Sportplätze in Dieburg

Wohin mit dem Sportpark?

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Auch das Vereinsgelände der Hassia ist als Standort für eine neue Sportstätte in der Diskussion.

Dieburg - Darin, dass die Sportinfrastruktur in Dieburg sich nicht in allen Bereichen als würdig erweist, besteht bei sachlicher Analyse kein Zweifel. Von Jens Dörr

Während die Stadt mit Frei- und Hallenbad – noch – überdurchschnittlich dasteht und sich die Hallensituation dank des Baus der Zweifeldhalle auf der Leer etwas entspannt hat, sieht es insbesondere bei den Außenanlagen weniger freundlich aus. An Leichtathletik-Wettkämpfe ist nicht zu denken, gute Bedingungen für Läufer, Werfer und Schulsport sehen anders aus als jene auf dem städtischen Sportplatz im Schlossgarten. Der Wegfall des Sportplatzes auf der Leer und des Sportgeländes auf dem Campusareal haben die Lage verschlechtert. An Fußball ist in einigen Herbst- und Wintermonaten im Freien kaum zu denken, denn in Sachen Kunstrasen ist Dieburg ein weißer Fleck.

Die Lokalpolitik hat inzwischen ihre Verantwortung für das Schaffen besserer Sportmöglichkeiten in Dieburg erkannt. Auch ein Verdienst des Stadtleitbild-Projekts, das sich unter der Leitung des Turnverein-Vorsitzenden Ulrich Bausch des Themas nachdrücklich angenommen hat.

Nötigen rund 40.000 Quadratmeter sind nicht zu erreichen

Am Donnerstagabend stellte Dipl.-Ing. Bernd Schnabel im Rathaus-Sitzungssaal dem Ausschuss für Soziales, Jugend, Kultur und Sport eine Konzeptstudie mit dem Titel „Sportpark Dieburg“ vor. Anwesend waren dabei auch Vertreter des Turnvereins und SC Hassia. Schnabel, Vertreter des mit der von der Stadt beauftragten Studie betrauten Büros „S. Lukowski + Partner“ (Darmstadt), hatte das Für und Wider von vier denkbaren Standorten zusammengetragen, die mögliche Aufteilung der Komponenten auf den Arealen durchdacht und auch etwaige Kosten kalkuliert.

Genauer: für dreieinhalb Standorte. Denn ausgerechnet der Standort, den der Magistrat nach ersten Überlegungen wegen der Finanzierbarkeit als besten empfohlen hatte, spielte in Schnabels Planungen nur eine untergeordnete Rolle: der Sportplatz im Schlossgarten. „Diese Variante haben wir ausgeschlossen“, so Schnabel. Auch die Kostenannahme für dieses Gelände hatte sein Büro nicht weiter verfolgt. Für das Gewünschte – im Wesentlichen eine Wettkampfbahn mit Naturrasenfeld, ein Kunstrasengroßfeld, eine Dreifach-Sporthalle mit Kabinen sowie Stellplätzen – sei das Areal schlicht zu klein. Selbst mit dem Erweitern um einen Teil der Freibad-Liegefläche seien die nötigen rund 40.000 Quadratmeter nicht zu erreichen. Bestenfalls 30.000 lassen sich laut Studie – zudem auf ungünstigem Untergrund im Überschwemmungsgebiet – erschließen. Dennoch wünschten sich etwa Konrad Kurbel (SPD) und Frederik Schikora (CDU) eine Nachplanung Schnabels für dieses Gelände.

Thema wird weiterhin im Ausschuss behandelt

Bleiben drei weitere. Zwei von ihnen – nördlich des toom-Baumarkts und südlich der Skateranlage – böten als großen Pluspunkt viel Platz und liegen – auch der Lärmschutz ist Thema – recht weit von den nächsten Wohnhäusern entfernt. Bei beiden Standorten müsste der Bauherr allerdings zunächst Grund und Boden erwerben, was die Sache verteuere. Es sei nicht zu erwarten, dass die jetzigen Eigentümer den Quadratmeter dort für den Richtwert von 2,40 Euro pro Quadratmeter verkauften, so Schnabel. Brutto kam er für das Maximalpaket mit allen Optionen – separates Werferfeld, Spielplatz, Photovoltaik auf Hallendach – auf rund neun Millionen Euro (netto zirka 7,5 Millionen). Knapp die Hälfte der Kosten würde die Sporthalle ausmachen. Deren Notwendigkeit stellte Bürgermeister Dr. Werner Thomas bei einer Wortmeldung in Frage.

Konzeptvariante vier ist der Umbau des Vereinsgeländes des SC Hassia. Dafür spreche laut Schnabel, dass das Gelände bereits Sportanlage, die Zufahrt vorhanden, die Schulinsel auf der Leer zu diesem Standort am nahesten und die Versorgungsleitungen weitgehend vorhanden seien. Platz und Lärm sowie der wechselhafte Baugrund seien hingegen problematisch. Das stellten im Anschluss Dr. Gerald Grohe und Detlev Struckmeier vom Hassia-Vorstand anders dar. Sie stellten dem Ausschuss ein in Zusammenarbeit mit Architekten und Ingenieuren erstelltes eigenes Konzept vor, nach dem das Areal am Wolfgangshäuschen den Anforderungen sehr wohl genügen würde und auch die Kosten wesentlich geringer seien als von Schnabel kalkuliert (separater Artikel folgt).

Das Thema wird weiterhin im Ausschuss behandelt.

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