Strecke und Flair: einzigartig

Volle Power zeigt die Jugend: Turbulenter Start des Schülerlaufs. Fotos (2). Jens Dörr

Dieburg - Die Macher des diesjährigen Frankfurt-Marathons haben gleich mehrere Kurven der Strecke aus dem Programm genommen, um noch schnellere Zeiten - vielleicht sogar den Weltrekord - zu ermöglichen. Von Jens Dörr

Beim „Dieburger Stadtlauf“ des Turnvereins blieb die Strecke am Samstag auch in der 13. Auflage gegenüber den vergangenen Jahren gleich - und damit unverändert kurvenreich. Nur ein Aspekt, weshalb die Volkssportveranstaltung ein unvergleichliches Flair besitzt.

Fotostrecke vom Dieburger Stadtlauf

Sportliche Höchstleistungen beim Stadtlauf

Die Einzigartigkeit des Ereignisses kreieren die Macher des TV aus mehreren Komponenten. Die Tatsache, dass sich Start und Ziel am auch diesmal gut besuchten Marktplatz befinden, ist eine solche.

Der knapp zwei Kilometer lange Rundkurs, eine weitere, denn im Hauptlauf über zehn Kilometer ist er fünfmal zu absolvieren. Macht eine fünfmalige Begegnung mit den eigenen Fans, fünfmaliges Posieren fürs Erinnerungsfoto, sofern die Mimik es noch zulässt. Und fünfmal die engste Kurve der Strecke, an der Brandruine der Familie Steinmetz, Ecke Zuckerstraße/Badgasse. Überholen ist in diesem Bereich schwierig - dass sich auch die Spitzenläufer darüber nicht beschwerten, gehört zur angenehmen Stimmung, die bei den Läufen herrscht.

Während sein „Vorläufer“ auf die Uhr blickt, hat der Dieburger Thomas Sattig (Nummer 218) beim Zehn-Kilometer-Lauf noch ein entspanntes Lächeln für die Kamera übrig. Foto: Dörr

Einzigartig wird der „Dieburger Stadtlauf“ auch durch sein Rahmenprogramm mit Schafsmaler Hans Peter Murmann, DJ Robby alias Robert Mathy, Angeboten von Sport-Grimm, der Barmer GEK, des Centrum für Physiotherapie, der Schülerhilfe und vielen mehr. Auch dadurch, dass die Floskel des „Laufs für alle Generationen“ beim Event des TV beweisbar keine solche ist: Bambini und siebenjährige Schüler liefen ebenso mit wie Frauen und Männer im Rentenalter. Der 73-jährige Günter Schledt vom VfL Münster lief die 10 000 Meter ebenso durch wie Liane Fischer (65) und Erika Hitzel (64), die für sich ihren TV Dieburg jeweils Zeiten von unter einer Stunde sicherten. Ältester Teilnehmer überhaupt war Karl Metzger, der mit 82 Jahren und zwei Stöcken auf die 7000-Meter-Walking-Strecke ging.

Mit Metzger taten das 15 weitere Walker. Bei den Schülern nahmen trotz Ferienzeit 91 Mädchen und Jungen teil, noch stärker frequentiert war der Jedermann-Lauf über (etwas weniger als) vier Kilometer mit 149 Startern. 271 machten den Hauptlauf zu einem unterhaltsamen Gewusel. Im Ziel zählte der Turnverein am Ende des Tages insgesamt 527 Athleten, überwiegend aus der Region, aber auch aus Dieburgs Partnerstädten Aubergenville und Mladá Boleslav.

Vor allem die Tschechen drückten den Wettbewerben sportlich ihren Stempel auf. Jiri Miler gewann in starken 33:09 Minuten den Hauptlauf, schüttelte auf der letzten Runde sogar Sebastian Dehmer aus Darmstadt ab. Der war früher immerhin Junioren-Weltmeister im Triathlon (olympische Distanz) und Olympia-Teilnehmer in Athen 2004. Stadtlauf-Moderator Volker Hanisch freute sich bei Dehmers Zielankunft dennoch, dass auch ein Deutscher in die Spitze gelaufen war.

Ein weiterer Artikel mit den besten Ergebnissen der Dieburger Läufer folgt am Donnerstag.

Bei den Frauen siegte Martina Maul vom VfL Münster in 39:46 Minuten. Bedrich Mlcoch, ebenfalls aus Mladá Boleslav, gelang über 4000 Meter mit 12:39 Minuten eine spektakuläre Zeit. Ines Hernandez-Leclerc aus Aubergenville war auf dieser Strecke schnellste Frau (16:32 Minuten). Schnellster Schüler war Adam Jonas (TSG Weinheim), der für 2 000 Meter 6:21 Minuten brauchte. Auf die 10 000 Meter hochgerechnet hätte er über eine Runde mit den besten Männern mithalten können.

Erste bei den Schülerinnen wurde Angela Schick vom SSC Hanau-Rodenbach (7:27 Minuten).

Für Vorjahressieger Markus Fischer aus Groß-Zimmern - allerdings auf Triathlon spezialisiert und nicht „nur“ aufs Laufen - reichte es bei der Mission Titelverteidigung in Dieburg angesichts der starken Konkurrenz diesmal lediglich zu Platz fünf (35:08 Minuten).

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