Rathaus wartet auf Förderzusage aus Wiesbaden

Sportplatz noch immer marode

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Die schlechten Bedingungen auf dem städtischen Sportplatz zwischen Freibad und Schlossgarten, vor allem seine Laufbahn, sollen verbessert werden. Beschlossen ist unter anderem der Umbau der Tennenbahn in eine Tartanbahn schon seit Februar, gebaut wurde vor Ort aber noch nichts. Wann dies geschehen wird, ist weiter offen. Der ursprüngliche Zeitplan mit Baubeginn in den Sommerferien ist jedenfalls passé.

Dieburg - Der Sportplatz am Schlossgarten muss dringend saniert werden. Wann dies geschieht, ist aber noch immer völlig offen. Schulen und Vereine müssen nun mit Störungen im Betrieb rechnen. Von Jens Dörr 

Als Dieburgs Stadtparlament im Februar dieses Jahres beschloss, den städtischen Sportplatz zwischen Freibad und Schlossgarten zu sanieren, wurde der Start der Baumaßnahmen für Anfang der Sommerferien angepeilt. Die gerade für Schüler schönste Zeit des Jahres neigt sich nun dem Ende entgegen, fünf von sechs Ferienwochen sind rum. Geschehen ist auf dem Gelände bisher aber noch nichts. In einem seiner letzten Dienstgespräche mit unserer Zeitung erläutert der aus dem Amt scheidende, ab nächster Woche von Frank Haus (parteilos) abgelöste Bürgermeister Werner Thomas (CDU), weshalb es bei der Sportplatz-Sanierung zu einer Verzögerung kommt.

Was einerseits erfreulich und für den Stadtsäckel entlastend ist, wird in diesem Fall mit Blick auf die Einhaltung des ursprünglichen Zeitplans zum Verhängnis: „Die Sanierung wird mit Landesmitteln gefördert“, sagt Thomas. „In solchen Fällen kann man aber erst mit den Arbeiten beginnen, wenn die Förderzusagen da sind.“ Das Problem: „Die Förderzusage haben wir bis heute nicht erhalten.“ Allerdings: „Wir wissen, dass wir im Fördertopf drin sind. Die Höhe der Förderung ist aber noch unbekannt.“

Einfach nur warten wollte die Stadt Dieburg in den vergangenen Wochen indes nicht. Als immer klarer wurde, dass die Zusage aus Wiesbaden später als erhofft eintreffen und der Zeitplan für die Sanierung des städtischen Sportplatzes ins Wanken geraten würde, wurde das Rathaus aktiv. „Wir haben uns um einen Vorsorgebescheid gekümmert. Der ist aber auch erst seit drei Wochen da“, sagt Thomas. Einen solchen Bescheid stellt die fördernde Stelle, in diesem Fall das Land Hessen, aus, um einen vorgezogenen Baubeginn zu ermöglichen, ohne dass die Förderfähigkeit des Projekts verlorengeht.

Dank des Vorsorgebescheid könnte Dieburgs Sportstätten-Infrastruktur nun also etwas schneller verbessert werden. Auf einen konkreten Sanierungsstart will sich Thomas jedoch weiterhin nicht festlegen: „Wann die Maßnahme beginnt, kann ich noch nicht sagen.“ Dies hänge ja nicht nur vom ausschreibenden Magistrat der Stadt, sondern auch vom beteiligten Ingenieurbüro ab. „Die sitzen auch nicht nur zuhause und warten.“

Bilder: Schlossgartenfest in Dieburg

Vorerst weiter auf bessere Bedingungen warten müssen stattdessen die Hauptnutzer des städtischen Sportplatzes. Die dortigen Leichtathletik-Anlagen, die mit Ausnahme der Weitsprunggrube diese Bezeichnungen allerdings kaum verdienen, nutzen vor allem der Turnverein und Dieburger Schulen, insbesondere die nahe Goetheschule. Herzstück des Sportgeländes am Schwimmbad ist jedoch der Rasenplatz, den insbesondere die Fußball-Teams des SV DJK Viktoria Dieburg zum Training nutzen. „Die Hauptmaßnahme ist aber der Bau der neuen Laufbahn“, schildert Thomas noch einmal, was Kern des rund 300 000 Euro teuren Vorhabens sein wird. Aus der jetzigen, kaum benutzbaren und trotz einzelner Maßnahmen des pflegenden Betriebshofs recht verwahrlosten Tennenbahn soll eine Tartanbahn werden. Auch für adäquate Anlagen für Hochsprung und Speerwurf soll gesorgt werden. „Danach geht es auch an die Rasenpflege“, blickt Thomas voraus. Der Platz befindet sich seit langer Zeit in erbärmlichem Zustand und birgt gerade für die Fußballer durch Löcher, Unebenheiten und von den Bäumen auf der Südseite abgebrochenes, auf dem Rasen liegendes Geäst große Verletzungsrisiken.

Thomas betont, man werde sich mit Schulen und Vereinen abstimmen, wann wie genau saniert werden könne. Die Phase der intensiveren Nutzung steht gerade nach den Sommerferien wieder vor der Tür. Schulen und Vereine müssen – so die Arbeiten zumindest im Spätsommer oder Herbst stattfinden können – auf jeden Fall mit zeitweiligen Einschränkungen ihres Sportbetriebs arrangieren. Dies wollte man durch den ursprünglichen Plan mit der Sanierung ab Beginn der Sommerferien eigentlich vermeiden. Thomas: „Irgendwann müssen wir bauen, dann steht der Sportplatz nur eingeschränkt zur Verfügung.“

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