Mit Sulkys mächtig Staub aufgewirbelt

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Spannende Rennen wurden den Zuschauern gestern auf dem Annenhof geboten.

Dieburg ‐   „Ich hab' gewonnen“, ruft eine Besucherin des 19. Dieburger Trabrennens strahlend, den Wettschein in der Hand. Ihr Favorit hatte die Nase vorn beim heißen Finale auf der Trabrennbahn des Annenhofs. Von Ursula Friedrich

Lutz Will, Vorsitzender des Hessischen Trabsportvereins und Hausherr auf dem Annenhof, flog im Sulky förmlich über die Ziellinie. Mit dem zwölfjährigen Ulli Klee durchbrach Lutz Will die Siegesserie der Damen, die in den vorangegangenen Rennen die Siege davontrugen. „Soul of Pine“ von Nicole Hildebrandt rauschte vor rund 500 Besuchern als erster über die Ziellinie. Fahrerin Julia Knoch hatte sich im Rennen zuvor noch über den mangelnden Kampfgeist ihres Hengstes beschwert - der ließ diese Kritik nicht auf sich sitzen und wurde seiner Favoritenrolle doch noch gerecht.

Tolle Atmosphäre und reichlich Programm

Mit Elementen der klassischen „Hohen Schule“ eroberte Yvonne Müller mit ihrem Ponyhengst die Zuschauerherzen.

„Hier ist immer eine tolle Atmosphäre und den Besuchern wird es bei so einem Programm sicher nicht langweilig“, lobte die strahlende Siegerin die Veranstaltung, dem einzigen reinen Trabrennen in Hessen. Ob Rennsportfan, Pferdefreund oder purer Laie: Besuchern jeden Alters wurde eine runde Veranstaltung auf dem Annenhof geboten. Mit einem Jazzfrühschoppen wurde der Renntag begonnen, mit einer Modenschau und eleganten Barockvorführungen hoch zu Pferde klang die Veranstaltung aus. Wer keine Höhenangst hatte, konnte per Kran „in die Luft gehen“ und aus der Vogelperspektive mitfiebern.

Freilich standen die edlen Vollblüter der international ausgeschriebenen Sportveranstaltungen im Rampenlicht. 36 Pferde zwischen fünf und 14 Jahren gingen in sechs Rennen an den Start.

Das Wettfieber griff schnell um sich

Viele Besucher ließen sich vom Rennfieber infizieren und versuchten ihr Glück im Wettbüro. Dicht gedrängt drückte jeder seinem persönlichen Favoriten fest die Daumen. „Letztes Jahr habe ich auf einen Außenseiter gesetzt und mit ein paar Cent Einsatz 20 Euro gewonnen“, berichtet eine junge Mutter. Diesmal lief es weniger glücklich: Auf der zweiten Runde des 2100 Meter langen Rennens versuchte das Ross mit ein paar Galoppsprüngen zusätzliche Meter gut zu machen - für diese Mogelei wurde das Gespann disqualifiziert.

Bilder vom Trabrennen

Trabrennen

Unter den Vierbeinern kamen auch die Kleinen groß raus: Mit Elementen der klassischen „Hohen Schule“ eroberte Yvonne Müller mit ihrem Ponyhengst die Zuschauerherzen. Dass sich die „Minis“ auch gut vor einem Sulky machen, zeigte die quirlige Rasselbande knuffiger Ponys in einem Spezialrennen.

Bei bestem Spätsommerwetter knüpften die Veranstalter an die gelungenen Renntage der Vorjahre an. Nach einer Zwangspause 2009, mangels Sponsoren eingelegt, wurde Dieburg gestern erneut zur Hochburg des hessischen Trabrennsports.

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