Sozialwohnungen am Marienkreisel

Dieburg - Am Marienkreisel wird die Stadt – wie schon seit langem angedacht – ein zweigeschossiges Haus mit Sozialwohnungen bauen. Das zumindest hat der Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung dem Parlament zur Beschlussfassung empfohlen. Von Lisa Hager

Einem Alternativstandort auf einem städtischen Grundstück in der Max-Planck-Straße wurde vorerst eine Absage erteilt. Das Grundstück aber soll für ähnliche Bedarfsfälle im Auge behalten werden.

Vor allem kleine Wohnungen für ein oder zwei Personen, beziehungsweise Mutter mit Kind, sind in Dieburg auf dem Sektor der Sozialwohnungen stark nachgefragt. Das ist das Fazit, das Kämmerer Thilo Brechtel aus den derzeit rund 78 Bewerbungen gezogen hat. Somit liegt die Stadt mit der Planung richtig: Am Marienkreisel – genauer am südwestlichen Eingang zur Minnefelder Seestraße – derzeit als Parkplatz genutzt – baut die Stadt ein Mehrfamilienhaus mit fünf Sozialwohnungen im Zuschnitt zwischen 45 und 60 Quadratmetern. Architekt Martin Kloft von den „Steinweg Architekten Kloft & Wenzl“ hat den Ausschussmitgliedern das Konzept am Montagabend im Detail vorgestellt.

Alle Wohnungen sind barrierefrei

Ursprünglich sollten laut Vorgabe der Stadt zehn Wohnungen auf dem knapp 1000 Quadratmeter großen Gelände untergebracht werden. „Das war aber nicht realisierbar, da kommen wir mit den Stellplätzen nicht hin“, so Kloft. Und so musste das Planungsbüro reagieren. Jetzt bleiben noch fünf Wohneinheiten mit zehn Stellplätzen übrig. Die beiden Wohnungen im Erdgeschoss sind für Rollstuhlfahrer ausgelegt. Im Obergeschoss werden drei Wohnungen entstehen – alle fünf sind barrierefrei. Ein Laubengang erschließt die oberen Wohnungen, so kann man ein teures Treppenhaus einsparen. „Das ist aber nicht nur ein Kostenfaktor, sondern hat für den Mieter den Vorteil eines separaten Zugangs“, sagte Kloft.

Wegen der nicht unterzubringenden Stellplätze bei der früheren Planung war nach Alternativstandorten gesucht worden. Und im Parkplatz Max-Planck-Straße – derzeit überwiegend als Dauerstellplatz für Wohnwagen und Anhänger genutzt – wurde man fündig. Der Vorentwurf der Architekten zeigt, dass der Bau mit allen Stellplätzen auf der halben Fläche des 3007 Quadratmeter großen Grundstücks möglich wäre. „Die westliche Hälfte könnte weiterhin als Parkplatz zur Verfügung stehen oder als Bauland verkauft werden“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung.

Den ersten Schritt gehen

Ausschussvorsitzender Andres Will (Grüne) gab zu Bedenken, dass dieses Grundstück wesentlich größer und auch wertvoller sei und deshalb auch anders vermarktet werden könnte. „Wir sollten perspektivisch rangehen“, meinte Fraktionskollege Herbert Nebel. „Wir sollten das eine Projekt am ursprünglichen Standort realisieren und das andere Grundstück im Auge behalten.“

Bürgermeister Dr. Werner Thomas schlug ebenfalls vor, jetzt den ersten Schritt zu gehen („Und bei fünf Wohnungen entsteht bestimmt kein sozialer Brennpunkt“). In zwei bis drei Jahren könne man das gleiche Modul bei Bedarf auch an anderer Stelle errichten.

Die Bruttokosten des Sozialwohnungsbauprojekts belaufen sich auf rund 715.000 Euro. In die Kosten ist auch eine Photovoltaikanlage eingerechnet.

Mit der Vorgabe an die Architekten, für die Außenanlage und die Zugänge noch nach einer optisch besseren Gestaltung zu suchen, wurde die Planung am vorgesehenen Standort mit Mehrheit – bei einigen Enthaltungen seitens der SPD – empfohlen.

Rubriklistenbild: © Symbolbild/Niko Korte/pixeliol.de

Kommentare