Stein wird im Bild zum Leben erweckt

Die Verwerfungen in der wie gebrannt wirkenden Erde der Sierra haben Peter Rudolph zu vielen seiner Werke inspiriert.

Dieburg - (ves)  „Sierra ist spanisch und bedeutet Säge“, erklärt der Künstler Peter Rudolph. „Als ich mit 17 Jahren das erste Mal Spanien bereiste und die Landschaften und Hochebenen entdeckte, war ich fasziniert“, blickt Rudolph zurück. Diese Faszination, die der Künstler seit damals in sich trägt, spiegelt sich in seinen charaktervollen und außergewöhnlichen Bildern wieder.

Gemeinsam mit dem Künstler fanden sich der Erste Stadtrat Wolfgang Schupp, Museumsleiterin Maria Porzenheim und Kurator Eckhardt Sturm zur Erstpräsentation im Schloss Fechenbach ein. Die Sonderausstellung „Sierras - ‚piel de la Tierra' Haut der Erde“ beinhaltet 30 Arbeiten in Acryl und Tusche, die im Zeitraum von 2003 bis 2009 entstanden sind.

„Es handelt sich bei den Arbeiten um eine hochwertige Ausstellung und wir freuen uns, dass der Künstler seine Arbeiten in Dieburg zeigt“, sagt Schupp.

„Peter hat sich sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt“, erläutert Kurator Sturm, der seit über 20 Jahren die Arbeiten des Künstlers verfolgt und begleitet. „Um sich mit der Materie ganz persönlich auseinander zu setzen, nahm er beschwerliche Wege auf sich.“ So reiste der Künstler stetig auf unwegsamen Straßen durch Spanien, um Ideen und Eindrücke zu sammeln und die Landschaften auf sich wirken zu lassen.

Den Grafikdesigner und freischaffenden Maler Rudolph verbindet mit Dieburg nicht nur seine Schulzeit hiesigen Gymnasium. Dieburg ist, mit Unterbrechungen, seit 1957 auch seine Wahlheimat. Rudolph war in den Jahren 1983 bis 1990 Hauptgeschäftsführer und Senior Vice President einer amerikanischen Werbeagentur sowie Vorstandsmitglied im Art-Directors Club von Deutschland.

„Viele Markenartikel verdanken ihren heutigen Stand nur seiner kreativen Beratung“, berichtet Sturm. Neben dem Beruf - und seit 1990 ausschließlich - hat Rudolph ein umfangreiches und komplexes künstlerisches Œeuvre geschaffen.

„Wir wollen mit der Ausstellung auch andere Dieburger Kulturträger mit eigenen Aktivitäten einbeziehen“, erläutert Sturm. Geplant sind ein Literaturabend in Zusammenarbeit mit einer Buchhandlung, eine Sonderausstellung zum Thema Spanien mit Büchern der Bücherei und Musikveranstaltungen mit Flamenco-Abend. Auch die Alfred-Delp-Schule wird mit dem Leistungskurs Kunst die Ausstellung „Sierras“ besuchen und die Gelegenheit haben, sich mit dem Künstler persönlich zu unterhalten.

„Als ich die Hochebene das erste Mal erblickte, stellte sich mir sofort die Frage, wie ich das umsetzen soll“, blickt Rudolph zurück. „An zwei der ausgestellten Werke kann man diese erste charakteristische Umsetzung nachvollziehen, bevor ich dann eine andere Form der Umsetzung wählte.“

Bei den ersten Werken lassen sich die Formen und Strukturen des Horizonts nachvollziehen, während die weiteren Bilder die reine Materie Stein zeigen. „Sie haben etwas von Satellitenbildern und finden nur noch im Makrokosmos statt“, so Rudolph. Der Künstler will dem Betrachter der Bilder entgegenkommen. „Haut der Erde - durch diesen Begriff wurde ich gestärkt, habe mir beim Erschaffen der Bilder vorgenommen, dass ich Haut spüren will“, beschreibt Rudolph. „Es ist Stein, der zum Leben erweckt ist.“

Bürgermeister Dr. Werner Thomas eröffnet die neue Sonderausstellung „Sierras - ‚piel de la Tierra' Haut der Erde“ am Freitag, 8. Mai. Die Ausstellung wird rund drei Monate zu sehen sein. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Werkkatalog des Künstlers. Öffentliche Vernissage ist am Freitag, 8. Mai, um 18 Uhr im Museum Schloss Fechenbach, Eulengasse 8.

Weitere Informationen unter 2002-460 oder per E-Mail: info@museum-schloss-fechenbach.de.

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