Pfarrvikar David Jochem Rühl verlässt nach drei Jahren Dieburg

„Suchenden“ verabschiedet

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt in wenigen Wochen für Pfarrer David Jochem Rühl (l.). Nach drei Jahren in Dieburg wurde er am Sonntag von Pfarrer Alexander Vogel und Gemeindehelferin Doris Diefenbach verabschiedet.F.: mj

Dieburg - „Ja, ich bin ein Suchender. Wenn ich in meiner Lebensform, die ehelos ist, keine neuen Schritte mehr wage, stellt sich die Frage, wer soll es denn dann tun?“, fragt Pfarrer David Jochem Rühl und ergänzt unmissverständlich: „Für mich gilt ganz klar: Wenn ich dieses Risiko nicht mehr eingehe, kann ich auch nicht mehr predigen.“

Am Sonntagmorgen, im Anschluss an den Gottesdienst, nahmen die Gemeindemitglieder der beiden Pfarrgemeinden St. Peter und Paul und St. Wolfgang Abschied von dem gebürtigen Duisburger, der seit Oktober 2006 als Pfarrvikar in der Pfarrgruppe Dieburg tätig war.

Der Dank ging an einen Mann, der die Sympathien vor allem durch seine ruhige, nachdenkliche und stets bescheidene Art auf sich vereinte. Davon kündet auch sein neues Ziel: Es wird Kloster Himmerod (Rheinland Pfalz) heißen. Für den 50-Jährigen bedeutet das große Veränderungen nicht nur beim Tagesablauf, sondern auch bei den Eigentumsverhältnissen.

Im noch jungen Alter von 24 Jahren sammelte er schon einmal Erfahrung hinter Klostermauern: „Daran schließe ich jetzt an. Das hat mich nie ganz losgelassen“, sagt er. Bei den Zisterziensern in Himmerod erwartet Rühl ein besonders abgeschiedenes Leben, denn eine Seelsorge nach außen - wie sie beispielsweise die Kapuziner in Dieburg praktizieren - gibt es dort nicht.

Nach drei Jahren in Dieburg fällt der Abschied aus der Gersprenzstadt nicht ganz leicht. „Bevor ich hierher kam war ich in Oberhessen. Dort war es um einige Grad kühler“, bezieht sich er sich vor allem auf die Offenheit und Herzlichkeit der Menschen.

In Dieburg sei die Nähe zu den Gemeindemitgliedern um ein Vielfaches größer gewesen, auch wenn er nicht an allen Bräuchen, wie etwa der Fastnacht, partizipiert hätte. Dass die ausgelassenen Tage nicht sein Ding waren, sieht Rühl aber gelassen: „Bei der Fastnacht habe ich nur die Pflichttermine gemacht. Das hat die Gemeinde aber gut weggesteckt“.

Bis in den August bleibt Rühl den Dieburgern noch als Ferienvertretung erhalten, danach heißt es endgültig Abschied nehmen.

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