Schloss Fechenbach

Ein Sommerabend für Romantiker

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Geschichte zum Anfassen: Kreisbaumeister Kraus (Dr. Eberhard d´Orville, rechts) schmiedet mit Philipp Hugo von Fechenbach (Klaus Rüth) Umbaupläne für das Stadtschloss. 

Dieburg - Romantikern schlug am Samstagabend die große Stunde. Zarte Klaviermelodien begleiteten die Gäste im Park des Schloss Fechenbach, die sich munter mit einem Gläschen Sekt auf die das folgende Programm einstimmten: Ein abendlicher Spaziergang wie zu Zeiten des Freiherrn von Fechenbach. Von Ursula Friedrich

Ein paar zarte Verse vom Dichterfürsten Goethe, ja selbst der Ginkobaum schien einen Versuch zu unternehmen, dem Motto des Abends gerecht zu werden und ließ herzförmige Blätter an seinen Ästen sprießen.

Der „Romantische Sommerabend“ des Museumsfördervereins zog mühelos die 85 Gäste in den Bann eines feinen Gespinsts aus zarter Prosa, historischen Episoden und stimmungsvollen Melodien. Abgerundet wurde das nostalgische Erlebnis für alle Sinne mit einem römischen Büfett unter freiem Himmel.

„Wir decken heute 2 000 Jahre Geschichte ab“, schmunzelte Klaus Rüth, Vorsitzender des Fördervereins, der aus gegebenem Anlass ins seidene Gewand des Philipp Hugo von Fechenbach geschlüpft war. Gemeinsam mit Kreisbaumeister Kraus, alias Dr. Eberhard d ´Orville, ließ er vor seinem Publikum eine historische Begebenheit aufleben. Denn Kraus hatte im Auftrag des Freiherren das spät-barocke Dieburger Stadtschloss um 1840 zum klassizistischen Ensemble umgeplant.

Während die Gäste den Ausführungen von Museumsmitarbeiterin Karin Zulauf lauschten, die zum romantischen Spaziergang im Park viel Fachwissen beisteuerte, liefen im Museum die letzten Vorbereitungen für ein sinnliches Abendessen.

„Käse- und Olivenpaste, lukanische Würstchen, Datteln im Speckmantel...“, Karin Verbis-Glasbrenner listete mühelos die Köstlichkeiten auf, die sie mit ihrem Team zubereitet hatte. So, wie einst die Römer speisten, sollte auch das Publikum des 21. Jahrhunderts verwöhnt werden.

„Für uns ist es eine Herausforderung, für so viele Menschen zu kochen“, sagte die Küchenchefin, die im Museum regelmäßig Kochkurse anbietet und die Mitarbeiter für diesen Anlass als Küchenhelfer rekrutieren konnte.

Das liebevoll hergerichtete Büfett rundete die romantische Exkursion ab. Initiiert habe die Veranstaltung zunächst die Stadt Dieburg, plauderte Klaus Rüth, die als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Garten Rhein-Main in der Pflicht war, eine Veranstaltung unter dem Motto „Romantik im Grünen“ zu stemmen. Schnell war der Förderverein als idealer Partner für diese Veranstaltung ausgedeutet worden.

Der Erlös des romantischen Intermezzos soll ganz uneigennützig dem Museum zugute kommen. Allerdings haben die Förderer, die sich 2004 zum Verein zusammenschlossen eine Vision. Ihr Wunsch: Auf dem Museumsvorplatz soll ein dreischaliger, römischer Brunnen sprudeln. Vielleicht, so Rüth, könnte sich der Verein diesen Herzenswunsch erfüllen, wenn 2014 der zehnte Geburtstag des Fördervereins ansteht.

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