Stimmung ist immer bombastisch

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Hier wird auf die Pauke gehauen: Die „Äla-Fetzer“ des KVD vor einem ihrer legendären Auftritte mit ihrem Chef Klaus Becker (hinten, dritter von links).

Dieburg ‐  Fetzen im Namen des Äla – das klappt in Dieburg bestens und bei einer Formation ganz besonders: den „Äla-Fetzern“ des KVD. In diesem Jahr werden die von den Sitzungen und weiteren Auftritten bekannten Dieburger Stimmungskanonen närrische elf Jahre alt und natürlich auch diesmal wieder die „Ludwigshall“ im großen Finale zum Beben bringen. Aus diesem Anlass hat der DA Ober-Fetzer Klaus Becker zum Narren-Gespräch gebeten. Von Jens Dörr

Werter Chef der „Äla-Fetzer“, wie leicht oder schwer ist es denn, den hiesigen Narren einzuheizen – speziell an den Sitzungen des KVD?

Unseren hiesigen Narren ist ganz leicht einzuheizen. Wir brauchen nur anzufangen mit „Ja, mir sin halt oamol narrisch“ oder „Adam hat im Paradies“ und schon steht der Saal und klatscht und singt mit, egal ob hiesige oder fremde Sitzungsbesucher. Die wissen schon unser unerschöpfliches Liedgut zu schätzen. Egal ob in der ersten oder der letzten Sitzung – die Stimmung ist immer bombastisch!

Was zeichnet Euch denn aus? Etwa Euer modelhaftes Aussehen oder die engelsgleichen Stimmen?

Ganz einfach unsere eigenen Lieder, die wir immer wieder unseren Gästen präsentieren. Und wenn man die Lieder so rüberbringt wie wir – mit Schifferklavier, Pauke, Deiwelsgeije und Sängern, an den Sitzungen auch noch gemeinsam mit der Hofkapelle - dann hält es keinen mehr auf den Sitzen.

Wer von Euch ist denn besonders wichtig für Eure Auftritte? Ohne wen also würden die „Äla-Fetzer“ viel weniger fetzen?

Der wichtigste Mann in unserer Truppe ist ganz einfach unser Schifferklavierspieler Armin Hamich. Nach dem richten sich unsere ganzen Auftritte.

Etwas Geschichte, bitte…

Gerne. In der Kampagne 2000 traten wir erstmals gemeinsam bei der Sitzung auf, verkleidet als Dibboijer Oalde. Unser musikalischer Leiter Burkhard Becker hatte da ein Medley zusammengestellt. Bei der Programmzusammenstellung der Fremdensitzungen wurde beschlossen, dass die Truppe, die noch keinen Namen hatte, in der Sitzungspause bereits im Lokal der Ludwigshall spielen und singen sollte. Dann sollte man nach der Pause sofort singend durch den Saal auf die Bühne marschieren, um das Publikum so wieder nach der Pause in den Saal zu bekommen. Gesagt, getan - was sich dann aber auf der Bühne und im Saal abspielte, damit hatte keiner gerechnet: Das Publikum tobte, stand auf den Stühlen und sang die Dieburger Fastnachtslieder mit - es war für die Truppe auf der Bühne und für die Verantwortlichen unfassbar! Damals hießen wir noch „Pausen-Fetzer“. Das Publikum hatte sich bei dieser Nummer so verausgabt, dass es die danach Vortragenden schwer hatten und alle moserten, diese „Pausen-Fetzer“ doch ab sofort an den Schluss des Sitzungsprogramms zu platzieren. Dies wurde auch umgesetzt, woraufhin wir uns in „Äla-Fetzer“ umbenannten.

Ehre, wem Ehre gebührt: Wer war und ist denn alles dabei?

Die Gründungsmitglieder waren neben mir Armin Hamich, Georg Becker, Florian Becker, Karlheinz Braun, Hans-Friedrich Busch, Otmar Spieß und Andreas Spieß. Hierzu kamen über die Jahre Heiner Kern, Friedel Enders, Alexander Weiss, Heinz Kolb, Wieland Becker, Jochen Spieß und die einzige weibliche Person, Bettina Oberhuber. Und immer dabei als musikalischer Leiter ist unser Burkhard Becker.

Was darf man von Euch denn im Jubiläumsjahr erwarten?

An den Sitzungen läuft alles wie immer, allerdings wollen wir diesmal als Gruppe beim Umzug mitmachen. Das kann klappen, muss aber nicht. Denn immerhin haben wir zum Beispiel zwei Hofmarschälle bei den Fetzern und mehrere Gruppenaktive.

Zum Abschluss Hand aufs Herz: Würden die „Äla-Fetzer“ auch in Groß-Zimmern auftreten?

Bei den Auftritten außerhalb Dieburgs habe ich grundsätzlich ein ungutes Gefühl. Bisher wurde ich allerdings immer eines Besseren belehrt. Egal, wo wir hinkommen, wenn wir einmarschieren, gibt es beim Publikum kein Halten mehr.

Bei den gezahlten Millionen-Gagen darf man doch auch Leistung erwarten…

(lacht) Genau! Im Ernst: Wir treten prinzipiell natürlich kostenlos auf. Sollte uns später eine kleine Spende aufgedrängt werden, ziehen wir unsere Hand aber nicht zurück…

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