Führungswechsel im Gewerbeverein / Industriegebiet fühlt sich schlecht vertreten

„Stehen immer noch gut da“

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Ein gutes Tröpfchen für die geleistete Arbeit: Erich Kleene, der neue Vorsitzende des Gewerbevereins Dieburg (links) verabschiedet seinen Vorgänger Fitz Hermes.

Dieburg -  Der Dieburger Gewerbeverein (GV) hat einen neuen Vorsitzenden. Das ist das Ergebnis der Mitgliederversammlung in der Ludwigshall`. Mit fast einstimmiger Mehrheit wurde Erich Kleene („Bücherinsel“) gewählt. Von Michael Just

Wie üblich durfte er einen Vorstandskreis vorschlagen, der ihn bei seiner Arbeit unterstützen soll. Sein Wunschteam bekam Kleene von den Wahlberechtigten - wenn auch einmal nur mit knapper Mehrheit - bestätigt, so dass ihn zukünftig Evelyn Allmann (erste Stellvertreterin), Rainer Baxmeier (zweiter Stelllvertreter) und Theresa Ostner (Schriftführerin) zur Seite stehen. Unverändert bleibt die Position von Rechner Thomas Daum.

So geht der GV fast mit einer komplett neuen Führungsriege in die Zukunft. Nicht mehr angetreten war Fritz Hermes, der nur zwei Jahre als Vorsitzender agierte. Wie er sagte, lege er aus privaten und persönlichen Gründen sein Amt nieder. Hermes monierte in den letzten Monaten immer wieder die nicht ausreichende Bedeutung der Steinstraße im GV. In seinem Jahresbericht rief er dazu auf, dass die Steinstraße im Rahmen einer AG intensiver zusammenarbeiten und dass man sich im GV das Integrationsbeispiel der Darmstädter Schulstraße zum Vorbild nehmen sollte.

Zur Bilanz der Märkte sagte er, dass der Maimarkt in den letzten Jahren die größte Entwicklung vollzogen und fast die Dimensionen des Flagschiffes Martinsmarkt erreicht habe. Letzterer werfe mittlerweile als einzige Veranstaltung einen kleinen Überschuss für den Verein ab. Auf einem guten Wege befinde sich die Aktion „Dieburg in Blau“, die derzeit noch die teuerste Veranstaltung darstelle.

Sorgen mache laut Rechner Thomas Daum der Glückstaler-Markt im Advent, bei dem man einen Umsatzrückgang beim Chip- und Kartenverkauf von über 30 Prozent verbuche. Den angedachten Austritt der Stadt aus dem Gewerbeverein zur Kostensenkung bezeichnete Hermes als fatal: So seien deren personelle und materielle Leistungen für den Verein kaum zu ersetzen. Er schlug deshalb vor, die Stadt zukünftig als förderndes Mitglied beitragsfrei zu stellen.

Bei der Neuwahl des Vorstands trat Kleene ohne Gegenkandidaten an. Der 52-Jährige blickt optimistisch auf seine Arbeit: „Die Rahmenbedingungen könnten in Dieburg besser sein. Aber im Vergleich zu anderen Städte stehen wir immer noch gut da.“

Er bezeichnete die Dieburger Zuckerstraße als die einzig richtig funktionierende Fußgängerzone zwischen Darmstadt und Heidelberg sowie zwischen Frankfurt und Heidelberg. Als erste Devise gab er aus, dass die Mitglieder nicht stets darüber nachdenken sollten, wie sich die Rahmenbedingungen in Dieburg verändern ließen, sondern darüber, was jeder an Verbesserungen im eigenen Geschäft tun könne.

Für spürbaren Unmut sorgte bei der Versammlung, dass im geschäftsführenden Vorstand künftig keinen Gewerbetreibenden aus dem Industriegebiet mehr vertreten ist. Helmut Schelter stellte sich zweimal vergeblich zur Wahl. Lediglich im erweiterten, 15 Mitglieder umfassenden Vorstand, sind Vertreter jenseits der Bahnschiene im Boot. „Von diesem Vorstand fühle ich mich nicht repräsentiert“,vernahm man nach der Wahl deutliche Unmutsbekundungen, die sich unter der Hand gegen die vorliegende „Zuckerstraßen-Dominanz“ aussprachen. Damit wurde klar, wie wichtig den Gewerbetreibenden aus dem Industriegebiet ein personeller Fürsprecher im geschäftsführenden Vorstand ist.

So musste Kleene kurz nach seiner Wahl den „gleichen Strang“ betonen, an dem doch alle Mitglieder ziehen sollten - verbunden mit der Bitte, das Wahlergebnis nicht in einer künftigen Boykotthaltung enden zu lassen. Er schlug vor, eine AG Industriegebiet zu gründen, die dem Vorstand zur Seite stehe.

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