Stadt baut am Marienplatz

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Ein neues Haus soll am derzeit noch provisorischen Kreisel am Marienplatz entstehen. Auf dem städtischen Grundstück in der Minnefelder Seestraße will die Stadt Sozialwohnungen bauen.

Dieburg - Rund zehn Wohneinheiten für sozial schwächer gestellte Dieburger sollen auf dem städtischen Grundstück am derzeit noch provisorischen Kreisel am Marienplatz entstehen. So hat es das Parlament am Donnerstag mit den Stimmen von Grünen, SPD und FDP beschlossen. Von Laura Hombach

Die CDU stimmte gegen das städtische Bauprojekt.

„Muss die Stadt sozialen Wohnungsbau selbst betreiben?“, fragte für die CDU-Fraktion deren Neuzugang, die frühere UWD-Frau Susanne Albers. Ihre Frage beantwortete sie selbst mit einem Nein. Zudem stelle die freie Fläche des städtischen Grundstücks (vom Kreisel kommend auf der rechten Seite der Minnefelder Seestraße) einen optischen Gewinn für den Kreisel als Ganzes dar.

Zur Zeit wird das Grundstück als provisorischer Parkplatz genutzt. 20 Stellplätze fielen bei der Bebauung des Grundstücks weg und müssten an anderer Stelle geschaffen werden, argumentierte Albers weiter.

CDU lehnt Bebauung ab

„Die CDU lehnt eine Bebauung durch die Stadt zum derzeitigen Zeitpunkt ab“, so Albers. Sie sprach sich stattdessen für eine weitere optische Aufwertung des Grundstücks durch eine Bepflanzung des Parkplatzes aus. Wenn ein Investor gefunden sei, der auf dem städtischen Grundstück bauen wolle, so könne man noch einmal darüber reden.

Klar zur städtischen Aufgabe des sozialen Wohnungsbaus bekannte sich der FDP-Fraktionsvorsitzende Wilhelm Reuscher. Die von Albers angeführte Stellplatzproblematik sei nicht gegeben, weil der provisorische Parkplatz nie als Dauerlösung geplant und die dort vorhandenen Plätze nicht benötigt würden, um das Soll an Stellflächen zu erfüllen, entkräftete Reuscher dieses Argument. Zudem habe das Grundstück einen ungünstigen Zuschnitt, so dass es für Investoren eher unattraktiv sei.

Grüne und SPD sind für das Bauprojekt

Auch die Fraktionsvorsitzenden von Grünen und SPD, Andreas Will und Ferdinand Böhm, sprachen sich klar für das Bauprojekt aus. Die Stadt habe in den zurückliegenden Monaten etliche Sozialwohnungen verkauft und aus diesen Verkäufen auch einige Mittel gewonnen, so Will und Böhm.

Böhm verwies auf eine Warteliste mit rund 50 Menschen, die auf eine Sozialwohnung warteten. „Wir haben eine soziale Verantwortung gegenüber dem Bürger“, so Will.

Rund 830 000 Euro soll das Gebäude kosten. Mit seinem Votum sprach sich das Parlament grundsätzlich für das Bauvorhaben aus. Die Verwaltung wird beauftragt, eine Planung zu erstellen und Förderung zu beantragen. Die für das Bauprojekt erforderlichen Mittel sollen in den Haushalt 2012 eingestellt werden.

Quelle: op-online.de

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