Stadtluft macht frei

Dieburg ‐ In einem Vortrag beim Heimatverein wird sich Wilfried Köbler ausführlich mit den Markt- und Stadtrechten befassen. Er erläutert die Voraussetzungen zur Verleihung des kaiserlichen Privilegs der Markt- und Stadtrechte.

Die Veranstaltung zum Thema „Stadtluft macht frei - Rechtsprechung im Mittelalter“ mit Wilfried Köbler, beginnt am Freitag, 29. Januar, um 19.30 Uhr im Museum Schloss Fechenbach.

Welche Privilegien, Rechte und Pflichten für die Stadtbürger, die Händler, die Zünfte und insbesondere der Frauen waren damit verbunden? Wie wurde das jüdische Leben in der Stadt davon beeinflusst? Welche Rolle spielten in dieser Zeit die Kirche und der örtliche Klerus?

Im Rahmen des Markt- und später des Stadtfriedens wurde den Händlern und Besucher der kaiserlich/ königliche und städtische Schutz gewährleistet. Wie ist dieser Schutz geregelt worden und was hatten Rechtsbrecher, die diesen Frieden durch Straftaten brachen, zu befürchten und wie wurden sie bestraft? Wilfried Köbler wird sich in seinem Vortrag auch mit den Fragen des Alltags befassen. Beispielsweise damit, wie das Zusammenleben der Einwohner geregelt wurde, was es mit Brandschutz, Sauberkeit, Hygiene und Kleiderverordnung auf sich hatte, was die Stadt- und Centgerichtsbarkeit vom Blutgericht unterschied und wie die Vergehen und Verbrechen geahndet wurden und welche Bedeutung der Bürgereid für mittelalterliche Stadtbürger hatte. Wie sahen außerdem die Frondiensleistungen der Stadtbürger und der Dorfbewohner aus?

Stadtrechte Dieburgs und Umstadts im Mittelalter identisch

Dass auch eine mittelalterliche Stadt Steuern erhob, wofür diese zu zahlen waren und welche Funktion das Marktkreuz, die Marktfahne, das Friedkreuz und der Handschuh hatten und warum Stadtluft „frei machte“, wird in verständlicher Weise erläutert. Erklärt wird auch, was aus städtebaulicher Sicht unter einer staufischen Stadt zu verstehen ist.

Die Stadtrechte der beiden Städte Dieburg und Umstadt waren übrigens im Mittelalter bis hin zur frühen Neuzeit nahezu identisch. Selbst die staufischen Grundzüge im Städtebau sind noch heute zu erkennen. Bis zu 600 Jahre altes Bildmaterial wird den Vortrag des Heimatvereins ergänzen.

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