Seit 16 Jahren in der Rheuma-Liga engagiert

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Den Landesehrenbrief erhielt Irmgard Lilienthal aus den Händen des Kreisbeigeordneten Dieter Emig.

Dieburg - Im Alter wollen die meisten es lieber etwas ruhiger angehen lassen und sich nicht zusätzliche Arbeit und Verantwortung ins Haus holen. Von Michael Just

Bei Irmgard Lilienthal ist das anders: Die heute 78-Jährige gründete 1995 die Selbsthilfegruppe Dieburg und Umgebung der Rheuma-Liga Hessen (derzeit rund 60 Einzelgruppen) mit.

Bereits ein Jahr später übernahm sie das Amt der Rechnerin. 1999 wurde sie an die Spitze gewählt. Seitdem führt die Reinheimerin die Gruppe als Vorsitzende und ist damit seit 16 Jahren im Vorstand aktiv.

Für ihr vorbildliches Engagement gab es dafür jetzt den Landesehrenbrief des Landes Hessen. In Vertretung des Landrats überreichte Kreisbeigeordneter Dieter Emig die Auszeichnung im Rahmen des Sommerfests des Vereins in einer Dieburger Gaststätte.

2005 konnte die Vereinigung die stolze Zahl von 250 Mitgliedern vermelden. Derzeit liegt sie bei 170. „Die Schließung des Hallenbades hat uns sehr getroffen“, erzählt die ehemalige Einzelhandelskauffrau. In der Folge ging die Zahl der Wassertherapie-Gruppen von zwölf auf sechs zurück.

Beim Sauna- und Badebetrieb Hering in Dieburg wurde ein adäquater Ersatzort gefunden. Zu den Wasser- kommen noch fünf Trockengruppen, die die gegen das Rheuma so wichtige Bewegung umsetzen.

Ein besonderes Anliegen ist es für Lilienthal, Betroffene wie Nicht-Betroffene über die Beschwerden am Stütz- und Bewegungsapparat mit den ziehenden und reißenden Schmerzen aufzuklären: „Rheuma ist nur ein Überbegriff, unter dem sich 400 einzelne Krankheiten verbergen. Das reicht von Gicht bis Osteoporose“, sagt sie. Keine Form sei bisher heilbar. Jedoch ließe sich dem Fortschreiten entgegensteuern. Ebenfalls für Lilienthal ein wichtiger Punkt: Es trifft nicht nur die Älteren. „Auch Kinder können diese Entzündungen bekommen“, weiß die 78-Jährige, die unter Arthrose leidet.

Neben den Therapien, die teilweise von den Krankenkassen bezahlt werden, ist die Geselligkeit ein ganz wichtiger Punkt im Selbsthilfeverein. „Gemeinsam statt einsam“ gilt neben „Bewegung ist die beste Medizin“ als das wichtigste Motto. Dafür sprechen diverse Feste, Theaterfahrten, Tagesausflüge etwa an die Mosel oder ein monatlicher Kaffeenachmittag. Federführend und auch hier ehrenamtlich stets an erster Stelle: Irmgard Lilienthal.

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