„Da steckt zu viel Risiko drin“

Derzeit wird mehr über eine Zwei-Klassen-Medizin als über eine drohende Epidemie debattiert. Lediglich ein Fünftel der Deutschen will sich einer Befragung des Instituts Forsa zufolge gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Unsere Mitarbeiterin Ulrike Bernauer hat in Dieburg nachgefragt.

„Ich lasse mich nicht gegen die Schweinegrippe impfen“, sagt Johanna König, Rentnerin aus Dieburg. „Gegen die normale Grippe habe ich mich impfen lassen, da bin ich froh, dass ich die vertrage, denn ich bin Allergikerin. Ich weiß nicht, ob das mit der Schweinegrippeimpfung genauso funktioniert, da hat man ja schon andere Sachen gehört.“ Die 62-Jährige befürchtet, dass ihr Asthma durch eine Impfung verstärkt werden könnte. „Ich habe davor auch Angst. Ist der Impfstoff schon so ausgeklügelt wie der für die normale Grippe? Das weiß man ja alles noch nicht“, sagt die Dieburgerin.

Jutta Wekenborg-Quinke

„Ich habe mich noch nicht ganz entschieden, aber ich werde mich wohl impfen lassen“, erklärt Sascha Laspeyres, Rechtsanwalt aus Groß-Umstadt. „Aber wohl erst in ein paar Wochen, jetzt kommen ja erst die Risikogruppen und Würdenträger dran.“ Auf die Frage, warum er sich so entschieden habe, sagt der 45-Jährige: „Ich habe im Radio gehört, man soll sich impfen lassen, nicht nur zum Schutz der eigenen Person, sondern, um auch andere nicht anzustecken. Ich lasse mich sonst gegen Grippe nicht impfen, aber meine Frau ist schwanger und die lässt sich auch impfen.“ Jutta Wekenborg-Quinke, Masseurin und Lymphdrainage-Therapeutin aus Großost-heim, will sich nicht impfen lassen. „Es ist mir einfach noch zu unsicher, der Impfstoff wurde meiner Ansicht nach noch nicht genügend getestet. Ich habe zwei Kinder, die werde ich auch nicht impfen lassen.“ „Wenn ich Symptome bekomme, dann werde ich die direkt auskurieren“, sagt die 44-Jährige.

Peter Koch

„Ich werde mich nicht impfen lassen“, so die eindeutige Antwort von Peter Koch, 50 Jahre, Zahntechniker aus Niedermodau. „Ich finde, dass diese Grippe gar nicht so schlimm ist. Es gab Anfang des 19. Jahrhunderts schon mal eine Schweinegrippe, nur damals ist das nicht so hochgepuscht worden.“ Margot Huther, Rentnerin aus Dieburg, gehört auch zu den Impfgegnern: „Ich sehe das gar nicht ein, und dass die Höheren einen besseren Impfstoff kriegen wie die Normalen, das sehe ich erst recht nicht ein.“ „Haben Sie schon mal von der Schweinegrippe gehört im Umkreis?“, fragt die 70-Jährige, „ich noch nicht. Das Geld, was sie dafür ausgeben, könnten sie auch besser ausgeben.“

Martina Tolksdorf

„Es ist mir zu unsicher, weil es noch nicht richtig erprobt ist“, sagt Martina Tolksdorf, 42 Jahre, aus Dieburg. Die berufstätige Mutter von drei Kindern will warten, bis die Epidemie ausbricht. „Ich werde nichts tun, bis die Hysterie ausbricht und so lange es keine größere Gefahr gibt. Gegen die normale Grippe habe ich mich impfen lassen.“ AuchKlaus Schneider, 70 Jahre, aus Erbach will sich nicht impfen lassen. „Wenn ich sehe, dass die Oberen einen besseren Impfstoff bekommen wie das Volk, dann muss ich befürchten, dass ich einen minderwertigen Impfstoff bekomme. Ich misstraue der ganzen Sache, da steckt noch zu viel Risiko drin.“

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