In 72 Stunden viel Gutes getan

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Der Leistungskurs Katholische Religion der ADS mit dem Lehrer Christoph Murmann verschönerte auch den Spielplatz am Asylantenheim im Nordring.

Dieburg - Die Schüler des Leistungskurses „Katholische Religion“ der Alfred-Delp-Schule (ADS) können stolz auf sich sein: Sie haben innerhalb von 72 Stunden gemeinsam ein Projekt gestemmt, anstatt das Wochenende mit Freunden zu verbringen, zu lernen oder einfach mal zu relaxen.  Von Stephanie Stiefler

Genau so stolz können die Dieburger Gruppen der KJG (Katholische Junge Gemeinde) sowie der DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg) sein. Diese drei Gruppen haben sich an der deutschlandweiten Aktion des BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend) beteiligt. Dieser hatte unter dem Motto „Uns schickt der Himmel“ junge Leute dazu aufgerufen, sich 72 Stunden lang intensiv einem Projekt zu widmen, das dort hilft, wo Hilfe nötig ist, aber Geld, Zeit oder Engagement fehlen.

Alle drei Dieburger Gruppen bekamen am Donnerstag um 17.07 Uhr vom örtlichen Koordinierungskreis des BDKJ in einer Auftaktveranstaltung ein Projekt zugeteilt und ebenso feierten alle drei Gruppen am Sonntagnachmittag ein Abschlussfest, bevor die größte Jugendsozialaktion Deutschlands um 17 Uhr endetet.

Unterstützung von einem Paten

Bis es aber soweit war, lag viel Arbeit vor den Beteiligten, denn Organisation, Planung und Durchführung der Projekte musste alleine von den jeweiligen Gruppen gestemmt werden. Unterstützung gab es dabei von einem Paten, der der Gruppe zur Seite gestellt wurde und von Sponsoren, die mit Sachspenden (Mittagessen für alle Beteiligten, kostenlose Frühstücksbrötchen, Materialien) aber auch Geldspenden die gute Sache unterstützten.

Die Ausrichtung eines interkulturellen Sommerfestes für und mit den Bewohnern des Asylbewerberheimes im Nordring sowie die Verschönerung des dortigen Spielplatzes, das war die Aufgabe, der sich der Reli-LK gegenüber sah. Mit viel Elan ging die Gruppe an die Arbeit, obwohl zu Beginn erst mal der Gedanke „Wie sollen wir das schaffen“ durch die Köpfe ging. Aber nachdem sich die Schüler noch am Donnerstagabend bei den Asylanten vorgestellt und ihr Vorhaben geschildert hatten, war schon etwas Zuversicht zu spüren, dass die Aufgabe zu schaffen ist. So richtig los ging es Freitagmorgen.

Fußballtore und Sitzmöglichkeit

Über zahlreiche gespendete Bücher für ihren Flohmarkt konnte sich die KJG freuen.

Für die Ausrichtung des Festes wurden heimische Bäcker und Metzger um Spenden gebeten, man entwarf einen Flyer, mit dem die Nachbarschaft eingeladen wurde. Um Materialien für die Verschönerung des Spielplatzes zu bekommen, sprach die Gruppe Baumärkte und andere mögliche Sponsoren an. Sobald die ersten gespendeten Farben zur Verfügung standen, malten die Oberstufenschüler auf dem Spielplatz liegende, große Steine bunt an. Dabei wurden sie von den Kindern, die im Asylantenheim wohnen, tatkräftig unterstützt. Auch Fußballtore wurden aufgebaut, ebenso eine Sitzmöglichkeit organisiert. Mit dem Ablauf hoch zufrieden, konnten die elf Schüler am Sonntagnachmittag mit Asylanten und Anwohnern feiern.

Die Dieburger KJG hatte die Aufgabe, die Katholische Öffentliche Bücherei in der Dresdner Straße mit einer Kinderwagenrampe zu versehen sowie eine Sitzecke zu organisieren und Verschönerungsarbeiten zu erledigen. Rund 30 junge Leute zwischen neun und 21 Jahren machten hier mit.

Trotz der vielen Arbeit, die die Gruppe erwartete, wurde das Ganze auch zu einem tollen Gemeinschaftserlebnis, denn alle blieben 72 Stunden zusammen, planten ihre Aktion, organisierten, malerten, kochten gemeinsam und schliefen im Pfarrzentrum, gleich neben der Arbeitsstelle. Für den für Sonntag geplanten Bücherflohmarkt waren am Samstagvormittag schon einige Wannen voller Bücher gespendet worden, die Arbeiten gingen gut voran. So war die Gruppe gut gelaunt und sah dem Abschlussfest schon mit Freude entgegen, auch wenn sich keine ausrangierte Telefonzelle (gedacht als Bücherschrank im Freien) finden ließ, die die KJG’ler per Internet gesucht hatten.

Barfußpfad aus alten Autoreifen

Auch der kleine Yannis half bei den Arbeiten der DPSG im Kindergarten Ruhbäumchen kräftig mit.

Die Kinder der evangelischen Kindertagesstätte am Ruhbäumchen durften im Rahmen der 72-Stunden Aktion Wünsche für die Umgestaltung des Außengeländes äußern. Ab heute können sie einen Barfußpfad aus alten Autoreifen, gefüllt mit unterschiedlichen Materialien, ein Klangxylophon aus Metall- und Holzstöcken sowie eine Slackline, auf dem die Kinder balancieren üben können, im Außenglände nutzen. Die hierfür zuständige Aktionsgruppe der DPSG Dieburg hat außerdem Verschönerungsarbeiten im Außenbereich der Kita vorgenommen. Auch diese Gruppe arbeitete nicht nur gemeinsam, sondern hatte auch viel Spaß dabei und am Ende ein tolles Erfolgserlebnis – ein Fest zusammen mit den Kindergartenkindern, die die neuen Angebote sogleich in Beschlag nahmen.

Für alle Beteiligten ging nach 72 Stunden gemeinsamer Arbeit ein langes Wochenende zu Ende und alle sind sich sicher: „Das würden wir wieder machen!“

Ein großer Dank geht von allen Gruppen an die Sponsoren, die Vieles ermöglicht und die Aktionen unterstützt haben sowie an die Mitglieder des Koordinierungskreises, die 72 Stunden lang für die Aktionsgruppen da waren.

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