Stiftung will ganz sicher bauen

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So könnte die Bebauung auf dem Konviktsgelände aussehen.

Dieburg - Gleich mit sieben Mann traten bei der Stadtverordnetenversammlung am Montagabend das Bistum Mainz und die Dieburger St. Rochus Stiftung an, um erneut ihre Planungen für das zirka 3,6 Hektar große Konviktsgelände vorzustellen. Von Laura Hombach

Das Parlament hatte nach einigen fruchtlosen Diskussionen (der DA berichtete) dem Bischöflichen Ordinariat im Dezember 2008 schließlich doch grünes Licht für die weitere Planung gegeben.

Und tatsächlich hatten die Planer auch die Kritik von Parlamentariern und Anwohnern - die am Montag auch wieder zahlreich im Publikum vertreten waren - berücksichtigt: Die Zahl der Grundstücke, die das Bistum als Bauflächen für Einfamilienhäuser veräußern will, wurde reduziert. Statt der zunächst geplanten 50 sind in den aktuellen Planungen nur noch 33 Häuser vorgesehen.

Das denkmalgeschützte Bischof-Ketteler-Haus soll Bestandteil des unter der Regie der St. Rochus Stiftung neu entstehenden Seniorenzentrums werden. Anbauten erweitern die Räumlichkeiten, so dass am Ende 80 bis 90 Plätze für die unterschiedlichsten Wohn- und Lebensbedürfnisse von Senioren vorhanden sind. Von altengerechtem über betreutes und therapeutisches Wohnen bis hin zur Altenpflege soll das Angebot reichen. Markus Bazan, Bevollmächtigter des Vorstandes der St. Rochus Stiftung, sprach davon, auf dem Konviktsgelände ein Quartier zu schaffen, mit Wohnraum, aber auch Integrationsangeboten wie einer Kita, einer Altentagesstätte, Einkaufsmöglichkeiten und einer Caféteria. Zielgruppe seien Menschen zwischen 60 und 80 Jahren.

Stellplätze am Konviktsgebäude sollen Parkraum für das Seniorenzentrum schaffen, die Stellplätze für die Einfamilienhäuser lägen auf den jeweils rund 400 Quadratmeter großen Baugrundstücken. Als öffentlicher Parkraum sind rund 70 Stellplätze auf beiden Seiten des Schwimmbadwegs vorgesehen. Eine rund 9 000 Quadratmeter große Fläche um den Obelisken, die dann an den Schlossgarten angeschlossen werden könnte, ist als öffentliche Parkanlage vorgesehen.

Bis zum Dezember dieses Jahres könne Baurecht geschaffen werden, für das Seniorenheim könnten ab 2010 Mittel bereit stehen, so Heinrich Rose vom Gemeinnützigen Siedlungswerk, das für das Bistum das Projekt betreut.

„Wie verbindlich ist der Wille der St. Rochus Stiftung, dann auch zu bauen, wenn wir Baurecht schaffen?“,wollte Ferdinand Böhm (SPD) wissen. Allein aus unternehmerischer Sicht bliebe der St. Rochus Stiftung keine andere Wahl, als ein neu konzipiertes Pflegeheim zu bauen, versicherte Bazan. An diesen Plänen hielte die Stiftung auch dann fest, wenn auf dem Schlachthofgelände ebenfalls ein Seniorenzentrum gebaut würde, so der Vorstands-Bevollmächtigte. Weitere Beratungen über die Pläne für das Konviktsgelände sollen nach den Ferien im Ausschuss stattfinden.

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