Streckenrekord verpasst

Stadtlauf sieht eine wahre „Granate“

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Bei bestem Wetter übers Pflaster: Der Jedermann-Lauf besaß ein buntes Feld aus 102 Teilnehmern. 

Dieburg - In engen Kurven durch die Gassen – der Stadtlauf am Samstag war nicht nur ein sportliches, sondern auch ein gesellschaftliches Ereignis. Von Jens Dörr

2009 war es, als die Zuschauer des „Dieburger Stadtlaufs“ scheinbar eine Feder auf zwei Beinen durch die Innenstadt hüpfen sahen. Es handelte sich um Said Azouzi, einen Frankfurter Läufer mit marokkanischen Wurzeln. In 30:50 Minuten stellte er damals den Streckenrekord auf und alles in den Schatten, was der Lauf in seiner Geschichte bis dato an sportlichen Leistungen gesehen hatte.

Die Laufgranate, die mit seinem Sport Geld verdient und auch im Ausland die Schuhe schnürt, kehrte am Samstag in die Innenstadt zurück - obwohl der Turnverein als Veranstalter nicht auf Azouzis komplette Forderungen in Sachen Antrittsgeld eingegangen war. Gratis trat der Frankfurter zwar nicht an, seine Gage erreichte indes nicht einmal die Euro-Dreistelligkeit. Azouzi lieferte dennoch eine Demonstration seines Könnens, wenngleich er seinen eigenen Rekord im Hauptlauf über zehn Kilometer um 19 Sekunden verfehlte.

Bilder zum Stadtlauf

Stadtlauf in Dieburg

Der Sieg im größten Rennen war also vorab ausgemachte Sache, da Dieburg in der Regel mangels Geldpreisen keine afrikanischen Läufer mobilisiert. Mit Azouzi vermochte sich auch der Zweitplatzierte nicht auf Augenhöhe zu messen: Dominik Burkhardt von der TuS Griesheim holte Platz zwei in 35:30 Minuten. Stark lief auch der Groß-Zimmerner Markus Fischer, der in 35:41 Minuten Dritter wurde. Triathlet Fischer gehört wie Burkhardt zu den Siegern, die die bisherigen 14 Auflagen des „Dieburger Stadtlaufs“ bereits gesehen haben.

2013 steht im 15. Stadtlauf ein Jubiläum an - passend zum 150. Geburtstag des TV. Dann dürfte die diesjährige Teilnehmerzahl gesteigert werden: 398 Läufer kamen in den Wettbewerben der Bambini (500 Meter), Schüler (2 000 Meter), Walker, Jedermänner (vier Kilometer) und eben über die 10 000 Meter ins Ziel.

Jede Menge Platz auf der Strecke

Kommendes Jahr findet der Stadtlauf nur einen Tag nach dem letzten Schultag statt und nicht wie dies mal mitten in den Ferien. Denn die schlagen sich in schwächeren Anmeldezahlen bei den Nachwuchsläufern nieder. Im zweiten der beiden Schülerläufe hatten die nur vier Teilnehmer jede Menge Platz auf der Strecke. Insgesamt waren es 68 Kinder.

Der Weg ins Ziel führte aufs Neue über Zwei-Kilometer-Runden hauptsächlich durch die Innenstadt - ein attraktiver Kurs für die Zuschauer, ein anspruchsvoller mit vielen Kurven für die Läufer.

Bei sommerlichen Temperaturen - die Regenschauer hatten kurz vor dem Start der Walker aufgehört - machten trotzdem nur wenige schlapp. Das Gros ackerte im Hauptlauf, in dem von den 208 „Finishern“ 22 unter 40 Minuten blieben. Doch auch im Jedermann-Lauf beendeten 102 Sportler das Rennen, hinzu kamen 20 Walker. Im Hauptlauf hatten Dieburger (weiterer Artikel und Ergebnisse am Donnerstag) wenig zu bestellen. Sascha Christiansen war auf Platz 45 der - absolut gesehen - bester Teilnehmer von der Gersprenz. Relativ betrachtet lieferte Liane Fischer vom TV eine besonders gute Leistung ab, da sie die Altersklasse W65 in 57:33 Minuten gewann. Im Vier-Kilometer-Lauf gab es an drei starken Läufern aus Aubergenville kein Vorbeikommen. Auf Platz vier landete in Sebastian Memminger ein Dieburger. Die Franzosen ausgenommen war Memmingers Team das stärkste: Der FV Erfrischend Defensiv Dieburg brachte drei Läufer unter die ersten acht und welche auf die Plätze 12 und 14.

Mehrere Dutzend Helfer

Im Zehn-Kilometer-Lauf gab es keine Team-Wertung. Hier war Alexandra Behrens vom ASC Darmstadt in 40:14 Minuten die schnellste Frau. Inès Hernandez aus Aubergenville war über 4000 Meter von keiner anderen Läuferin zu bezwingen.

Den 14. Stadtlauf, den Volker Hanisch im Zielbereich moderierte, sahen in der Innenstadt mehrere hundert Zuschauer. Die Plätze in den Eiscafés waren schnell belegt. Mehrere Dutzend Helfer des TV sicherten die Strecke und halfen bei der Verpflegung der Teilnehmer. Hans Peter Murmann malte ein Stadtlauf-Bild, auf dem es wie in den meisten seiner Werke weder ohne Schafe noch ohne Raufereien zuging. Abends schloss sich eine Party mit DJ Robby und der Band „The Pins“ aus Münster an.

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