Mit der Sonne um die Wette gestrahlt

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Prinzessin Kerstin I., „In-Line-Queen roll down and up, Contessa de la Schlabb de Dabb“ (Kerstin Prächter) und Prinz Gregor I., „From green and white un Kick un Druff, Grand Marquis de Köpp de Suff“ (Gregor Knapp) sind das 62. Prinzenpaar Dieburgs.

Dieburg ‐  Die Sonne strahlte mit den zu Hunderten vorm Bahnhof aufgezogenen Fastnachtern um die Wette, als sich pünktlich um 14.11 Uhr die Tür öffnete. Die kleinen Gardemädchen versuchten „um die Eck“ einen Blick von den Tollitäten zu erhaschen, die da umjubelt von KVD-Elferrat und närrischem Volk über die Schwelle traten. Von Lisa Hager

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Prinzessin Kerstin I., „In-Line-Queen roll down and up, Contessa de la Schlabb de Dabb“ (Kerstin Prächter) und Prinz Gregor I., „From green and white un Kick un Druff, Grand Marquis de Köpp de Suff“ (Gregor Knapp) sind das 62. Prinzenpaar Dieburgs (seit 1949 in Folge).
Nach ihren ersten Schritten ins prinzliche Fastnachtsleben machten sie die Honneurs und nahmen die Jubelrufe der närrischen Dieburger und das nervöse Kameraklicken der Hoffotografen huldvoll entgegen. Mehr vom Prinzenpaar erfuhren alle, die mit dem Großaufgebot des höfischen Trosses mit Reitern und Musikanten, der Prinzengarde, den Mousquetaires und der charmanten Reine aus Aubergenville mit zum Empfang vors Schloss Fechenbach zogen. Denn dort plauderte KVD-Präsident Friedel Enders ungeniert aus dem närrischen Nähkästchen. Zuvor erinnerte er an die widrigen Umstände der Fastnacht 2010, als das „Dibborsch Äla“ vom Schnee gedämpft erschallte. Dann wurde es konkret: Dass der Prinz ein Fußballer ist, konnte man ja schon am Namenszusatz erkennen. Und wer sich mit den Farben auskennt, weiß, dass er bei der DJK kickt.
„Doch eines gibt der Sach' die Krone, am Hassia-Sportplatz dudd er wohne“, wunderte sich Enders. Den Zusatznahmen „Marquis de Köpp de Suff“ werde er nicht übel nehmen, so der Präsident, schließlich gehöre der Prinz der gleichnamigen Fastnachtsgruppe an. Der zweifache Familienvater ist beruflich „am Airport als Speditionskaufmann zuhause, an Fastnacht hat er natürlich erst mal Pause.“

Die Prinzessin rollt gerne durch die Stadt

Die neuen Tollitäten winken dem närrischen Volk von hoch oben zu.

Wie der Prinz hat die Prinzessin an ihrem Namen die Eins, „denn e Kerstin-Prinzessje han mer noch keins“. „Ich sags euch ganz ehrlich, die Prinzessin dudd hubbe, bei de Schlabbedabber-Fastnachtsgrubbe“, erfuhr das neugierige Volk vom KVD-Präsidenten weiter. Und er verriet noch mehr: „Wer's gut mit ihr meint, ich sag's euch mit Schmiss, der trinkt mit ihr en Cocktail, en Coconut Kiss.“ Beruflich hat sie noch einiges vor, deshalb macht sie zurzeit „in de Owendschul ihr'n Betriebswirt - is des nit cool?“ Und wer sich schon gefragt haben sollte, wie sie zu ihrem Zusatznamen kommt: Die Prinzessin, die aus einer fastnachtsbekannten Familie stammt, ist gerne mal auf Rollen unterwegs: „In ihrer Freizeit rollt se ganz schnell dorsch de Stadt, wenn se die Inliner an de Fiss ougeschnallt hat.“
Das dreifache „Dibborsch Äla“ erschallte gestern nicht nur vorm Schloss in ohrenbetäubenden Versionen. Am Abend wurde der erste Siedepunkt der Fastnacht bei der Äla-Nacht in der Gutenberghalle erreicht.

Und morgen geht's dem ultimativen Höhepunkt der Kampagne entgegen: Um 13.33 Uhr strömt alles, was Beine und eine rote Pappnase hat, zum großen Umzug in die Stadt. Äla!

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