Stromwirtschaft mit Zukunft

Dieburg (lho) ‐ Die Dieburger nehmen ihre Zukunft in die Hand. Ein entscheidender Aspekt der Zukunft ist die Energieversorgung. Am Donnerstag, 11. März, um 19.30 Uhr startet die neue Vortragsreihe des Klima-Energie-Kohlendioxyd-Forums Dieburg, kurz KEK-Forum Dieburg.

Dieses Forum ist ein Beitrag zum Stadtleitbild. Im Rahmen des Stadtleitbildprozesses wurde der Bürgerwunsch „Klimaschutz und Energieeffizienz mittels einer Energieleitplanung für Dieburg umsetzen“ zu einem der Leitprojekte gewählt, die vorrangig entwickelt werden sollen. Pate dieses Projekts ist der Dieburger Professor Dr.-Ing. Hans Reiner Böhm, ihm zur Seite stehen Michael Dingeldey vom städtischen Bauamt und Bürgermeister Dr. Werner Thomas.

Zur Auftaktveranstaltung des neuen Forums haben sie sich Dipl.-Ing. Bernhard Fenn, Prokurist der HSE und Geschäftsführer des NATURpur-Institutes, mit ins Boot geholt. Er spricht über „Stromwirtschaft mit Zukunft“. Fenn erläutert, warum die Energienetze in Deutschland mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien an der Stromproduktion vor einem Umbruch stehen und wie sich das Bewusstsein im Umgang mit Energie wandeln muss.

Stromnetze müssen flexibler werden

Die Vortragsveranstaltung mit Bernhard Fenn findet im Sitzungssaal im Dieburger Rathaus statt. Der Zugang erfolgt an diesem Abend über Außentreppe gegenüber dem Haupteingang. Menschen mit Gehbehinderung werde gebeten, sich zur die Nutzung des Fahrstuhls per Klingel an der Zugangsrampe zu melden. Eine Voranmeldung zum Vortrag ist nicht nötig. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Die Energieversorgungsnetze, die bislang vor allem auf wenige zentrale Großkraftwerke ausgelegt waren, müssen künftig eine steigende Zahl dezentraler Anlagen integrieren, deren Leistungsfähigkeit davon abhängt, ob die Sonne scheint oder der Wind bläst, sagt Fenn. „Wir müssen Intelligenz in die Netze bringen“, lautet seine Forderung. Die Stromnetze der Zukunft müssen flexibler werden, um die schwankende Produktion der dezentralen Anlagen und den Verbrauch von Haushalten und Industrie in Einklang zu bringen.

Ein Umdenken in der Energieversorgung und beim Energieverbrauch ist dringend erforderlich. Bisher galt, dass der Strom dann in zentralen Kraftwerken erzeugt wird, wenn der Kunde ihn verbrauchen will. In Zukunft müsse gelten: Den Strom vorrangig dann verbrauchen, wenn er gerade gut aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt werden kann.

Mehrere Pilotprojekte zur intelligenten Energieversorgung in Hessen

Damit der Kunde dennoch keinen Komfortverlust hinnehmen muss, erforscht die HSE in einem von der Europäischen Union geförderten Projekt die Anforderungen an die „Intelligenten Energieversorgungsnetze der Zukunft“.

Dazu werden in Südhessen bis 2012 verschiedene Baugebiete mit diesen intelligenten Energienetzen in Pilotversuchen entstehen.

Die HSE wird bis zum Jahr 2015 eine Milliarde Euro in den Ausbau erneuerbarer Energien investieren.

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