Dieburger Marienschüler zeigen „Peterchens Mondfahrt “ bei Schultheatertagen in Darmstadt

Mit Sumsemann ins Staatstheater

Offenbach-Post

Dieburg/Darmstadt - „Wir haben das Ergebnis gemeinsam erarbeitet. Die Sache soll schließlich echt aussehen“, erzählt Inge Fiedler, Leiterin der Theater AG der Marienschule, über die Vorgehensweise der letzten Monate.

Oft habe man mehrere Versionen von einer Szene gespielt, um sich dann für die ausdrucksstärkste zu entscheiden. Vor allem die Handlung auf dem Mond sei kompliziert und hätte einer harten Erarbeitung bedurft: „Da gibt es echte Kämpfe, bei denen die Kinder vom Mondmann traktiert werden“, weiß die Pädagogin. Da müsse geschrien, gestöhnt und gejammert werden, was für den Nachwuchs nicht immer einfach ist: „Viele Grundschüler müssen dafür erstmal ihre Hemmungen überwinden und lernen aus sich herauszugehen.“

Letzte Woche durften die rund 25 Jungschauspieler zeigen, was sie gelernt haben, denn in Darmstadt stand ihnen mit ihrem Stück „Peterchens Mondfahrt“ ein großer Auftritt bevor. Ihre Bewerbung im letzten Herbst war erfolgreich und so gehörten sie zu den 14 auserwählten Schulen, die an den Schultheatertagen am Staatstheater Darmstadt teilnehmen durften. Wer wollte, konnte gleich viermal nach Darmstadt fahren: So wartete auf alle Klassen eine Eröffnungs- und eine Schlussfeier, ein Theaterrundgang sowie professionelle Workshops mit der Maske, der Requisite sowie den Schauspielern und Tänzern des Hauses. „Das ist schon eine Ehre, für die Theatertage ausgewählt worden zu sein“, sagt Fiedler. Das liegt ihrer Ansicht nach zu einem Großteil an dem von den Schülern einstudierten Stück: Mit „Peterchens Mondfahrt“ habe man eine Geschichte in petto, die nur so vor Fantasie strotze. „Ich habe es als Kind in Form eines Weihnachtsmärchens damals in Kassel gesehen und war fasziniert von den vielen Geistern, Effekten und dieser wunderbaren Handlung.“ Die Lehrerin weiß, dass die aufregenden Erlebnisse des Maikäfers „Sumsemann“ um dessen verloren gegangenes sechstes Bein, das er sich mit Hilfe von Peter und Anneliese und nach vielen bestandenen Abenteuern auf dem Mond zurückholt, schon viele Generationen verzaubert hat.

Einziger Wehrmutstropfen der Aufführung im Haus der Kammerspiele war, dass man sich - im Gegensatz zu anderen Schulen - entschied ohne Mikrofone aufzutreten. So war manch zarte Schülerstimme nicht immer bis in die letzte Reihe zu hören. Umso begeisternder waren dafür die Kostüme, die ein buntes Kaleidoskop der Milchstraßen-Charaktere bestehend aus Sandmännern, Nachtfee, Windliese, Eisprinzessin, Mond- und Donnermann oder dem Sturmriesen auf die Bühne brachten. Dem stand die Passion der Nachwuchsschauspieler in nichts nach. Vor allem die Protagonisten mit Doreen Wolfenstädter (Maikäfer Sumsemann), Lea Teschke (Peter) und Angelina Heil (Anneliese) überzeugten. Wer die Hintergründe kennt; weiß warum: So steht Doreen Wolfenstädter seit ihrem dritten Lebensjahr auf der Dieburger Fastnachtsbühne. Lampenfieber ist ein Fremdwort für die Zehnjährige aus der 4b. So verwundert ihr Berufswunsch „Schauspielerin“ nicht, den auch eine andere Aussage kaum deutlicher untermalen könnte: „Die Aufführungen sind leider immer so schnell vorbei. Am liebsten würde ich das Stück jeden Tag spielen.“

Kommentare