Förderung des Nachwuchses

Stadt verleiht erstmals selbst Medienkulturpreis

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Das von Gesellschaft und Werbung stereotyp verbreitete „Mutterglück“ hinterfragt Katrin Köhler mit ihrer Installation.

Dieburg - Kreativen Nachwuchs fördert die Stadt Dieburg erstmals mit einem Medienkulturpreis. Gestern Nachmittag wurde er im Schloss Fechenbach an Studierende verliehen. Zeitgleich ging dort deren Ausstellung „Unterwegs in virtuellen Welten“ zu Ende. Von Lisa Hager 

Den Medienkulturpreis, mit dem zum zweiten Mal besonders herausragende Arbeiten von Studenten des Mediencampus‘ gewürdigt werden, hat die Stadt erstmals selbst ausgelobt. „Das ist in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit“, sagte Erster Stadtrat Wolfgang Schupp gestern Nachmittag bei der Feierstunde im Schloss Fechenbach. Das Preisgeld von 800 Euro verteilt sich auf drei Preisträger. Den dritten Platz (200 Euro) erhielt die Studentengruppe mit ihrer Installation „Disseminations“. Dabei wird in einer Art Versuchsanlage beobachtet, wie Pflanzen auf Twittermeldungen reagieren. Auf Platz zwei kam die Gruppe mit „Under drones“, in der es um die – nahezu komplette – Überwachung des Menschen geht.

Die Darmstädterin Katrin Köhler überzeugte die Jury und die Besucher der Ausstellung mit ihrer interaktiven Video-Installation „Mutterglück“: Sie bekam den ersten Preis (500 Euro). Köhler legt damit auch ihre abschließende Masterarbeit vor. „Ich will zeigen, wie unsere Gesellschaft Zensur ausübt“, erklärte sie ihre Intention. Mit der Möglichkeit, den schwarzen Balken vom Mund der Frau wegzuziehen und sie zum Reden zu bringen, will sie ein Tabu brechen – das Tabu, über Probleme, die in der Mutterschaft auftreten können, zu schweigen. Die Preisträger wurden von einer Fachjury und von den Besucher der Ausstellung bestimmt.

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