KVD steht noch viel Arbeit ins Zeughaus

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Der Mitarbeiter der Brandsanierungsfirma, die derzeit im Zeughaus arbeitet, zeigt einen total verrußten Maßkrug. Seine Kollegen verpacken unterdessen Geschirr in der Küche.

Dieburg ‐   Im Hof stapeln sich ausrangierte Möbelstücke und Geräte, im Zeughaus selbst empfängt den Besucher immer noch ein beißender Geruch: Der Brand vom 13. Von Lisa Hager

November, am Nachmittag des „Äla-Uffweck-Owends“, der als Benefizveranstaltung für die Orgel der Wallfahrtskirche geplant war, ist immer noch gegenwärtig. „Wir müssen das ganze Mobiliar, Geschirr, alle Einrichtungsgegenstände in mühevoller Kleinarbeit sortieren“, sagt KVD-Pressesprecher Wolfgang Dörr beim Ortstermin auf der „Baustelle“. Dann muss entschieden werden, ob Stühle, Bänke, Tische, Lampen zum Spezialreinigen gebracht werden oder gleich auf den Sperrmüllhaufen wandern. Auch alle gelagerten Kostüme müssen chemisch gereinigt werden.

Immer noch sitzt der Ruß in den Ecken des Treppenhauses, liegt auf den Gängen, hängt an den Decken. Gerade sind Reinigungskräfte einer Spezialfirma dabei, in der Küche für gut befundenes Geschirr zu verpacken. Das Szenario ist irgendwo zwischen Umzug und Katastrophen- einsatz angesiedelt. Sogar zwei dicke Steingutmaßkrüge sind total verrußt. „Die kriegen wir wieder hin“, gibt sich ein junger Mann optimistisch und lacht.

Brandursache: ein defekter Videomischer

Auch die verrußten Holzdecken der Räume im ersten Stock müssen raus. Im Archivraum, der eigentlich nur aus Einbauschränken besteht, sind andere Mitarbeiter der Brandsanierungsfirma dabei, die meist unversehrten Aktenordner zu verpacken. Die Schranktüren haben das Schlimmste verhindert. „Und das obwohl die feuerfeste Stahltür am Brandtag offen stand“, sagt Dörr.

Am schlimmsten sieht es immer noch im Zentrum des Brandherds von damals aus: In einem kleinen Technikraum hatte ein defekter Videomischer den Brand ausgelöst. „Das hat die Polizei ermittelt“, bestätigt Dörr. Die Gesamtschadenshöhe wird auf rund 100 000 Euro geschätzt.

Sanierung dauert bis Ende März

„Wir brauchen mindestens bis Ende März mit allen Sanierungsarbeiten“, sagt Dörr. Er ist vor allem nach wie vor froh darüber, dass KVD-Präsident Friedel Enders den Feuerschein der Flammen, die aus dem Raum im ersten Stock in die Wagenhalle schlugen, damals bemerkte und zusammen mit Thomas Albert zum Feuerlöscher griff. Gleichzeitig wurde die Feuerwehr alarmiert. „Es ist nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn an diesem Samstagnachmittag niemand hier gewesen wäre“, sagt Dörr. So blieb der Bühnen- und Wagenbaubereich bis auf Rauch und Ruß nahezu unversehrt. Deshalb kann jetzt dort auch weiter fleißig am neuen Elferratswagen gebaut und gehämmert werden.

Der Benefizabend für die Orgel der Gnadenkapelle werde auf jeden Fall nachgeholt, verspricht Dörr. Der Termin, über den noch nicht entschieden sei, werde rechtzeitig bekannt gegeben. Bis es soweit ist, steht dem KVD noch viel mühevolle Kleinarbeit ins Zeughaus.

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