Stellplätze im Rampenlicht

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So sehen die neuen Planungen für den Bau eines Altenheims am bestehenden St. Rochus Krankenhaus mit Blick von der Steinstraße her aus.

Dieburg ‐ „Die Zuschauer sind sicherlich von der Präsentation enttäuscht“, kommentierte Ferdinand Böhm (SPD) den Auftritt der von der St. Rochus Stiftung beauftragten Planer in der Bauausschuss-Sitzung am Montagabend. Von Laura Hombach

Was die Architektin Annett Heinzel und ihr Kollege Andreas Russ vom Frankfurter Büro „WRL Architekten GmbH“ vorstellen sollten, war ein komplett überplanter Entwurf für den Neubau eines Altenheims am St. Rochus-Krankenhaus (der DA berichtete). Verschieden hohe Terrassen, Dächer mit variierenden Dachrichtungen und Neigungswinkeln, Dächer im 2., Dächer im 3. Obergeschoss, hier eine, da zwei Wohngruppen - Heinzel und ihre an die Leinwand projizierten Pläne galoppierten voran. Nach einer Hand voll Minuten war die Präsentation des Neubaus vorbei.

So monierte denn auch Böhm im Namen der zahlreich versammelten Anwohner, dass ja gerade die Kubatur und die Einbettung des neuen Gebäudes in die umliegenden Straßenzüge für sie von Interesse gewesen wären.

Alternative für Tiefgarage

Das neue Altenheim: Anliegen der neuen Planungen ist es, das Altenheim optisch besser an die umliegende Bebauung anzupassen. Durch unterschiedliche Höhen der Gebäudeteile sowie Dachterrassen soll eine kleingliedrige Optik bei gleichem Gebäudevolumen erzielt werden. Völlig verzichtet wurde auf den ursprünglich geplanten, den Herrngraben überspannenden Baukörper. In Richtung Steinstraße ist ein bis zu viergeschossiges Gebäude geplant. Im Anbindungsbereich an das Krankenhaus sollen Baukörper mit fünf Stockwerken entstehen, wobei eine Gesamthöhe von 18 Metern nicht überschritten werden soll. 72 Senioren, aufgeteilt in sechs Wohngruppen zu je zwölf Bewohnern sollen in dem neuen Altenheim der St. Rochus Stiftung Platz finden. (lho)

Für die Fraktionen hatte es indes bereits bei einem Vorabtermin, zu dem die St. Rochus-Stiftung die Lokalpolitiker geladen hatte, ausführlichere Informationen gegeben. So ergaben sich am Montag zwar noch einzelne Fragen zum Bauwerk an sich, im Fokus des Interesses stand aber vielmehr der Teil der Planungen, der an diesem Abend auch den Politikern ganz neu vorgestellt wurde: Die Schaffung von 90 Stellplätzen, die für den Neubau der St. Rochus Stiftung ausgewiesen werden müssen.

War zunächst der Bau und Betrieb einer Tiefgarage unter dem Neubau durch einen privaten Investor vorgesehen gewesen, scheint man nun immer weiter von diesem Konzept abzurücken. Die Alternativlösung für das Parkplatzproblem sieht nach neuesten Planungen indes folgendermaßen aus: Zehn Stellplätze könnten auf dem Wirtschaftshof des Krankenhauses, 13 nördlich des Herrngrabens, 40 durch den Bau eines Parkdecks an der Ecke Kratzengasse/Leisbühl und 25 Parkplätze für Mitarbeiter an der Gnadenkapelle Richtung Theobaldstraße geschaffen werden. Alternativ könnte auch mit dem Amtsgericht über die Errichtung und gemeinsame Nutzung eines Parkdecks am Gericht verhandelt werden.

Keine Empfehlung für das Parlament

Die Ausschuss-Mitglieder begrüßten die vorgestellten Lösungen zur Stellplatzproblematik, wollten die Angaben aber erst noch einmal genau geprüft und verbindlich fixiert wissen. Eine Beschlussempfehlung an das Parlament gab es deshalb nicht. Die Stadtverordnetenversammlung wird dann bei Vorlage der geforderten Stellplatz-Unterlagen über die Offenlage des Bebauungsplans für den Altenheim-Neubau zu befinden haben.

Eine Entscheidung noch im Dezember wäre dabei im Interesse der St. Rochus Stiftung, erklärte der Handlungsbevollmächtigte der St. Rochus Stiftung, Markus Bazan.

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