Am Sonntag wird der Landrat gewählt

+
Am Sonntag wird im Landkreis gewählt.

Dieburg - Vor der Wahl am Sonntag stellte der DA den beiden Kandidaten für das Landratsamt, Klaus Peter Schellhaas (SPD) und Harald Buschmann (CDU) einige Fragen. 

Sollten Sie der neue Landrat und Nachfolger Alfred Jakoubeks werden: Welche Themen-Schwerpunkte werden Ihre Arbeit als Landrat bestimmen? Welche Projekte liegen Ihnen besonders am Herzen? 

Klaus Peter Schellhaas (SPD):

Klaus Peter Schellhaas.

Familie, Schule, Wirtschaft und Ehrenamt. In allen diesen wesentlichen Lebensbereichen gilt es, die Infrastruktur zu erhalten und zu verbessern. Bedarfsgerechte Angebote für Kinder und Senioren sind Schwerpunkt in der Familienpolitik. Flächendeckende Ganztagsschulen und Optimierung der schon heute sehr differenzierten schulischen Angebote im Kreis bis hin zum weiteren Ausbau der gymnasialen Schullandschaft sind Chefsache. Im Bereich Wirtschaft gilt es, den schon heute sehr starken Wirtschaftsraum durch Maßnahmen der Infrastrukturverbesserung (Straßen, Breitbandversorgung, Klimaschutz etc.) weiter voranzubringen. Die Vereine und ehrenamtlich Aktiven sind eine tragende Säule unserer Gesellschaft. Es bleibt Chefsache diese in allen Bereichen zu unterstützen und zu fördern.

Harald Buschmann (CDU): Meine Schwerpunkte in der Arbeit als Landrat werden die Themen Wirtschaft und Infrastruktur, Schule und Bildung sowie Gesundheit und Alter sein. Diese Themen und Projekte liegen mir bereits jetzt als Bürgermeister der Kreisstadt Erbach am Herzen.

Welche Gestaltungspläne haben Sie rund um die Schulen im Kreis – auch jenseits der Baumaßnahmen, die demnächst unter anderem aus den Investitionsprogrammen von Bund und Land anlaufen werden?

Klaus Peter Schellhaas (SPD):Hier haben wir bereits 2007 durch unser 140 Millionen Euro umfassendes Schulbauprogramm Maßstäbe in der Region gesetzt. Jetzt gilt es alle Schulformen auf dem Weg zur Ganztagsschule zu begleiten und den Lebens- und Lernort Schule attraktiv zu gestalten. Wir werden an allen Sek-I-Schulen des Kreises ab dem nächsten Schuljahr Schulsozialarbeit anbieten und zukünftig auch die Grundschulen pädagogisch und psychologisch verstärkt begleiten sowie die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen fördern.

Harald Buschmann.

Harald Buschmann (CDU): Ich stehe für ein differenziertes Schulangebot und habe höchste Anerkennung für die sehr gute Arbeitder Gesamtschulen. Trotzdem möchte ich prüfen, ob der Kreis ein weiteres Gymnasium benötigt. Außerdem werde ich mich für einen stärkeren Praxisansatz in der Hauptschule mit den SchuB-Klassen einsetzen, damit möglichst alle Hauptschüler einen Abschluss machen und so ihre Berufschancen erhöhen.

Welche Position vertreten Sie hinsichtlich der Nordostumgehung in Darmstadt?

Klaus Peter Schellhaas (SPD): Die Nordostumgehung ist mit das wichtigste Infrastrukturprojekt für die ganze Region - also für Stadt und Landkreis! Sowohl im Hinblick auf die Feinstaubbelastung der Landkreiskommunen und der Stadt Darmstadt wie auch bei der Frage der Mobilität und Erreichbarkeit einer Region mit ihrem Oberzentrum Darmstadt ist dies ein Infrastrukturprojekt mit überregionaler Bedeutung für das ich persönlich sehr werbe und das ich unterstütze.

Harald Buschmann (CDU): Die Nordostumgehung in Darmstadt ist für die gesamte Region eine leider noch fehlende Verkehrsinfrastrukturmaßnahme, die aus meiner Sicht zwingend erforderlich ist. Wir müssen allerdings den Bürgerentscheid in Darmstadt am 7. Juni abwarten.

Wie soll es unter Ihrer Führung weitergehen mit dem Kreiskrankenhaus Groß-Umstadt und dem geplanten Neubau der Psychiatrie? Wann könnte die für Dieburg vorgesehene Außenstelle der Psychiatrie konkrete Formen annehmen?

Klaus Peter Schellhaas (SPD):

Die Klinik in Groß-Umstadt wird zu einem attraktiven Gesundheitsstandort umstrukturiert. Sowohl architektonisch wie auch medizinisch werden modernste Standards umgesetzt, das medizinische Angebotsspektrum erweitert. Ein tragfähiges und solides Konzept liegt vor. Erster Schritt ist der Bau der offenen Psychiatrie noch in diesem Jahr. Hier gilt es eng mit Dieburg zu kooperieren. Denn auch für Dieburg bedeutet dies eine Erweiterung des Angebots. Realisierung in Dieburg Anfang 2011!

