Statt kleinem Anbau eine große Sporthalle?

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Am linken mittleren Bildrand endet die Aubergenviller Allee: Auf dem freien Gelände vor den letzten Häusern soll die neue Grundschule „im Stickes“ entstehen.

Dieburg - Statt eines kleinen Anbaus (Ein-Feld-Halle) an der bestehenden Gutenberghalle plädieren die Dieburger Stadtverordneten für eine geeignet große neue Sporthalle an der geplanten Grundschule „im Stickes“. Von Lisa Hager

Sollte es zum Neubau kommen, so lautet der Beschluss, werde sich die Stadt an den Kosten einer Zwei-Feld-Halle am neuen Standort beteiligen, soweit diese auch den Dieburger Vereinen zur Verfügung stehe. Für die Finanzierung sollen Mittel über das Sonderinvestitionsprogramm des Landes beantragt werden.

Einstimmig hat sich der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung für diese Lösung ausgesprochen, nachdem der Tagesordnungspunkt in der vorgeschalteten Sondersitzung der Stadtverordneten innerhalb der zur Verfügung stehenden halben Stunde nicht abgearbeitet werden konnte. Das Parlament hatte das drängende Thema - am Montag soll über die Projekte zum Sonderinvestitionsprogramm im Kreistag entschieden werden - zur Beschlussfassung in den Ausschuss überwiesen.

Mehr im Bauausschuss

Südlich und westlich des Geländes, auf dem die neue Grundschule "Im Stickes" entstehen soll, sind rund 30 Bauplätze für Wohnhäuser geplant. Über den Bebauungsplan für das zwei Hektar große Gelände wird am Montag im Bauausschuss weiter beraten.

Mit der kleinen Halle (16 mal 25 Meter, Kommentar eines Stadtverordneten: „Da kann man ja nur Tischtennis spielen“)konnten sich die Stadtverordneten nicht so recht anfreunden. Und als Bürgermeister Dr. Werner Thomas darüber informierte, dass der Kreis entgegen der ersten Ankündigung die Halle jetzt doch für den Schulsport nutzen will, wurde die Begeisterung noch weiter gedämpft. „Landrat-Gruber- und Alfred-Delp-Schule haben ganz klar signalisiert, dass sie weitere Hallen für den Schulsport brauchen“,sagte er. „Wir sind ja gern bereit mitzuzahlen, aber nur für eine größere Halle“, sprach Susanne Albers (UWD) die Meinung der Mehrheit aus. Auch Andreas Will (Grüne) lehnte die „kleine Lösung“ ab: „Eine derartige Halle ist kaum nutzbar, sie ist ja noch kleiner als die alte Gutenberghalle.“Ursprünglich sollte der Landkreis ein Drittel der Kosten von einer Million Euro, die Stadt zwei Drittel übernehmen. Da war man aber noch davon ausgegangen, dass die Halle den Vereinen allein zur Verfügung stehen würde. Inzwischen tendiert Thomas zu einer 50:50-Regelung. Ein Hallenneubau - unabhängig von Größe und Standort - hänge allerdings vom Bau einer neuen Grundschule im Stickes ab, machte er auch deutlich. Und dieser Beschluss sei von den Stadtverordneten ja noch nicht gefällt. Der Anbau an die Gutenberghalle käme auf keinen Fall in Frage, wenn die Gutenbergschule am alten Standort verbliebe. „Denn dann wären die Angriffswege für die Feuerwehr beispielsweise blockiert.“

Die Frage, was ein Neubau einer größeren Halle die Stadt letztendlich kosten würde, konnte nicht abschließend beantwortet werden. Die große Frage, sei auch, wie hoch die Betriebskosten seien und wer diese trage, warf Ausschussvorsitzender Wilhelm Reuscher ein.

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