Feier nach Ende der Baustellen

Kreisel an „Spieß-Kreuzung“ wird in fünf Wochen freigegeben

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Steinhaufen: Das Pflaster im Vordergrund des Fotos war als Übergangslösung im inneren Bereich des baldigen „Spieß-Kreisels“ verlegt und dann wieder entfernt worden. Im Hintergrund wartet schon ein Berg neuer Steine, die zusammen mit dem Spezialmörtel dann dauerhaft verlegt werden.

Dieburg - „Wir wollen das Ding fertig kriegen“, sagt Bürgermeister Dr. Werner Thomas über den Kreisel. Bei einem 3 000-Euro-Provisorium gab es eine „Basta-Entscheidung“ des Verwaltungschefs. Von Jens Dörr 

In fünf Wochen soll es an der „Spieß-Kreuzung“ rundgehen – und das im wahrsten Wortsinn: Bürgermeister Dr. Werner Thomas, der die Geschäfte nach der Wahl seines Nachfolgers Frank Haus noch bis zu dessen Amtsantritt Anfang August fortführen wird, hat die Fertigstellung des Kreisels am wichtigsten Dieburger Verkehrsknoten für den 15. Mai angekündigt. Ab diesem Tag sollen sich die Verkehrsteilnehmer ohne Ampeln in alle vier Himmelsrichtungen zerstreuen können.

„Bis zum 15. Mai wollen wir das Ding fertig kriegen“, sagte Thomas am Freitag im Gespräch mit dem Dieburger Anzeiger. Offiziell eingeweiht werde der Kreisel an diesem Tag allerdings nicht: „Erstmal wollen wir auch die Schießmauer fertig machen“, kündigt Thomas an. Zum Feiern der Umwandlung der ampelgeregelten „Spieß-Kreuzung“ in den „Spieß-Kreisel“ gebe es erst Anlass, wenn die anderen derzeitigen Straßenbauarbeiten (bis auf die noch bis 2018 hinein dauernde Burgweg-Sanierung) abgeschlossen seien. „Das darf dann also mein Nachfolger machen“, meinte Thomas.

In den vergangenen Tagen hatte am „Spieß-Kreisel“, der im Verbund mit einer ohnehin nötigen Straßenerneuerung realisiert wurde und ursprünglich früher fertig werden sollte, laut Thomas aber immerhin im Kostenrahmen von rund einer halben Million Euro bleiben werde, indes eine kurios anmutende Entwicklung für Stirnrunzeln bei Beobachtern gesorgt. Im inneren Teil des Kreisels wurde zunächst gepflastert – und wenig später das Pflaster wieder entfernt.

Thomas nennt den Grund: Das endgültige Pflaster könne wegen des dabei zu verwendenden Spezialmörtels erst dann verlegt werden, wenn man in den Nächten mehr als fünf Grad plus habe. „Und die hatten wir nicht“, so der Bürgermeister. Damit auf der Baustelle einerseits weitergearbeitet werden und andererseits der Verkehr zumindest in Nord-Süd- und Süd-Nord-Richtung (über Ampeln geregelt) wie in den vergangenen Monaten weiterfließen konnte, habe man sich für ein Provisorium mit einem anderen Pflaster, das schon nach kurzer Zeit wieder entfernt wurde, entschlossen. „Die Steine hatten wir noch da“, sagte Thomas. Allerdings fielen 3 000 Euro Arbeitskosten an. Die Beauftragung dieser ursprünglich nicht geplanten Arbeiten habe er selbst veranlasst: „Das war eine Basta-Entscheidung von mir“, so der Rathaus-Chef.

Als „Basta-Entscheidung“ hatten es zuletzt auch einige Dieburger empfunden, dass der Magistrat ohne Beteiligung des Stadtparlaments oder gar der Bürger beschlossen hatte, welches gestalterische Hauptelement den Kreisel im Herzen der Stadt künftig zieren soll. Eine der Interessengemeinschaft Dieburger Dreiecksrennen nahestehende Privatperson hatte dafür ein Relief mit Bezug zum einstigen Kultrennen, das in den vergangenen Jahren (freilich ohne den früheren Wettbewerbscharakter) mehrmals wieder auflebte, vorgeschlagen. Die Person habe auch die Übernahme der Kosten zugesagt. „Uns war im Magistrat bei der Entscheidung auch bewusst, dass zum Beispiel der KVD dort gestalterisch etwas machen wollte“, so Thomas. Man habe es aber als vom Magistrat selbst zu treffende Entscheidung – wie damals beim „Römerkreisel“ –aufgefasst.

Am „Polizeikreisel“, wo die einstige Kreuzung wie auch die „Spieß-Kreuzung“ zur Strecke des Dreiecksrennens gehörte, habe man auf die Gestaltung als Stadt keinen Einfluss nehmen können, da dieser Kreisel nicht auf städtischem, sondern auf Kreisgebiet liege. Thomas räumte allerdings ein, dass es Dieburgs Stadtgärtner seien, die den „Polizeikreisel“ im Rahmen einer „Amtshilfe“ pflegten. Mit Blick auf den KVD regte er an, dort könne man sich noch immer Gedanken um die Gestaltung des Kreisels an der ehemaligen Post machen, der schließlich wie der Kreisel an der ehemaligen „Spieß-Kreuzung“ am Weg des großen Dieburger Fastnachtsumzugs liege.

Unterdessen beinahe zu vernachlässigen ist die direkte Stromeinsparung, die die Stadt künftig durch den Wegfall der Ampeln an der ehemaligen „Spieß-Kreuzung“ spart: Thomas hat recherchieren lassen, dass die Pflege der Kreuzung und die dortigen Stromkosten bislang bei 1 000 Euro pro Jahr gelegen hätten. Die wesentlichere Entlastung der Umwelt erwartete der Bürgermeister durch den prognostizierten Umstand, dass am „Spieß-Kreisel“ künftig weniger Fahrzeuge mit laufendem Motor warten und dann wieder anfahren müssten als an den bisherigen Ampeln. Voruntersuchungen hätten ergeben, dass an dieser zentralen Stelle Dieburgs der neue Kreisel gegenüber dem bisherigen Status einen besseren Verkehrsfluss ermöglichen werde.

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