Süße Früchtchen im Klostergarten

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Apfelexperte Andreas Baumer mit seinen heimischen süßen Früchtchen verschiedenster Sorten.

Dieburg - Mit kritischem Blick beäugt Andreas Baumer den dargebotenen Apfel. Prüfend lässt er die Finger über die Schale gleiten, tastet das Blatt ab. Schließlich kommt der ultimative Test, der Geschmackstest, an die Reihe. Von Verena Scholze

Es handelt sich um einen „Jona Gold“ verkündet er der Apfelbaumbesitzerin, die ihn um Hilfe gebeten hat. Diese bedankt sich freudestrahlend, weiß Sie doch endlich, welches Früchtchen da in ihrem heimischen Garten gedeiht und zu leckerem Apfelkuchen verarbeitet wird.

Was ist das für eine Sorte? Foto: Scholze

Am Sonntagnachmittag öffnete sich letztmalig für dieses Jahr der Klostergarten für die Besucher. Auf dem Veranstaltungsprogramm der „Initiative Klostergarten“, die vom OWK zusammen mit der Brüdergemeinschaft und dem Freundeskreis der Kapuziner entwickelt wurde, stand diesmal eine Führung mit dem Apfelexperten Andreas Baumer. Der Pomologe, der in Dieburg eine Baumschule mit Schwerpunkt Obstanbau betreibt, beklagte selber aufgrund des starken Frostes im Mai eine sehr geringe Apfelernte. Daher waren die Interessierten im Vorfeld aufgerufen, selber Äpfel zur Verkostung und Sortenbestimmung mitzubringen. Diesem Aufruf waren viele Besucher gefolgt und der Apfelexperte hatte alle Hände voll zu tun, um zunächst noch namenlosen Sorten zu bestimmen.

Auch der Vorsitzende des Odenwaldklubs, Franz Zoth, hatte einige Kisten voller Äpfel von Streuobstwiesen aus der Wetterau mitgebracht, um die Sorten bestimmen zu lassen.

Nachdem man sich zunächst an Apfelkuchen und Apfelmost labte, begab man sich anschließend auf einen Rundgang durch den Klostergarten, der im Herbstlicht einen ganz besonderen Charme hat. „Im Klostergarten wachsen Apfelsorten wie Elstar, Oldenburg, Gloster, Goldparmäne oder auch der Dülmener Rosenapfel“, erklärte Baumer den Besuchern. Neben den geschmacklichen Unterschieden wies der Experte auch auf die Pflückreife und Lagerung der Apfelsorten hin. Ein weiteres Thema war die Pflege der Apfelbäume wie beispielsweise das Zurückschneiden sowie die Bodenbeschaffenheit und die Auswirkungen auf die Apfelernte. Und da den Besuchern bei so vielen Äpfeln schon das Wasser im Munde zusammenlief, standen im Anschluss an den Rundgang diverse Apfelsorten zur Verkostung bereit.

Ein Apfelweinkönig aus Eckertshausen hatte es sich nicht nehmen lassen und sein prämiertes „Stöffche“ zur Verkostung zur Verfügung gestellt.

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