Sonne lacht zur Fassenacht

Dieburg ‐ 2010 ist ein gutes Jahr für Fastnachter: Nachdem sich in den vergangenen Kampagnen ein eher trüber Himmel über das bunte Treiben in der Innenstadt gespannt hatte, strahlte dieses Mal die Sonne mit den kostümierten Narren um die Wette. Von Lisa Hager

Zehntausende säumten den Weg des fantasievollen Lindwurms, in dem Zugmarschall Rainer Hackenberg 111 Fußgruppen und Musikkapellen unter einen Hut brachte. „Äla, Äla!!“, heizten die fantasievoll kostümierten Teilnehmer den Zuschauern am Straßenrand ein, die den Fastnachtschlachtruf ebenso lautstark erwiderten. Und schon flogen Bonbons, Popcorn-Tüten und Lutscher am Stiel durch die Luft.

„Wir sind Prinz“ verkündeten die „Bambelschnude“ auf schnell noch angehefteten Plakaten am Kostüm voll Stolz - schließlich kommt die Tollität Gerald I. aus ihren närrischen Reihen. „Fassenacht, du bist ein Wunder“, tönte es aus den Lautsprechern in Konkurrenz mit „Heidi, Heidi“, „Fiesta Mexicana“ und dem Trommeln der Musikzüge.

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Äla-Fieber bei der Straßenfastnacht

Prachtvoll brachte die Sonne die Pusteblumen-Köpfe der „Quärtreiwer“ zum Leuchten. Dass die „Schnornbrecher“ mit ihrem „Karnickelfutter“ eine ähnliche Idee hatten, war für beide Gruppen schade. Praktischerweise waren die „Schlafsäwel“ dem Anlass angemessen gleich als Tequila-Flaschen unterwegs und die Sängerlust ließ ihren Bauern mit dem Fernglas auf die Pirsch nach der geeigneten Heiratskandidatin gehen.

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Hatten manche Gruppen bei der Suche nach Kostümen schon eine Vorahnung, dass es ein ungewöhnlicher Winter werden würde? Den Eindruck konnte man fast gewinnen, denn Eisiges bestimmte nicht nur das traumhafte Schneegestöber-Outfit des Skiclubs. Die „Dibboijer Pinguine“ („Bossemacher“) freuten sich jedenfalls auch, dass noch Schneereste am Zugweg lagen. Aber auch andere Tierarten waren unterwegs: Die „Brebeldippe“ legten als „Äla-Schnecken“ ein beachtliches Tempo vor, während die „Krotzequetscher“-Störche trotz der Witterung schon einen Nistplatz suchten.

Die Häschenschüler der „Zwitscherschwalwe“ trugen ihre Schultüten in Mohrrübenform durch die Gassen. Drollige 08/15-Tanzbären konnte man aufziehen, danach sich von Draculas küssen oder achtarmigen „Scheesmelle“-Spinnen gruseln lassen. Als Zauberwürfel rollten die „Pitschedibbler“ durch die Straßen. Auf feurige Spanierinnen und Piroschkas folgten liebliche Geishas, während Zwetschemänner und -frauen („Schnooke-Utzer“) ihre Walnussköpfe zur Schau stellten.

„Auch Zimmerner brauche e Zugplakett“

Die „Spitzklicker“ entführten die Zuschauer ins donaumonarchische Reich von Sissi und dem wilden Kaiser, während die „Dibbscheshogger“ als Astronauten ihre Rakete „Äla Apollo 11“ starteten. Für ein vielarmiges „Wunder in Blau“ sorgten die „Scheierboambler“ und die „Deppchen“ verzauberten die Zaungäste mit reizenden „Zimmner Weinköniginnen“, die vor allem nach einem Zahnarzt dürsteten. Und die Narren-Polizei der „Blechohrn“ sorgte für allgemeine Zucht und Ordnung im Zug. „Auch Zimmerner brauche e Zugplakett“ lautete das eiserne Gesetz.

Ein ehernes Gesetz der Dieburger Fastnacht besagt auch, dass das Prinzenpaar am Ende des Zuges im geschmückten Wagen fährt - nur noch gefolgt von Nummer 111, dem Aschermittwochskater.

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