Strom besser speichern, produzieren und nutzen

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HSE-Prokurist Bernhard Fenn erläutert den „intelligenten Stromzähler“.

Dieburg (jd) ‐ Der Name „Klima-Energie-Kohlendioxid-Forum Dieburg“ mag etwas sperrig klingen – der Auftakt für die Vortragsreihe des kurz KEK genannten Forums im Parlamentssaal des Rathauses gestaltete sich aber äußerst vielversprechend.

Mehr als 30 Männer und zwei Frauen waren gekommen, um sich im Rahmen des Stadtleitbildprojekts zu informieren. Bei der Bürgerbefragung war auch der Wunsch „Klimaschutz und Energieeffizienz mittels einer Energieleitplanung für Dieburg umsetzen“ geäußert worden. Pate des Projekts ist der Dieburger Professor Dr.-Ing. Hans Reiner Böhm, den das Bauamt und Bürgermeister Dr. Werner Thomas seitens der Stadt unterstützen.

Von einer Energieleitplanung ist Dieburg zwar noch entfernt, einen hochkarätigen Gast hatte das KEK zur ersten Veranstaltung aber schon mal gewonnen: Bernhard Fenn, HSE-Prokurist und Geschäftsführer des NATURpur-Instituts. „Stromwirtschaft der Zukunft“, lautete dabei sein Thema.

Fenn: „Photovoltaik fristet ein Randdasein.“

Strom hat eine ganz blöde Eigenschaft“, trug Fenn da vor. „Man muss ihn immer erzeugen, wenn man ihn braucht.“ Noch sei es die Ausnahme, dass sich der Energiefluss umkehre – bei Einsiedlerhöfen mit großen Photovoltaikanlagen sei das etwa der Fall, berichtet Fenn. Die HSE ist als Verteilnetzbetreiber eine Ebene unter den vier großen deutschen Energieversorgern angesiedelt.

Generell werde aber trotz aller Vorstöße bei den regenerativen Energien und aller privater Einspeisungen ins Stromnetz weniger ins Netz importiert als verbraucht.

15 Prozent des Stroms werden in der Bundesrepublik aktuell aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen. Die Windenergie ist dabei Nummer eins, gefolgt von Strom aus Wasserkraft. „Die Photovoltaik fristet dagegen nur ein Randdasein“, verdeutlichte Fenn.

Intelligente Stromnetze bis 2012 in Südhessen

Vor allem aber verwies Fenn auf die Herausforderung, Strom zukünftig besser speichern zu müssen, und die Idee intelligenter Netze zur Stromversorgung. Bei der Speicherung müssten Groß- und Kleinspeichersysteme eine Rolle spielen, aber auch dezentrale mobile Speicher. Autos, zum Beispiel, ausgestattet natürlich mit Elektroantrieb. Die intelligenten Stromnetze sollen in Südhessen bis 2012 in verschiedenen Baugebieten installiert und dann erprobt werden. Bis 2015 will die HSE eine Milliarde Euro in den Ausbau erneuerbarer Energien investieren.

Zu zahlreichen Aspekten von Fenns offensichtlich sehr interessiert aufgenommenen Vortrag gab es im Anschluss Fragen und Diskussionsbeiträge aus dem Auditorium.

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