Selbstständig leben, Pflege in Reichweite

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Vorsichtig dirigiert Bauführer Roman Sabeder (von links) den Kranfahrer, der die Betonplatte über dem Grundstein einschweben lässt. Bürgermeister Dr. Werner Thomas, Pfarrer Dr. Klaus Bartl und Klaus Hellwege packen mit an.

Dieburg ‐ Aus luftiger Höhe schwebt die Betonplatte ein. Bauführer Roman Sabeder dirigiert den schweren Block, der an Ketten vom Kranarm hängt. Zuvor haben Bürgermeister Dr. Werner Thomas, Harald Hellwege (Merkur Sozialimmobilien) als Bauherr, Pfarrer Dr. Klaus Bartl (Mission Leben) und Frank Kadereit, Geschäftsführer der Tochter-GmbH „Mission Leben im Alter“ als Betreiber, fleißig Mörtel aufgetragen. Von Lisa Hager

Die Platte sitzt und damit ist die Bulle mit Zeitungen, Münzen, Urkunde und einem Emblem von St. Martin, dem Schutzheiligen der Stadt, fest versiegelt. Die Grundsteinlegung für das Haus Priska auf dem Gelände des früheren Schlachthofs ist erst gestern über die Bühne gegangen, obwohl das Erdgeschoss des künftigen Seniorenzentrums bereits steht. „Das ist werbewirksamer, als wenn wir hier mitten in einem Schlammloch gestanden hätten“, sagte Bartl vor vielen geladenen Gästen mit Augenzwinkern. Die Mission Leben sei ein diakonisches und gemeinnütziges Unternehmen der Stiftung Innere Mission Darmstadt, erläuterte er. „Wir haben 160 Jahre Erfahrungen im Bereich soziale Dienstleistungen.“ In insgesamt 19 Einrichtungen betreue man rund 8000 Menschen. Schwerpunkt sei die Altenhilfe mit 13 Einrichtungen und drei Pflegeschulen. Derzeit werde in Darmstadt ein ähnliches Zentrum wie hier in Dieburg gebaut.

Vorgestellt wurde bei dieser Gelegenheit auch die Leiterin des Zentrums, Kerstin Wick-Suttner (48), die die Einrichtung bereits am Donnerstag dem Seniorenbeirat im Detail präsentiert hatte.

Seniorenzentrum bekommen mehr Hotelcharakter

„Der Trend geht eindeutig weg von der grünen Wiese in die Stadtzentren“, sagte Investor Hellwege, dessen Firma, die zur Merkur-Gruppe in Rüsselsheim gehört, seit sechs Jahren auch Sozialimmobilien baut. Beim Haus Priska sei das in vorbildlicher Weise geglückt. Die künftigen Bewohner hätten nur ein paar hundert Meter bis zur Stadtmitte. Aber auch die Erscheinungsform von Senioren- und Pflegeheimen habe sich geändert. „Die Gebäude bekommen immer mehr Hotelcharakter“, sagte er. Ganz wichtig sei heutzutage die Anschlussmöglichkeit von Betreutem Wohnen an eine Pflegeeinrichtung wie es hier vorgesehen sei. Für diese möglichst selbstständige Wohnform sind 15 Appartements von 50 bis 86 Quadratmetern vorgesehen. Sie werden Einbauküche, Internetzugang, Balkon oder Terrasse haben. Haustiere sind nach Absprache möglich. Eine Aufnahme in die vollstationäre Pflege ist möglich.

Geschäftsführer Frank Kadereit betonte, wie wichtig es sei, dass die Bewohner im gesellschaftlichen Leben und in der Kirchengemeinde integriert blieben. Daher plane man, von Anfang an ehrenamtliche Helfer ins Haus zu holen. Ihre Verbundenheit mit der künftigen, von einer evangelischen Stiftung getragenen Einrichtung zeigte Pfarrerin Dorothee Benner, die einen Segensgruß sprach.

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