel, Sophie, Antonia, Elina und Benedikt (vordere Reihe von links), sowie Matthias Göbel, Andreas, Elias, Paul, Johannes und Markus Konrad (hintere Reihe von links) freuen sich, dass sie stellvertretend für eine halbe Million anderer Sternsinger aus ganz Deutschland zum Bundespräsidenten nach Berlin fahren dürfen.

Groß-Zimmern/Dieburg - Zehn Sternsinger aus Groß-Zimmern und Dieburg erwartet ein ganz besonderes Erlebnis. Von Ulrike Bernauer

Am Dreikönigstag, dem morgigen Sonntag, werden sie ihren Segensspruch nicht in einer der beiden Gersprenzgemeinden über die Türen schreiben, sondern über das große Tor von Schloss Bellevue, dem Amtssitz von Bundespräsident Joachim Gauck in Berlin.

Die zehn Kinder im Alter von neun bis 15 Jahren freuen sich auf die Fahrt nach Berlin, sind aber auch alle ein wenig aufgeregt. „Ich freue mich, eine so berühmte Person von ganz nahem zu sehen“, sagt Benedikt Halbig (11 Jahre), relativiert aber auch gleich wieder: „Es ist egal, ob wir das Segenszeichen über die Tür von Schloss Bellevue malen, oder hier in Groß-Zimmern oder Dieburg, wichtig ist die Aktion.“

Schwerpunktland Tansania

Tansania ist in diesem Jahr das Land, das den Löwenanteil der Gelder erhält, die bei der Sternsingeraktion gesammelt werden. Über das afrikanische Land haben die Sternsinger nicht nur in Dieburg und Groß-Zimmern etliches erfahren, sondern alle Sternsinger bundesweit. „Wir haben einen Film gesehen“, erzählt Hanna Wendt (12 Jahre), „da wurde ein Mädchen gezeigt, über dessen Bein ist ein Bagger gefahren und die konnte gerettet werden, weil die Krankenstation schon von dem Geld von anderen Aktionen ausgebaut wurde“.

Von dem Schwerpunktland Tansania, wo die medizinische Versorgung weiter ausgebaut werden soll, werden die Dieburger und Zimmerner Kinder dem Bundespräsidenten bei ihrem Besuch erzählen. Zusammen mit noch knapp 40 anderen Kindern aus dem Bistum Mainz, Kindern aus Süd- und Rheinhessen, werden sie stellvertretend für die rund eine halbe Million Sternsinger, die in Deutschland in diesen Tagen den Segensspruch an die Tür malen, Joachim Gauck besuchen.

Die neunjährige Elina Halbig darf das Segenszeichen anbringen, Johannes Röschner (15 Jahre) wird die Leiter halten, die sie sicher benötigen wird.

Dreitägige Reise in die Bundeshauptstadt

Ausgewählt wurde das Bistum Mainz für den hohen Besuch, weil es im vergangenen Jahr den Start für die bundesweite Sternsingeraktion in Mainz ausgerichtet hatte. Bei der Organisation vor einem Jahr war auch ganz maßgeblich Betreuer Matthias Göbel beteiligt, weshalb er jetzt zusammen mit Gemeindereferentin Jutta Moka die Zimmerner Kinder aussuchen durfte, die jetzt auf die dreitägige Reise in die Bundeshauptstadt gehen dürfen. Sie sollten aus möglichst vielen Altersstufen kommen, Jungen und Mädchen sollten beteiligt sein und alle Kinder sind schon häufig als Sternsinger durch die heimischen Straßen gelaufen.

Die knapp 50 Kinder aus dem Bistum bringen dem Bundespräsidenten ein Geschenk mit, ein Buch über den Mainzer Dom. Viel wichtiger ist aber noch ein anderes Mitbringsel: Einen Erste-Hilfe-Koffer werden sie dem Präsidenten überreichen und den Inhalt bekommt der höchste Mann im deutschen Staate gleich auch noch dazu. Antonia Schulte wird Gauck eine Spritze übergeben, „die braucht man in Tansania, um die Kinder impfen zu können“, wird sie dem Präsidenten erklären. Verbandszeug haben die Sternsinger im Gepäck, aber auch einen Sehtest, den der Bundespräsident auch absolvieren soll.

Ereignisreiche Tage

Gespannt sind die Kinder, ob sie auch eine Führung durch Schloss Bellevue bekommen. Bei ihren Vorgängern stand das immer auf dem Programm. Auf jeden Fall haben sie drei ereignisreiche Tage in Berlin vor sich. Sie fahren mit der Bahn, die die Zugfahrt spendiert hat, werden im Sankt-Michaels-Heim wohnen und von Berlin natürlich noch ein bisschen mehr sehen als den Amtssitz des Bundespräsidenten.

Am Dreikönigstag werden sie morgens erst einen Gottesdienst besuchen, nach dem Besuch beim Bundespräsidenten erwartet die Kinder eine Stadtrundfahrt. Große Aufmerksamkeit ist den Sternsingern aus dem Bistum Mainz gewiss, im Morgenmagazin von ZDF und ARD wird man sie sehen und abends sicher in der Hessenschau.

Aber wie Benedikt schon sagte, es ist egal, ob man in Groß-Zimmern, Dieburg oder Berlin das Segenszeichen an die Tür malt. Wichtig ist die Aktion und dass die Sternsinger jedes Jahr etwas über das Leben von Kindern in anderen Ländern erfahren. „Wir wollen die Kinder zu weltoffenen Bürgern erziehen“, so Diözesanjugendseelsorger Markus Konrad, der ebenfalls mit nach Berlin fährt. So werden die Sternsinger 2014 mit genauso viel Spaß wieder durch Groß-Zimmerns und Dieburgs Straßen ziehen.

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