Stadthalle: Angst vor der „Katz' im Sack“

Dieburg - (eha) Neues von der neuen Ludwigshalle? Nicht wirklich - wie man heutzutage möglichst unverbindlich sagt. Etwas ratlos blieben Zuhörer und Ausschussmitglieder am Donnerstagabend nach mehrstündiger Diskussion zurück. Architekt Tilman Lange hatte die Mitglieder von Haupt- und Finanz- sowie Bauausschuss auf den neuesten Stand gebracht.

Fast drei Jahre sind seit der Vorstellung der Stadthallenprojekte vergangen - immer noch ist kein Bauantrag eingereicht. Dieses Ziel will man jetzt in der Stadtverordnetensitzung am 4. Mai erreichen. Ohne eine konkrete Empfehlung auszusprechen, signalisierte die Mehrheit der Parlamentarier grünes Licht für diesen wichtigen Schritt.

Viel kritisiert wurde in der vorhergehenden Diskussion allerdings an den Vorlagen von Lange. Vor allem die sich immer mal wieder ändernde Kubatur (umbauter Raum) der Stadthalle und der damit zusammenhängenden Kosten gab Anlass zur Kritik. Ronald Gabele (CDU) wunderte sich, warum beispielsweise eine Verringerung des umbauten Raums eine Kostensteigerung zur Folge haben sollte. Und Harald Schöning (CDU) mahnte eine „aggressivere Informationspolitik“ an. Dass sich Vorgaben geändert hätten, hätte der Planer schließlich schon länger gewusst.

Lange verteidigte sich damit, dass Wünsche der Parlamentarier und technische Erfordernisse die Kubatur, nach der sich die Kosten hauptsächlich richteten, immer wieder verändert hätten. Und so hatte die geplante Stadthalle quasi wie im bekannten „Jo-Jo-Effekt“ mal abgespeckt, mal zugelegt.

Teurer als geplant - das beschlossene Limit sieht 5 Millionen Euro vor - wird die Halle auf jeden Fall. In einem „Worst-Case-Szenario“ - wie es Herbert Nebel (Grüne) formulierte - könnte eine Kostensteigerung von 1,6 Millionen Euro herauskommen.

Kritisiert wurde vor allem, dass zu wenig konkrete Angaben über die Ausstattung gemacht wurden. „Was bekomme ich fürs Geld?“, fragte beispielsweise Ferdinand Böhm für die SPD-Fraktion. „Ich bin der Meinung, wir kaufen immer noch die Katz' im Sack.“

Lange versprach, bald ein Modell zu präsentieren, betonte aber auch, dass es noch zu früh sei, um über Bodenbeläge und Wandverkleidungen zu sprechen. „Für die Bemusterung ist es noch viel zu früh“, sagte der Planer. Jetzt müsse erst der Bauantrag gestellt werden, danach gehe es in die Bau- und Ausstattungsbeschreibung.

Andreas Will (Grüne) forderte mehr Informationen über die Haustechnik. Der zuständige Fachingenieur werde diese demnächst vorstellen, sagte Bürgermeister Dr. Werner Thomas zu.

Inzwischen sieht die Planung vor, dass die Halle von oben „abgebaut“, also niedriger wird. Dafür werden die Kellerräume intensiv als Lager genutzt.

Die Garderoben werden näher an die Bühne gerückt. Statt drei verschiedener Mehrzweckräume soll es nur noch einen kleineren geben, der teilbar ist. Nichts verändert wird am Zuschnitt des Saals, der 504 Personen Platz in Parkettbestuhlung bietet.

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