Harald Buschmann (CDU): Ich stehe für eine Wirtschaftlichkeitsprüfung eines Alternativstandortes in Groß-Umstadt für das Kreiskrankenhaus ein. Eine Psychiatrie fehlt zur Zeit noch am KKH, wird aber in Zusammenarbeit mit dem Land Hessen in naher Zukunft eingerichtet. Eine Außenstelle in Dieburg ist im Rahmen der gescheiterten Fusionsverhandlungen erörtert worden, eine Umsetzung scheint momentan allerdings nicht realistisch.

Wie werden Sie sich in die Fortentwicklung des Campus Dieburg als „Mediencampus“ einbringen?

Klaus Peter Schellhaas (SPD): Die Zukunft des Mediencampus Dieburg ist gesichert und somit ein Aushängeschild für Dieburg und den Landkreis. Aktuell arbeiten und studieren etwa 2000 Menschen am Campus. Dieses Potenzial gilt es in enger Kooperation mit der Hochschule Darmstadt  auszubauen. Sehr wichtig ist hierbei das kreiseigene Gründerzentrum TIZ in Dieburg. Dort besteht die Chance, Firmengründer - bevorzugt aus dem Mediencampus Dieburg - aktiv zu unterstützen. Derzeit arbeiten dort 18 Firmengründer. Bei Bedarf werde ich dieses Angebot ausweiten. 

Harald Buschmann (CDU): Der Campus Dieburg ist eine Außenstelle der TU Darmstadt. Die Außenstelle ist durch die getroffene Vereinbarung mit dem Land Hessen – unter Federführung Silke Lautenschlägers – gesichert. Das Land Hessen wird Eigentümer des Campus und ein Teil des Campus wird zur Wohnbebauung umgewandelt.

Welchen Beitrag möchten Sie leisten, um bei der dauerhaften Sicherung möglichst vieler Arbeitsplätze bei der VDO in Babenhausen zu helfen?

Klaus Peter Schellhaas (SPD):Schwerpunkt meines Handelns ist es in enger Kooperation mit der Wirtschaft die Infrastruktur im Hinblick auf Straßen, ÖPNV, Breitbandversorgung so auszubauen, dass der Standortvorteil des Landkreises erhalten bleibt. Babenhausen zählt zu den Städten des Landkreises mit den größten Entwicklungsmöglichkeiten. Wichtig für die VDO wird der Ausbau der B 26 und der B 38 sein. Projekte, die wir schon heute stark vorantreiben. 

Harald Buschmann (CDU): Als Landrat werde ich Wirtschaftsförderung zur Chefsache machen. Dazu gehört es natürlich auch, die vorhandenen Arbeitsplätze zu sichern und mit den Unternehmen – nicht nur in Krisenzeiten – stetig in Kontakt zu stehen.

Sind Sie für den Bau eines weiteren Kreisverkehrs am Ortseingang von Groß-Zimmern (L3114/Dieburger Straße) und wie schätzen Sie die Chancen für die gewünschte  Zufahrt zur  B 26 neu im Industriegebiet Röntgenstraße/Waldstraße ein?

Klaus Peter Schellhaas (SPD): Groß-Zimmern diskutiert das Thema Verkehrsentwicklung sehr zukunftsgerichtet. Dies begrüße und unterstütze ich sehr. Der Kreisel L 3114/ Dieburger Straße ist aus Sicht Groß-Zimmerns eine sinnvolle verkehrspolitische Maßnahme.  Die Möglichkeit der Direktanbindung des Industriegebietes an die B 26 soll in einem eigenen Verkehrsentwicklungsplan der  Gemeinde Groß-Zimmern näher untersucht werden. Sobald die erforderlichen Daten vorliegen, wäre hier dann zu entscheiden.

Harald Buschmann (CDU): Der Bau des Kreisverkehrs sowie eine Park+Ride-Anlage an der Sauer-Kreuzung ist in der Vergabephase (die Ausschreibung ist durch das ASV bereits erfolgt). Das Anliegen der Gemeinde Groß-Zimmern für eine direkte Anbindung des Industriegebietes Waldstraße wird von mir unterstützt.

Zum Abschluss: Wie würden Sie Ihren persönlichen Führungsstil charakterisieren?

Klaus Peter Schellhaas (SPD): Hier gilt als Maxime meines Führungsstils: Wertschöpfung durch Wertschätzung.

Harald Buschmann (CDU): Ich bin im Umgang mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verbindlich und partnerschaftlich, in der Sache jedoch konsequent. Mein Ansatz ist pragmatisch und nicht ideologisch geprägt. Selbstverständlich nehme ich konstruktive Kritik meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an. Ich erwarte daher selbstständiges und eigenverantwortliches Arbeiten und setze Teamfähigkeit voraus.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare