Mehrheit gegen Initiative von Thomas

Sportplatz als „Provisorium“ abgelehnt

Dieburg Das Eine tun, das Andere nicht lassen: Das möchte Bürgermeister Dr. Werner Thomas mit seiner Initiative, den städtischen Sportplatz am Schlossgarten zu einer Wettkampfstätte der Kategorie C auszubauen. Von Lisa Hager

Die geschätzten Kosten könnten bis zu einer Höhe von 1,25 Millionen Euro klettern. Es gäbe aber auch wesentlich günstigere Lösungen - je nach Ausstattung.

„Das soll nur eine Übergangslösung für einige Jahre bis zum Bau eines neuen Sportzentrums sein, von dem wir nicht wissen, wann es kommt“, betonte er in der Stadtverordnetenversammlung. „Wir sollten nach außen ein Zeichen setzen für unsere Schulen und Sportvereine“, sagte er. Auf keinen Fall soll damit der seit Jahrzehnten im Raum stehende Wunsch nach einem neuen Sportzentrum begraben werden.

Allerdings stieß er mit seinem Vorschlag auf heftige Gegenwehr bei der großen Mehrheit von CDU, Grünen und FDP. So wurde auch sein Vorschlag abgelehnt, eine Fachfirma mit einer Studie und Vermessungsarbeiten (Kosten rund 7700 Euro) zu beauftragen. Lediglich die SPD konnte der Idee Gutes abgewinnen. „Das Thema ist schon 40 Jahre alt“, begrüßte beispielsweise SPD-Stadtverordnete Gertrud Meyer-Sauerwein die Initiative des Verwaltungschefs. Er sei der erste Bürgermeister in all der Zeit, der sich dazu so konkrete Gedanken mache. Unabhängig von einem neuen Zentrum wolle man den alten Platz ja sowieso erhalten, argumentierte sie.

„Nichts hält länger als ein Provisorium“, wandte sich CDU-Stadtverordneter Renee Exner dagegen. „Wenn wir das machen, ist das neue Zentrum gestorben“, warnte er.

Kritisiert wurde auch, dass Thomas damit einen Parlamentsbeschluss torpediere, den es zum Bau eines neuen Sportzentrums schon gebe. Die Verwaltung sei klar beauftragt worden, das Gelände zu entwickeln. Auch die Grünen lehnten den Vorschlag ab. „Warum sollten wir denn jetzt über eine Million Euro für einen Sportplatz ausgeben, den wir gar nicht gebrauchen können?“, fragte Stadtverordneter Andreas Will. Es sei nämlich schon lange klar, dass das Gelände viel zu nass und hochwassergefährdet sei. „Ich kämpfe schon 15 Jahre für ein neues Sportzentrum“, sagte FDP-Stadtverordneter Wilhelm Reuscher. Auf dem alten Platz sei immer mit „Pflästerchen“ gearbeitet worden. „Und jetzt können wir doch nicht 1,3 Millionen reinstecken und bauen dann trotzdem das neue Zentrum. Das ist doch doppelt gemobbelt“, gab er zu Bedenken.

Ungeklärt ist immer noch die Standortfrage des neuen Sportzentrums. Unklar auch der Platz für ein mögliches neues Trainingsbad. Nach den Bodenuntersuchungen im Freibad (wir berichteten) seien alle dort in Frage kommenden Plätze „gleich mäßig geeignet“, berichtete WSV-Vorsitzender Klaus Schulte.

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