Auf die Sprünge geholfen

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Der Star des Tages: Ein Vertreter der Spezies Laubfrosch „im Gespräch“ mit Umweltministerin Silke Lautenschläger.

Dieburg ‐ Nicht zuletzt dank des bekannten Grimm-Märchens „Der Froschkönig“ ist er auch bei Kindern ein alter Bekannter: der Laubfrosch. Allerdings dürften nur die wenigsten tatsächlich auch einen Laubfrosch jemals zu Gesicht bekommen haben. Zwar ist die kleine Amphibie die wahrscheinlich bekannteste Art hierzulande, gleichzeitig zählt der „Grünrock“ zu den stark gefährdeten Tierarten und steht auf der Roten Liste Hessen (Stand 1996). Von Dirk Beutel

Grund für diese Entwicklung sei die in Deutschland fehlende Landschaftsdynamik, die neue Laichgewässer hervorbringen könne, so Hartmut Mai, Landesgeschäftsführer des NABU Hessen. Mit anderen Worten: Dem Laubfrosch fehlt es zunehmend an Lebensraum. „Der in Tümpeln und Hecken lebende Laubfrosch ist aus vielen Landesteilen längst verschwunden“, erklärte die hessische Umweltministerin Silke Lautenschläger am Mittwoch an der Mörsmühle.

Als Vorsitzende der Stiftung Hessischer Naturschutz unterzeichnete Lautenschläger dort gemeinsam mit Vertretern des Landes und des NABU Hessen einen Kooperationsvertrag, der das dreijährige Artenschutzprojekt „Ein König sucht sein Reich“ auf den Weg gebracht hat. Durch gezielte Maßnahmen, wie etwa die Verbesserung bestehender Biotope oder Gewässerneuanlagen, sollen für den grünen Frosch an rund 100 Orten in Hessen neue Lebensräume geschaffen werden.

„Zwischenergebnis reicht noch lange nicht aus“

Das Projekt ist den drei Kooperationspartnern mehr als 160 000 Euro wert. Davon entfallen 60 000 Euro auf die Stiftung Hessischer Naturschutz, 54 000 gibt der NABU Hessen dazu und das Land investiert 50 000 Euro in das Projekt. Das Geld steht unter anderem für Gruppen (Schulklassen, Vereine) zur Verfügung, die sich an diesem Projekt beteiligen möchten und sich für die Pflege bereits vorhandener Biotope engagieren.

Nach Ablauf der drei Jahre hoffen die Naturschützer, dass während der Projektphase Patenschaften entstehen: „Wir wünschen uns, dass sich über die Projektlaufzeit hinaus, Menschen für die Pflege des Laubfrosch-Lebensraums einsetzen“, sagt Revierförster Peter Sturm und erinnert an bestehende Teiche im Waldgebiet „Großer Hörmes“. Dort haben NABU-Mitglieder, darunter auch viele Kinder und Jugendliche, mit dem Forstamt schon dafür gesorgt, dass ein für den Laubfrosch idealer Lebensraum enstehen konnte. Allerdings: „Dies sind nur kleine Flecken, wo es dem Laubfrosch noch gut geht. Dieses Zwischenergebnis reicht auf weite Sicht lange nicht aus.“

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