Im Sprint zu neuen Sportflächen

Dieburg J Nicht mehr viel Platz ist auf dem Kopf des Blattes, auf dem zur jüngsten Sitzung der Stadtverordneten ein Antrag zur Schaffung von Sportflächen in Dieburg gestellt wurde. Von Laura Hombach

Hier tummeln sich die Logos von CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP/Die Liberalen, denn alle drei Fraktionen wollen Schwung in den Neubau einer Sportanlage südlich der Skate-Anlage bringen. Ein solcher gemeinsamer Antrag sei ein besonderer Moment, betonte CDU-Fraktionsvorsitzender Renee Exner.

Im Januar diesen Jahres hatte das Parlament bereits die Bereitstellung von 100 000 Euro für die Planungen des Sportgeländes und deren unverzügliche Ausschreibung beschlossen. Im April folgte ein Beschluss, der den Magistrat mit dem Ankauf der betreffenden Grundstücke beauftragte.

Exner erklärte im Zusammenhang mit dem neuen Antrag, dass seiner Ansicht nach durch die neu entstehenden Sportflächen kein Zusatzangebot, sondern lediglich Ersatzflächen für Sportstätten geschaffen werde, die in Dieburg weggefallen seien. Die Sporttreibenden müssten derzeit ihr Glück außerhalb der Stadt suchen, erklärte auch Herbert Nebel (Grüne). Ihnen gelte es eine Perspektive zu geben. „Das wird irgendwann auch die SPD sehen“, so der Grünen-Politiker.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Ferdinand Böhm hatte zuvor nicht zum ersten Mal erklärt, dass seine Partei den geplanten Neubau eines Sportgeländes angesichts der Haushaltslage und des demographischen Wandels, aufgrund dessen es immer weniger Nutzer für solche Anlagen gäbe, für überdimensioniert halte. Der städtische Haushalt werde durch die Abschreibungen und Folgekosten solcher Großprojekte immer mehr belastet, argumentierte er. „Hätten Sie nur ein einziges Mal für die Sanierung des städtischen Sportplatzes gestimmt, hätten Sie schon längst eine tüchtige Sportstätte“, so Böhm an seine Parlamentskollegen gewandt.

Eine Sportplatzsanierung sei immer nur Stückwerk, erwiderte für die FDP Fraktionsvorsitzender Wilhelm Reuscher. Auch den von der SPD angeführten Rückgang der Nutzerzahlen hielt er für unwahrscheinlich.

Im Parlament bestehe weitgehend Einigkeit, dass man die Sportinfrastruktur in Dieburg erheblich verbessern wolle, so Reuscher. Schnelles Handeln sei wichtig, denn nur bei vorliegender Planung könne man Anträge auf Fördergelder stellen, sahen Exner und Reuscher Grund zur Eile.

Zum neuen Sportgelände sollen laut Antrag unter anderem eine Kampfbahn C mit Kunstrasenplatz, eine Kugelstoßanlage, ein Nebengebäude mit Umkleide- und Sanitäranlagen und ein Geräteraum gehören. Für weitere Anlagen und Sportflächen sollen Vorbehaltsflächen vorgesehen werden.

Doch Böhm war nicht der einzige, bei dem angesichts des Antrags der drei Fraktionen keine große Begeisterung aufkommen mochte. Zwar sprach sich Bürgermeister Dr. Werner Thomas nicht gegen das Projekt als solches aus. Er bat aber die Antragssteller um mehr Geduld. Laut Antrag soll der Magistrat nämlich schon zur nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung einen beschlussfähigen Vorschlag für den Aufstellungsbeschluss eines Bebauungsplans für das Sportgelände vorlegen. Ein solcher Beschluss würde nicht gerade die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern, die derzeit geführt würden, erleichtern, mahnte Thomas. Zudem sah er zusätzlichen Aufwand und Kosten auf die Stadt zukommen, falls die Eile es erfordere, einen zusätzlichen B-Plan zu erstellen, statt den Beschluss des Flächennutzungsplans abzuwarten.

„Der Antrag hört sich ein bisschen so an, als würde der Magistrat schlafen“, sagte Thomas in Richtung der Antragsteller. Neben der Vorlage eines Beschlussvorschlags sieht der Antrag auch vor, dass der Magistrat in jeder Stadtverordnetensitzung über den Fortschritt bei den Grundstücksankäufen berichten soll.

Wie zu erwarten eindeutig fiel indes die Abstimmung aus, das Fraktions-Trio brachte seinen Antrag auf den Weg. Statt im Dauerlauf soll es jetzt beim neuen Sportgelände im Sprint weitergehen.

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